Flüchtlinge aus Nord-Mali erreichen die Hauptstadt Bamako (Archivbild) © Joe Penney7Reuters

Angesichts der Kämpfe in Mali stellen sich die UN auf viele neue Flüchtlinge ein. Mehr als 700.000 Menschen könnten sich gezwungen sehen, vor Gefechten zwischen den von Frankreich unterstützen Regierungstruppen und islamischen Extremisten zu fliehen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit.

"Wir denken, dass es in naher Zukunft bis zu 300.000 zusätzliche Vertriebene innerhalb von Mali sowie mehr als 400.000 weitere Flüchtlinge in den Nachbarländern geben könnte", sagte eine UNHCR-Sprecherin. Seit dem Frühjahr 2012 seien vor Kämpfen im Norden des Landes bislang rund 230.000 Menschen zu anderen Orten innerhalb Malis und fast 150.000 in benachbarte Länder geflohen.

Mit massiver französischer Unterstützung setzen die malischen Truppen die islamistischen Kämpfer zunehmend unter Druck. Die Regierungsverbände eroberten nach eigenen Angaben die Stadt Kona im Zentrum des Landes zurück.

"Bevor wir einrücken konnten, haben wir 42 Stunden lang gekämpft", sagte Kommandeur Didier Dakouo. Die Kämpfe rund um Kona gingen jedoch weiter. Er hoffe aber auf schnelle Fortschritte. Die Truppen seien nun auf dem Weg in die von Dschihadisten gehaltene Stadt Douentza.

Deutschland plant, den französischen Einsatz in Mali logistisch zu unterstützen. Deutsche Transall-Flugzeuge sollen am Samstag in der Hauptstadt Bamako eintreffen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Zwei Transportmaschinen befänden sich bereits in der Nähe von Paris. Die Flugzeuge sollen Sanitätsmaterial der französischen Armee transportieren.