Islamistischer TerrorismusEcowas fordert logistische Hilfe in Mali

Die westafrikanische Staatengemeinschaft bittet die UN um Unterstützung im Kampf gegen die Islamisten. Derweil sind zwei deutsche Transportmaschinen in Bamako gelandet.

Ein malischer Soldat in Niono

Ein malischer Soldat in Niono  |  © ISSOUF SANOGO/AFP/Getty Images

Die Staats- und Regierungschefs der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas haben von den Vereinten Nationen gefordert, ihren Militäreinsatz in Mali sofort logistisch zu unterstützen. Auch finanzielle Hilfe für die Stationierung der Truppen in Mali werde gebraucht, heißt es in der Schlusserklärung des Ecowas-Gipfels in der Elfenbeinküste vom Samstag. Die westafrikanische Staatengemeinschaft will Malis Armee durch die Entsendung Tausender Soldaten bei dem Versuch helfen, den von Islamisten kontrollierten Norden des Landes zurückzuerobern.

Zuvor hatte sich SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gegen einen deutschen Militäreinsatz in Mali ausgesprochen. "Die SPD hat die klare Position, dass es zu einer Beteiligung Deutschlands mit Blick auf ein militärisches Eingreifen in Mali nicht kommen darf", sagte Steinbrück am Samstag. "Wir sind dagegen. Wir haben zu erkennen gegeben, dass in dem Augenblick, wo ein Partner – ein Freund wie Frankreich – Deutschland um logistische Unterstützung bittet, wir dafür offen sind und dies gerne aufgeschlossen prüfen." Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hingegen hält die deutsche Unterstützung für den französischen Militäreinsatz in Mali hingegen für unzureichend. 

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Die beiden zur Unterstützung der französischen und afrikanischen Truppen nach Mali abkommandierten Transall-Transportmaschinen der Bundeswehr sind am Abend in Bamako gelandet. Das bestätigte ein Sprecher der Luftwaffe. Die Maschinen waren am Freitag mit Sanitätsmaterial vom französischen Bordeaux aus gestartet und in der marokkanischen Hauptstadt Rabat zwischengelandet. Die Maschinen sollen den Angaben zufolge nun Soldaten der Ecowas in das Einsatzgebiet im Norden Malis bringen. Die Maschinen können jeweils etwa 90 Soldaten transportieren. 

Attentat auf Soldaten in Nigeria

In Nigeria sind derweil zwei für den internationalen Mali-Einsatz bestimmte Soldaten durch einen Sprengstoffanschlag getötet worden. Fünf weitere Soldaten seien durch die Explosion eines selbstgebastelten Sprengsatzes in der Stadt Okene im Zentrum des Landes verletzt worden, sagte ein Armeesprecher. Der Sprengsatz sei explodiert, als der Konvoi der Soldaten vorbeigefahren sei. Generalmajor Bola Koleoso sagte, die Soldaten gehörten zu dem Kontingent, das für den Einsatz in Mali bestimmt sei. Der General vermutete die islamistische Sekte Boko Haram hinter dem Anschlag. Boko Haram kämpft für einen islamischen Staat im Norden von Nigeria. Seit 2009 starben im Zusammenhang mit dem Aufstand der Sekte rund 3.000 Menschen.

Am Donnerstag war eine erste Einheit von 80 nigerianischen Soldaten nach Mali verlegt worden. Sie sind Teil einer von der Ecowas geführten Truppe. Die Mission wird unter dem Kommando des nigerianischen Generals Shehu Abdulkadir stehen und insgesamt 5.800 Soldaten umfassen. Nigeria stellt innerhalb der Ecowas mit 1.200 Soldaten das größte Kontingent.

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Leserkommentare
  1. Zwei Transall-Maschinen sind - milde formuliert - ein Feigenblatt.

    Die größte Volkswirtschaft Europas sollte willens und in der Lage sein, dem französischen Bündnispartner SPÜRBAR unter die Arme zu greifen.

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    verpisst sich gerade wieder und will damit nüscht mehr zu tun haben.
    http://www.handelsblatt.c...

    Die Deutschen sollten sich da raushalten, denn die Jungs da unten sind en anderes Kaliber als die Betbrüder in Afghanistan. Zum einen Jahrzehnte lang im Kriegshandwerk trainiert und gnadenlos sowie mit Geld und guten Verbindungen zu Waffenhändlern.

    Das ganze ist eine Büchse die D nicht aufmachen sollte, denn das könnte ein Flächenbrandin Westafrika werden.

    Spannend ist, dass sich die Amis da raushalten, verwunderlich nein, denn sie werden bis 2020 nicht mehr auf die Rohstoffe (Öl, Gas) aus der Region angewiesen sein.

  2. Nach ihrer Meinung machen?
    Tausende deutsche Soldaten als Hilfe für die Französischen Kolonialisten in die Wüste schicken ?
    Um die Großmacht Interessen von Frankreich zu unterstüzen?

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    Frankreich wartet auf das Eintreffen der afrikanischen Eingreiftruppe um das Kommando dorthin abzugeben.
    Mali ist eine ehemalige französische Kolonie, deren Regierung eine Hilfeersuchen an Frankreich gerichtet hat. Frankreich als verantwortliche Militärmacht hat dem Ersuchen Folge geleistet.
    Frankreich ist Atommacht und Ihr Anwurf ... verwegen!

    ein "paar" Transall-Maschienen mehr wären ja schon mal nicht schlecht !

  3. Nach ihrer Meinung machen?
    Tausende deutsche Soldaten als Hilfe für die Französischen Kolonialisten in die Wüste schicken ?
    Um die Großmacht Interessen von Frankreich zu unterstüzen?

  4. Ich halte den deutschen Beitrag für peinlich. Frankreich und die afrikanischen Staaten führen diesen Krieg auc in unserem Interresse. Doch dabei tragen sie alleine die komplette Verantwortung.
    Auch wenn Frankreich unsere Unterstützung verdient und nötig hätte scheut die Bundesregierung aber in den Fokus islamischen Terros zu rücken. Hinter vorgehaltener Hand begrüsst man doch Hollands Alleingang. Durch die Beteiligungvon 2 Flugzeugen täuscht man die von Frankreich geforderte Hilfe vor.
    Auserdem bekomme ich das Gefühl, dass man lieber 1000 Franzosen und Afrikaner sterben lässt als das Leben deutscher Soldaten kurz vor den Niedersachsen- und späteren Bundestagswahlen zu riskieren.
    Wahlkampf gegen den normal Politikverstand und die Inkaufnahme von Langzeitproblemen finde ich schlimm!

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    • bayert
    • 19. Januar 2013 22:22 Uhr

    dafür zieht die Fremdenlegion in den Krieg. Der Libyen-Krieg hat anscheinend auch destabilisieren gewirkt.

    Unsere Sicherheit wird nicht in Afrika verteidigt. Die PR-Phrasen ziehen nicht mehr.

    • bayert
    • 19. Januar 2013 22:22 Uhr

    dafür zieht die Fremdenlegion in den Krieg. Der Libyen-Krieg hat anscheinend auch destabilisieren gewirkt.

    Unsere Sicherheit wird nicht in Afrika verteidigt. Die PR-Phrasen ziehen nicht mehr.

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    Wider besseres Wissen stellen Sie haltlose Behauptungen auf.

    Mali stand infolge der Islamisten-Offensive am Rand des Zusammenbruchs und rief Frankreich um Hilfe. Frankreich reagierte rasch - und half.

    Der UN-Sicherheitsrat unterstützt dieses Vorgehen, die westafrikanischen Staaten ebenfalls (ECOWAS).

    Frankreich interveniert, weil es sich - zu Recht - für seine ehemaligen Kolonialgebiete verantwortlich fühlt.

    Warum weigern Sie sich das Offensichtliche zu sehen und bemühen abgedroschene Phrasen (Stichwort "Bodenschätze"), die hier schlicht abwegig sind?

    und Frankreich hat langfristige Verträge mit der malischen Regierung.
    Frankreich zahlt für diese Bodenschätze Weltmarktpreise - was also ist verwerflich am Handeln Frankreichs.
    Überlegen Sie auch, dass in Mali 7000 französische Bürger leben - und in Frankreich ebenfalls eine große malische Gemeinde.
    Hier ein Überblick über die Hintergründe

    http://www.spiegel.de/pol...

    • Socke9
    • 19. Januar 2013 22:42 Uhr

    Frankreich geht blind in das selbe Verderben wie damals in Vietnam, aber dieses mal bitte ohne gezwungene Deutsche.
    Wenn wir Pech haben, sehen sich die USA gezwungen den "guten" Ruf zu verteidigen und Nationenbildung zu betreiben.
    Ich bin erschüttert über Hollandes Entscheidung - Ehre gibt es dort nicht zu gewinnen. Afrikas Menschen entscheiden über ihr eigenes Schicksal!

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  5. Wider besseres Wissen stellen Sie haltlose Behauptungen auf.

    Mali stand infolge der Islamisten-Offensive am Rand des Zusammenbruchs und rief Frankreich um Hilfe. Frankreich reagierte rasch - und half.

    Der UN-Sicherheitsrat unterstützt dieses Vorgehen, die westafrikanischen Staaten ebenfalls (ECOWAS).

    Frankreich interveniert, weil es sich - zu Recht - für seine ehemaligen Kolonialgebiete verantwortlich fühlt.

    Warum weigern Sie sich das Offensichtliche zu sehen und bemühen abgedroschene Phrasen (Stichwort "Bodenschätze"), die hier schlicht abwegig sind?

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  6. Seit dem Fall der Sowjetunion hat sich der Terrorismus trotz "War on Terror" und internationaler Sanktionen kontinuierlich weiter ausbreiten können, warum ?

    Wie uns die Geschichte ja gelehrt hat war keine Organisation und kein Staat lange in der Lage sich gegen den Westen zu stellen, sie wurden einfach platt gemacht sei es finanziell oder militärisch.
    Warum also schaffen es dann also diese Terroristen ?

    Liegt es an dem Rückhalt der Islamischen Welt ?
    Die Antwort ist Nein,

    denn wo die Selbsternannten "Verteidiger des Glaubens auftauchen" zerstören sie die regionale Historische Islamische Kultur, um ihre pervertierte Auslegung des Islam mit Gewalt zu verbreiten.
    Zum Beispiel haben Islamisten aus dem Ausland in Timbuktu das berühmte Tor zur Moschee die aus dem 15. Jahrhundert stammt zerstört.

    Hinter diesen Terrorgruppen stehen Wahhabiten aus Saudi Arabien mit schier endlosen Geldmitteln.
    Saudi Arabien ist eine der übelsten Diktaturen der Welt in denen Dinge wie Hände abhacken und Steinigungen zu gängigsten Praxis gehören, doch kein Aufschrei der Westlichen Gemeinschaft ist zu hören, nicht mal ein leises ermahnen der Menschenrechte kann man von unseren Politikern verzeichnen.

    Mali allerdings ist Rohstoffreich und hat eine schwache Regierung, das wichtigste Exportland ist China.
    So geschieht es auch das Terroristen die man Aderorts zb. in Lybien und Syrien als Freiheitskämpfer hoviert, nun im nahmen der Menschenrechte Medienwirksam bekämpft werden.

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    Und und Neutral ihr Kommentar.
    Ich freue, mich das es genügend Menschen wie sie es sind, gibt.
    Danke für Ihr Kommentar.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Peer Steinbrück | Terrorismus | CDU | SPD | UN | Mali
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