Afghanische Polizisten laufen während des Angriffs zu der Zentrale der Verkehrspolizei in Kabul. © Omar Sobhani/Reuters

In der afghanischen Hauptstadt Kabul haben Talibankämpfer das Hauptquartier der Verkehrspolizei angegriffen. Laut Augenzeugen gab es mehrere Explosionen. Anschließende Feuergefechte halten bis jetzt an.

Nach Angaben der örtlichen Polizei hatte sich zunächst ein Selbstmordattentäter am Eingang der Zentrale der Verkehrspolizei in die Luft gesprengt. Danach seien mehrere Männer mit Sprengstoffwesten in das Gebäude eingedrungen. Zwei Aufständische seien von afghanischen Sicherheitskräften erschossen worden. Außerdem wurden drei Polizisten getötet und elf weitere Menschen verletzt.

Die Talibankämpfer haben sich offenbar in dem Gebäude verschanzt und Geiseln genommen. Das berichtete Spiegel Online. Mitglieder einer Spezialeinheit der Nato haben sich demnach vor dem Gebäude aufgestellt. Sie greifen aber bisher nicht ein.

Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban bekannte sich zu den Angriffen. "Heute um 5 Uhr morgens ist eine Gruppe von Märtyrern in ein Regierungsgebäude eingedrungen. Es gibt heftige Kämpfe", heißt es in einer SMS an die Nachrichtenagentur AFP.

Der Islamist sprach in der Nachricht gleich von "mehreren Polizei- und Militäreinrichtungen sowie einem US-Trainingszentrum", die von "einer Gruppe von Selbstmordattentätern" angegriffen worden seien. Dazu gibt es bislang keine objektiven Berichte oder offiziellen Bestätigungen. 

Die afghanischen Sicherheitskräfte erleben damit den zweiten Angriff innerhalb einer Woche. Bereits am vergangenen Mittwoch hatten die Taliban die Zentrale des afghanischen Geheimdienstes NDS in Kabul angegriffen. Dabei waren nach Angaben der Behörden alle sechs Angehörigen des Selbstmordkommandos und ein Wachmann getötet und 30 Zivilisten verletzt worden.

Der Angriff auf die NDS-Zentrale war der erste Anschlag dieses Jahres in Kabul. Davor war es in der Hauptstadt mehr als vier Wochen lang ruhig gewesen. Nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf kommt es in Kabul zu weniger als einem Prozent aller landesweiten Angriffe Aufständischer.