Pariser KurdinnenmordeFriedensprozess unter Beschuss

Drei kurdische Aktivistinnen wurden in Paris kaltblütig getötet. Doch den türkisch-kurdischen Friedensprozess gefährden eher andere Faktoren. von 

Abdullah Öcalan

Ein Bild des inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan vor dem Eingang des Büros in Paris, in dem am Donnerstag die drei kurdischen Aktivistinnen ermordet wurden.  |  © REUTERS/Christian Hartmann

Die Nachricht erinnert an einen Agentenfilm: Kaum hatte die türkische Regierung mit dem PKK-Führer Abdullah Öcalan begonnen, über eine mögliche Entwaffnung der kurdischen Kämpfer zu verhandeln, werden drei Aktivistinnen der PKK in Paris ermordet. Eine von ihnen ist Sakine Cansiz, eine der Mitbegründerinnen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei. Türkische Medien berichten davon, dass der oder die unbekannten Täter Schalldämpfer benutzt hätten. Es ist die Rede davon, dass die drei Kurdinnen, die sich in den Räumen des Kurdistan-Informationszentrums im zehnten Arrondissement aufhielten, womöglich den oder die Täter kannten, ihnen selbst die Tür geöffnet haben – oder diese den Code für die Eingangstür kannten.

Nun wird darüber spekuliert, ob die Morde in Beziehung zu den jüngsten Friedensverhandlungen von Türken und Kurden stehen. Und welche Seite ein größeres Interesse daran hätte, die Verhandlungen durch eine solche Tat zu sabotieren – die türkische oder die kurdische.

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Auffällig ist, dass Politiker beider Seiten sehr bedächtig auf den Mord reagieren. Hüseyin Çelik, Sprecher der regierenden AKP, sprach zwar gleich davon, dass es für ihn so aussehe, als handele es sich um eine Abrechnung innerhalb der PKK, um dann hinzuzufügen: "Wir müssen damit rechnen, dass solche Dinge während des Prozesses passieren, deshalb müssen alle Beteiligte sehr behutsam damit umgehen."

Auf der anderen Seite sprachen einige Politiker der kurdischen Friedens- und Demokratiepartei (BDP) davon, dass der "tiefe Staat" in die Morde verwickelt sein könnte, also eine konspirativer Bund von Nationalisten im türkischen Militär, in der Justiz und Politik. Allerdings war auch hier die Wortwahl sehr vorsichtig. "Wir hoffen, dass dies kein Sabotageakt war, der vom tiefen Staat geplant wurde", wird der BDP-Abgeordnete Idris Baluken auf türkischen Blogs zitiert. Die Partei forderte nun einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Pariser Vorfall.

"Der Zeitplan liegt auf dem Tisch"

Die Reaktionen deuten momentan darauf hin, dass niemand ernsthaft die begonnenen Verhandlungen in Gefahr bringen, gar abbrechen möchte. Es sind eher andere Faktoren, die einen möglichen Friedensprozess erschweren dürften. Seit fast dreißig Jahren führen sie Krieg gegeneinander, mal kalt, oft blutig, die kurdische Terrororganisation PKK und der türkische Staat. "Der Zeitplan liegt auf dem Tisch", meldete jüngst die türkische Tageszeitung Hürriyet . Die Radikal spekuliert sogar schon über ein "neues Übereinkommen".

Cansiz' Onkel Hüseyin Yildirim sprach mit der türkischen Nachrichtenagentur DHA. Auch er sagte: "Es sind genug Tränen geflossen, dieser Krieg muss enden. Seit 30 Jahren weinen Mütter, leiden Menschen. Ich habe meine Nichte verloren, ich fühle großen Schmerz, aber dennoch würde ich sagen: Frieden."

Leserkommentare
  1. Wikipedia als Informationsquelle zu benutzen, ist sehr unklug! Vor allem in Politischen fragen ist da kein Verlass! Also bitte erst unabhängige Quellen benutzen und dann Posten...

    11 Leserempfehlungen
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    • MeÖz
    • 11. Januar 2013 21:10 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf haltlose Spekulationen. Danke. Die Redaktion/kvk

    • scoty
    • 12. Januar 2013 9:28 Uhr

    dann Wikipedia und wenn nicht ist die Quelle nicht der Rede wert.
    Geben Sie doch eine seriöse Quelle an wenn Sie einen finden sollten.

    Was würden Sie dazu sagen wenn ihre Bruder mit seinem Kind und viele andere Zivilisten auf einer belebten Einkaufstrasse von einer ferngezündeten Bombe in Stücke zerfetzt werden ?

    Gehen Sie mal zur Identifizierung der Leichen.

    • scoty
    • 11. Januar 2013 19:55 Uhr

    wer die PKK ist.

    Kanarienvögel sind es ganz sicher nicht.

    http://de.wikipedia.org/w...

    " Sie kämpft politisch und mit Waffengewalt für politische Autonomie kurdisch besiedelter Gebiete in der Türkei, dabei verübt sie auch Anschläge auf zivile Ziele. "

    Terroristen die mit Schutzgelderpressung,Drogenhandel und Menschenhandel hier in der EU unbesorgt leben und ihrer " Geschäfte " nachgehen.

    7 Leserempfehlungen
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    Wikipedia als Informationsquelle zu benutzen, ist sehr unklug! Vor allem in Politischen fragen ist da kein Verlass! Also bitte erst unabhängige Quellen benutzen und dann Posten...

    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen. Danke. Die Redaktion/cv

    • Sikasuu
    • 11. Januar 2013 21:09 Uhr

    Vom Ararat bis Tunis und von Wien bis Karthum?
    .
    Mit dem "Von der Maas bis an die Memel....." sind wir mehrmals böse reingefallen. Hat einige Millionen Tote gekostet.
    .
    Man muss die Fehler der Mitteleuropäer und Anderer nicht zwanghaft wiederholen. Lernen, Zivilisation und Nation kann sich auch in Kompromiss- und Verhandlungsfähigkeit ausdrücken.
    .
    Meint
    Sikasuu
    .

    7 Leserempfehlungen
  2. ..."Blut-und-Boden-Türken" wird es keinen Frieden geben!

    Die Kurden haben ein Recht auf einen eigenen Staat.

    7 Leserempfehlungen
  3. Die Wikipedia gibt die Mehrheitsmeinung wieder. Dies kann - muss aber nicht - der Wahrheit entsprechen.
    "Marmeladow_" weist zurecht darauf hin, dass in politischen Fragen besonders vorsichtig mit dieser Quelle umgegangen werden muss.

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    Antwort auf "[...]"
  4. OK, auf die Gefahr hin das ich Ihnen etwas schreibe, das Sie vermutlich sowieso wissen.

    Die damaligen Agas der Kurden, wussten das wenn die Osmanen untergehen, Sie selbst untergehen würden, da Sie unter den Osmanischen Herrschern weitgehende Autonomie über Jahrhunderte genossen hatten.

    D.h. das Kurdische Schicksal war damals mit dem Osmanischen Schicksal verbunden. Da man den Osmanischen Staat zerschlagen wollte, und alles danach aussah, das dies gelingen würde.

    Wäre die Jungtürkenrevolution innerhalb der Osmanischen Armee nicht gelungen, würden die heutigen Kurden wohl-möglich, gegen die Franzosen kämpfen, die Ostanatolien schon zu ihrer Kolonie erklärt hatten.
    Oder den Armeniern verkauft, wenn die Rendite aus den Gebieten, zu gering gewesen wäre.

    Z.B. In Maras einem Kurdengebiet an der Grenze zum heutigen Syrien, haben 400 Legendäre Kurdische Jäger mit Jagdgewehren ein ganzes Bataillon der Franzosen 1 Monat in Schach gehalten, bis eine Armee der Osmanen dorthin stationiert werden konnte. Deshalb nennt man diesen Ort nun auch Kahramanmaras also übersetzt "Heldenmaras".

    Es gibt unzählige dieser Beispiele. Leider habe die meisten Menschen vergessen, um was es überhaupt ging, und warum der heutige Zustand überhaupt zustande gekommen ist.

    Die PKK verbietet derartigen Geschichtsunterricht.

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  5. Es gibt viele Parteien die gegen eine Aussöhnung sind, sowohl inländische als auch ausländische.
    Es ist kein Geheimnis, dass es innerhalb der PKK große Grabenkämpfe gibt, auch der Iran, Syrien, Israel und diverse Westliche staaten haben kein Interesse an einer Aussöhnung.
    Diese Staaten mißbrauchen diesen Konflikt für ihre eigen taktischen Vorteile.
    Auch die Tatsache das z.B. in Deutschland und Frankreich PKK-Terroristen frei rumlaufen und von Europa aus ihren Terror koordinieren und finanzieren können zeigt das man hier die PKK offiziell als Terrororganisation anerkennt aber über die Schwächung der Türkei durch den Terror durchaus sehr begrüßt.
    Am Ende gibt es zwei Verlierer, das sind Türken und Kurden.
    Erst wenn die Kurden begreifen das sie von ihren "Freunden" nur mißbraucht werden um die Türkei zu schwächen, und die Türken begreifen das die Kurden einen wirtschaftlichen nachholbedarf haben werden am Ende beide gewinnen.

    4 Leserempfehlungen
  6. Wikipedia ist MEINER Meinung nach, einfach nicht verlässlich. Das Wikipedia den Türken gehört habe ich nicht behauptet, wer lesen kann ist klar im Vorteil.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"

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  • Schlagworte Abdullah Öcalan | Recep Tayyip Erdoğan | PKK | AKP | Mord | Paris
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