MaliFrankreichs Luftwaffe bombardiert von Islamisten eroberte Stadt

Französische Kampfjets greifen die von Islamisten kontrollierte Stadt Diabali an, Präsident Hollande schickt mehr Soldaten. Währenddessen fliehen Hunderttausende.

Eine Mirage F-1 der französischen Luftwaffe auf einem Stützpunkt in Mali

Eine Mirage F-1 der französischen Luftwaffe auf einem Stützpunkt in Mali  |  © Joe Penney/Reuters

Bei ihrem Militäreinsatz in Mali hat die französische Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag die Stadt Diabali, 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako, angegriffen. Bei den Luftangriffen seien mindestens fünf islamistische Kämpfer getötet und mehrere andere verletzt worden, sagte ein Mitarbeiter der malischen Sicherheitskräfte. Islamistische Einheiten aus dem Norden Malis hatten Diabali am Montag erobert.

Frankreich fliegt seit Ende vergangener Woche Luftangriffe gegen Islamisten, die auf ihrem Vormarsch Richtung Süden die Armee des afrikanischen Landes in Bedrängnis gebracht haben.

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Der französische Präsident François Hollande will künftig mehr Soldaten nach Mali schicken. "Wir haben zur Zeit 750 Soldaten entsendet und es werden mehr werden, sodass wir so schnell wie möglich an die Afrikaner übergeben können", sagte Hollande. Frankreich will die Streitkräfte in seiner ehemaligen Kolonie auf insgesamt 2.500 Soldaten aufstocken.

Hollande erwartet, dass es bis zum geplanten Einsatz von Einheiten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas in Mali noch "eine gute Woche" dauern wird. Länder wie Niger, Burkina Faso, Senegal, Togo, Nigeria und Benin wollen die malische Regierung mit einer rund 3.300 Mann starken Kampftruppe gegen die islamistischen Aufständischen im Land unterstützen.

Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte bei dem gemeinsamen Besuch mit Hollande in den Vereinigten Arabischen Emiraten, er rechne mit Unterstützung des Einsatzes in Mali auch durch die arabischen Golf-Staaten. Denkbar seien finanzielle oder materielle Hilfen. Ende Januar werde es voraussichtlich in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ein Treffen der Geberländer für den Einsatz in Mali geben. Auch die USA und Deutschland prüfen eine Unterstützung.

Fast eine Viertelmillionen Malier auf der Flucht

Wegen des Konflikts in ihrem Heimatland sind fast 150.000 Malier ins Ausland geflüchtet. Dies teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mit. Das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) berichtet von 230.000 Binnen-Vertriebenen in Mali.

Die wichtigsten Aufnahmeländer für die Flüchtlinge sind laut UNHCR die Nachbarstaaten Mauretanien (rund 54.000), Niger (50.000) und Burkina Faso (knapp 39.000). Das Welternährungsprogamm (WFP) teilte mit, für die Versorgung der Malier mit Lebensmitteln würden 129 Millionen Dollar (rund 100 Millionen Euro) benötigt.

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Leserkommentare
  1. ... den Unterschied zwischen der Bombardierung von Aufständischen in einer Stadt in Syrien also Assad und der Bombardierung von Aufständischen durch Frankreich in einer malischen Stadt?

    Mir erschliesst sich nicht ganz, warum Frankreich die Guten Stadt Bombardierer sind und Assad der Böse Stadt Bombardierer.

    Bei mir Leuchtet das Paradoxon.

    Warum der neu gekrönte Friedensnobelpreis Träger, des Preises unwürdig ist, zeigt er eindrucksvoll.

    10 Leserempfehlungen
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    Wenn sie nicht den Unterschied zwischen einer Rebellion, die sich gegen eine demokratisch gewählte Regierung (wie in Mali) richtet, und einer Rebellion, die versucht einen Mann der sein Amt von seinem Vater geerbt hat und sich in Schauwahlen mit 99% "wählen" lässt, abzusetzen, nicht erkennen können, dann kann ich ihnen leider auch nicht weiterhelfen. Wenn man aber immer nur pseudo-imperialistisch alles in Grund und Boden relativiert lebt es sich natürlich leichter.

  2. Zitat: "Bei den Luftangriffen seien mindestens fünf islamistische Kämpfer getötet und mehrere andere verletzt worden ..."

    Mehrere andere was? Nicht-islamistische Kämpfer (Buddhisten, Hindus?) oder Frauen & Kinder?

    Erst erfahren wir, dass die Briten auch schon "da unten" sind, dann, dass die Amerikaner bereits die Joysticks ihrer Drohnen wetzen - jetzt betreten auch die Golfstaaten die Bühne und zeigen sich bestimmt spendabel, wenn es bekanntermaßen disziplinierten Streikräften aus Niger, Burkina Faso, Senegal, Togo, Nigeria und Benin an finanziellen Mitteln fehlen sollte.

    Schon toll, wer so alles spontan zur Hilfe eilt, wenn eine Regierung, die sich erst unlängst durch einen Militärputsch an die Macht gebracht hat, eben diese wieder zu verlieren droht.

    6 Leserempfehlungen
  3. Gestern abend sprach ein Mitglied der 'Pan-African-Movement'
    bei PressTV tacheles , aber wirklich tacheles !

    http://www.presstv.com/detail/2013/01/15/283661/mali-in-throes-of-genoci...

    ""...Rupert: This is certainly not a short-term mission on the part of France but I would take, actually, a step back from looking immediately at France because what is going on here is what I would describe as a trio of evil, where three imperialist powers are jointly invading a part of Africa, the Mali part of Africa.

    The leading imperialist nation is US Satan in that trio. France is also part of that trio of evil and the United Kingdom, the British government, is also a part of that trio of evil.

    Now they already understand that they are going to meet formidable opposition on the ground and this is the reason why they have launched ..., well, this is the reason why they have brought so much equipment into the area. We have the threat of bringing even more equipment into the area...

    ...There can be no military solution to the situation in Mali. The imperialists will be militarily defeated on the ground. They will be sent home in boxes with red, white and blue flags [British, US and French flags] wrapped around them...

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    man muss halt unverdächtige Medien haben.

    Danke -

    für die "Guten" hier ist es - so glaube ich - nicht mehr akzeptabel wenn Dunkelhäutige frei ihre Meinung sagen dürfen und man ihnen sogar Raum gegeben wird, sich zu äußern (bzw. wenn sie sich diese Freiheit nehmen.

    nochmal danke von mir (einem deutschen Rasseschänder -o-ton NRW SPD Verwaltung nach der Wende)

  4. Verzichten Sie auf persönliche Angriffe und Beleidigungen. Danke, die Redanktion/fk.

  5. 21. [...]

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    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[...]"
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    • LJA
    • 15. Januar 2013 14:30 Uhr

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  6. 22. [...]

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    Antwort auf "[...]"
  7. die malische Regierung informiert wird; denn die hat die ausländische Hilfe angefordert und die französischen Gegenschläge gebilligt. Ohne Sie? Na, what?
    Was wollen Sie mit den Zahlen?
    Dort herrscht Krieg; ins Land hineingetragener Krieg.
    Führen Sie eine Strichliste?
    Von der anderen Seite bekommen Sie zwar keine Zahlen, dafür aber Fotos der Toten.
    Würdevoll? Mit dem Islam vereinbar?
    Wohl kaum.
    Regen Sie sich darüber auch auf? Widert Sie das an?
    Mich schon.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Glückstreffer!?!"
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    "Was wollen Sie mit den Zahlen?" & "Führen Sie eine Strichliste?"

    Natürlich führe ich keine Strichliste. Es ist aber meiner Meinung nach legitim, wenn man in solchen Angelegenheiten über beide Seiten der Medaille aufgeklärt werden möchte:
    Also die so genannten "Erfolge" (wobei ich getötete Islamisten nicht als Erolg bezeichnen würde, sondern eher als Mißerfolg) und die Opferzahlen der getöteten Zivilisten. Beides MUSS in eine ausgewogene Berichterstattung.

    "Von der anderen Seite bekommen Sie zwar keine Zahlen, dafür aber Fotos der Toten.
    Würdevoll? Mit dem Islam vereinbar?"

    Sicherlich nicht. Da müssen Sie sich aber bitte nicht bei mir beschweren, sondern bei den Medienvertretern, die mit solchen Fotos versuchen ihre Auflage zu steigern.

    MfG
    Otto Wels

  8. 24. [...]

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Stadt | Luftwaffe | Mali | UNHCR | Benin | Flüchtling
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