MilitäreinsatzFrankreich drängt Rebellen in Mali zurück

Die Intervention in Mali zeigt Wirkung: Islamisten haben Kona verlassen. Bei den Kämpfen starb ein französischer Pilot, die USA wollen nun mit Aufklärungsdrohnen helfen.

Islamistische Rebellen in Mali (Archivbild)

Islamistische Rebellen in Mali (Archivbild)

Französische Kampfjets haben bei ihrem Einsatz in Mali die islamistischen Rebellen zum Rückzug aus Kona gezwungen. Die am Donnerstag von den Aufständischen eroberte Stadt sei seit der Nacht wieder unter der Kontrolle von Malis Streitkräften, berichtete der Sender France Info.

Armeekreise zufolge wurden bei den Luftangriffen und Kämpfen mehr als 100 Menschen getötet, darunter Soldaten der malischen Regierungstruppen und Islamisten. Nach Angaben von Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian kam auch ein französischer Hubschrauberpilot ums Leben.

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Regierungstruppen bekämpften in Kona nun "letzte Widerstandsnester", verlautete aus Armeekreisen. Die Regierung in Bamako hatte bereits am Freitag Geländegewinne im Kampf um die strategisch wichtige Stadt im Landesinneren verkündet.

Frankreichs Präsident François Hollande hatte am Abend die Öffentlichkeit über den Kampfeinsatz französischer Truppen in Mali informiert. Mittlerweile sagte er eine Reise nach Marseille ab und berief den nationalen Verteidigungsrat ein. Derzeit werden französische Truppen nach Bamako verlegt.

Hilfe kommt womöglich aus den USA. Die Regierung in Washington erwägt, Frankreich bei dem Mali-Einsatz mit logistischer Hilfe und Geheimdienstinformationen zu helfen. Zu den Optionen zählt etwa der Einsatz von Aufklärungsdrohnen. Zuvor hatte das Weiße Haus offiziell erklärt, die USA teilten das französische Ziel, "Terroristen einen sicheren Rückzugsort in der Region zu verwehren".

Ministerpräsident Ayrault rechtfertigt Intervention als Anti-Terror-Einsatz

Frankreichs Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault sagte, der Militäreinsatz sei notwendig, um die terroristische Gefahr aufzuhalten. Sie bedrohe nicht nur Mali und Afrika, sondern auch Frankreich und Europa. Befürchtet wird, dass sich Mali nach dem Putsch in der Hauptstadt Bamako im März 2012 immer stärker zu einem Zentrum des internationalen Terrorismus entwickelt.

Frankreich hatte in den vergangenen Monaten einen Militäreinsatz in der früheren Kolonie auch unter dem Hinweis hinausgezögert, die Sicherheit der Landsleute sei in Gefahr. Nach Medienangaben befinden sich derzeit sieben französische Geiseln in der Gewalt der Aufständischen. Zuvor war die Rede von zwei entführten Franzosen gewesen.

Präsident Hollande kündigte an, die Militäraktion werde so lange dauern wie notwendig. Zuvor hatte der malische Interimspräsident Dioncounda Traoré in einem Brief an Hollande und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon um Hilfe gebeten.

Nachbarstaaten begrüßen französische Intervention

Die Situation spitzte sich zuletzt mit dem Vormarsch der Rebellen aus dem Norden auf die Stadt Mopti zu. Die Großstadt gilt als Tor zum Süden des westafrikanischen Landes, das doppelt so groß wie Frankreich ist.

Der Einsatz Frankreichs wurde auch von Malis Nachbarstaaten begrüßt. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas bereitet sich seit Längerem auf die Entsendung einer 3.500 Mann starken Truppe nach Mali vor. Allerdings gibt es in Mali Vorbehalte gegen den Einsatz von Soldaten aus den Anrainerstaaten.

Wann der Einsatz beginnen kann, dem der Sicherheitsrat Ende des Jahres zugestimmt hat, ist aber noch unklar. Angesichts des Vormarsches der islamistischen Rebellen hatte der UN-Sicherheitsrat in New York am Donnerstag die schnelle Entsendung einer afrikanisch geführten Militärmission gefordert.

Deutschland schließt einen Kampfeinsatz der Bundeswehr in dem westafrikanischen Krisenstaat derzeit aus. Außenminister Guido Westerwelle rief am Freitag dazu auf, die politischen Bemühungen für ein Ende der Krise nochmals zu verstärken. "Eine allein militärische Lösung wird es nicht geben", sagt er. Das Auswärtige Amt warnte unterdessen vor Reisen nach Mali und rief alle Deutschen, deren Aufenthalt in Mali nicht unbedingt erforderlich sei, zum Verlassen des Landes auf.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Bitte beachten Sie Ihren Ton. Danke, die Redaktion/mo.

    2 Leser-Empfehlungen
    • Plupps
    • 12.01.2013 um 14:10 Uhr

    wer nicht nur DPA liest - die Befreiungsaktion ist gescheitert - die Stadt werden die Rebellen freilich nicht halten können

    http://www.guardian.co.uk...

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    ...zwischen Mali und Somalia.

    MercifulSister

    Somalia enthält zwar das Wort Mali, ist aber trotzdem, immer noch, ein anderes Land. Im Vorteil ist, wer in Erdkunde aufgepasst hat.

    in ehemals Jugoslawien gesehen ??? Da stehen die Soldaten der NL
    und dürfen in der Ferne zusehen oder auch nicht, wie Menschen umgebracht werden.
    Noch mehr unfähig kann man nicht werden mit dieser ungesteuerten
    ungerechten Organisation, wo nur die Interessen einiger Leute verteidigt werden, das ist Chaos. Insolvenz für die UNO.

    ...zwischen Mali und Somalia.

    MercifulSister

    Somalia enthält zwar das Wort Mali, ist aber trotzdem, immer noch, ein anderes Land. Im Vorteil ist, wer in Erdkunde aufgepasst hat.

    in ehemals Jugoslawien gesehen ??? Da stehen die Soldaten der NL
    und dürfen in der Ferne zusehen oder auch nicht, wie Menschen umgebracht werden.
    Noch mehr unfähig kann man nicht werden mit dieser ungesteuerten
    ungerechten Organisation, wo nur die Interessen einiger Leute verteidigt werden, das ist Chaos. Insolvenz für die UNO.

  2. dass die Franzosen nur mit einem UNO-Mandat intervenieren?

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    dann würde irgend ein Blockierer was dagegen haben, und die Islamisten würden seelenruhig ganz Mali in ihre Gewalt bringen können. UNO-Mandate sind von vorgestern, was wir brauchen ist eine couragierte Kriegspolitik, die Gefahren erkennen und erfolgreich bekämpfen kann. Diese "teuren Gesangsvereine" in New York braucht heute keiner mehr, vor allem nicht die betroffenen Bevölkerungen.

    • Hokan
    • 12.01.2013 um 15:12 Uhr

    Frankreich fragt in der afrikanischen Region, die es seit kolonialen Zeiten für sein ureigenstes Einflußgebiet hält, die UN? Sozialist hin oder her - dafür ist Hollande, wie alle seine Vorgänger, zu sehr Franzose und aufgewachsen im Glauben an die Grande Nation.

    @v. Vollgas: Du hast ungewollt recht. Das Mandat ist von vorgestern, Donnerstag, den 10/01/2013. Steht jedenfalls im Text. Also nach Resolution 2085 war alles legitimiert, jedoch sollten andere Maßnahmen in Absprache mit dem Generalsekretär abgestimmt werden.

    Oder liest hier jemand etwas von Veto oder sonstigen Einwänden irgendeines hervorragenden Staates?

    Das Radio meldet, dass die Malier in Bamako ihre Fahrzeuge mit der französischen Flagge schmücken und SEHR ERFREUT sind.

    Ich weiß nicht, woher die Flaggen kommen, weil es keine Araber sind. ABER DIE FREUDE SAGT DOCH ALLES!

    Sie haben keinen Groll auf die Ex-Kolonialmacht, vielmehr erkennen sie die Hilfe, die gerade anläuft.

    ECOWAS will Anfang nächster Woche mit Hauptquartier und Truppen in Bamako sein. Dann fehlen nur noch 500km bis zur Front.

    Seit wann fragen die Franzosen die UN? Vorallem im alten kolonialistischen Hoheitsgebiet? Da wird nicht lange gefackelt. Genau wie an der Elfenbeinküste. Kurz ein paar Kampfhubschrauber hingeschickt und sichergestellt, dass der "richtige" Kandidat auch an die Macht kommt.

    Ist schon schräg. In einem Land sind diese Islamisten unsere willkomenen Handlanger. Im anderen Land bekämpfen wir sie.

    Armes Afrika. Ohne uns Weisse würde es euch besser gehen.

    So viel weiß ich noch von meiner Völkerrechts-Prüfung:

    Wenn die Regierung eines Staates um Hilfe gegen Aufständische bittet, benötigt man völkerrechtlich KEIN UN-Mandat.

    Interventionen dieser Art sind von der UN-Charta gemäß Artikel 51 im Rahmen kollektiver Gegenmaßnahmen RECHTMÄSSIG.

    dann würde irgend ein Blockierer was dagegen haben, und die Islamisten würden seelenruhig ganz Mali in ihre Gewalt bringen können. UNO-Mandate sind von vorgestern, was wir brauchen ist eine couragierte Kriegspolitik, die Gefahren erkennen und erfolgreich bekämpfen kann. Diese "teuren Gesangsvereine" in New York braucht heute keiner mehr, vor allem nicht die betroffenen Bevölkerungen.

    • Hokan
    • 12.01.2013 um 15:12 Uhr

    Frankreich fragt in der afrikanischen Region, die es seit kolonialen Zeiten für sein ureigenstes Einflußgebiet hält, die UN? Sozialist hin oder her - dafür ist Hollande, wie alle seine Vorgänger, zu sehr Franzose und aufgewachsen im Glauben an die Grande Nation.

    @v. Vollgas: Du hast ungewollt recht. Das Mandat ist von vorgestern, Donnerstag, den 10/01/2013. Steht jedenfalls im Text. Also nach Resolution 2085 war alles legitimiert, jedoch sollten andere Maßnahmen in Absprache mit dem Generalsekretär abgestimmt werden.

    Oder liest hier jemand etwas von Veto oder sonstigen Einwänden irgendeines hervorragenden Staates?

    Das Radio meldet, dass die Malier in Bamako ihre Fahrzeuge mit der französischen Flagge schmücken und SEHR ERFREUT sind.

    Ich weiß nicht, woher die Flaggen kommen, weil es keine Araber sind. ABER DIE FREUDE SAGT DOCH ALLES!

    Sie haben keinen Groll auf die Ex-Kolonialmacht, vielmehr erkennen sie die Hilfe, die gerade anläuft.

    ECOWAS will Anfang nächster Woche mit Hauptquartier und Truppen in Bamako sein. Dann fehlen nur noch 500km bis zur Front.

    Seit wann fragen die Franzosen die UN? Vorallem im alten kolonialistischen Hoheitsgebiet? Da wird nicht lange gefackelt. Genau wie an der Elfenbeinküste. Kurz ein paar Kampfhubschrauber hingeschickt und sichergestellt, dass der "richtige" Kandidat auch an die Macht kommt.

    Ist schon schräg. In einem Land sind diese Islamisten unsere willkomenen Handlanger. Im anderen Land bekämpfen wir sie.

    Armes Afrika. Ohne uns Weisse würde es euch besser gehen.

    So viel weiß ich noch von meiner Völkerrechts-Prüfung:

    Wenn die Regierung eines Staates um Hilfe gegen Aufständische bittet, benötigt man völkerrechtlich KEIN UN-Mandat.

    Interventionen dieser Art sind von der UN-Charta gemäß Artikel 51 im Rahmen kollektiver Gegenmaßnahmen RECHTMÄSSIG.

  3. Hier wurde ja schon die islamistische Gefahr beschworen, die aus Libyen nun über Afrika hereinbrechen würde. Denkste. Mit ein paar Mirages am Start hat sich das Thema in wenigen Stunden erledigt. Islamisten sind zwar wunderbar im kaputt machen, aber wenn es an die Organisation eines funktionierenden Gemeinwesens geht, sind sie am Ende ihrer Wissenschaft. Also alles halb so schlimm, Libyen ist und bleibt eine Erfolgsstory für Freiheit und Demokratie.
    Nur schade, dass in Syrien nicht ähnlich vorgegangen werden kann. Auch dort ist mitlerweile der Zeitpunkt gekommen, an dem die Russen den aufbauenden Kräften der NATO den Weg frei machen müssten.

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    @4Sie messen auch mir zweierlei Maß In Syrien sind es freiheitskämpfer in Mali Terroristen.Dabei handelt es sich nach meiner meinung nach um die selben radikalen Fanatiker.

    • sibeur
    • 12.01.2013 um 15:01 Uhr

    Verstehe ich nicht. In Syrien wollen sie FÜR die Rebellen kämpfen in Mali gegen? Wieso treffen die in identischen Fällen unterschiedliche Entscheidungen?

    Ich kann die Aktion der Franzosen in Mali verstehen. Aber mit dem gleichen Maßstab sollte Frankreich eher auf der Seite von Assad sein.

    Frage an das NATO Hauptquartier: wie viele Syrer sind sie bereit für die Demokratie zu Opfern? Antwort: viele!

    Frage an Weltbank und IWF: sind sie bereit der zerstörten syrischen Wirtschaft durch Kredite beizustehen? Ja, zu einem auf die Situation angepassten Zinssatz, natürlich.

    Frage an die multinationalen Unternehmen: Sind sie bereit in Syrien zu investieren und den dortigen Markt zu übernehmen? Selbstverständlich, dies liegt in unserer Verantwortung.

    Darauf der Reporter: Das ist wunderbar, ihre humanitäre Einstellung ist fabelhaft.

    Abschlussfrage: Was wurde eigentlich aus den 200 Milliarden Guthaben Libyens bei westlichen Banken? Darauf hin betretenes Schweigen.

    @4Sie messen auch mir zweierlei Maß In Syrien sind es freiheitskämpfer in Mali Terroristen.Dabei handelt es sich nach meiner meinung nach um die selben radikalen Fanatiker.

    • sibeur
    • 12.01.2013 um 15:01 Uhr

    Verstehe ich nicht. In Syrien wollen sie FÜR die Rebellen kämpfen in Mali gegen? Wieso treffen die in identischen Fällen unterschiedliche Entscheidungen?

    Ich kann die Aktion der Franzosen in Mali verstehen. Aber mit dem gleichen Maßstab sollte Frankreich eher auf der Seite von Assad sein.

    Frage an das NATO Hauptquartier: wie viele Syrer sind sie bereit für die Demokratie zu Opfern? Antwort: viele!

    Frage an Weltbank und IWF: sind sie bereit der zerstörten syrischen Wirtschaft durch Kredite beizustehen? Ja, zu einem auf die Situation angepassten Zinssatz, natürlich.

    Frage an die multinationalen Unternehmen: Sind sie bereit in Syrien zu investieren und den dortigen Markt zu übernehmen? Selbstverständlich, dies liegt in unserer Verantwortung.

    Darauf der Reporter: Das ist wunderbar, ihre humanitäre Einstellung ist fabelhaft.

    Abschlussfrage: Was wurde eigentlich aus den 200 Milliarden Guthaben Libyens bei westlichen Banken? Darauf hin betretenes Schweigen.

  4. ...zwischen Mali und Somalia.

    MercifulSister

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  5. Somalia enthält zwar das Wort Mali, ist aber trotzdem, immer noch, ein anderes Land. Im Vorteil ist, wer in Erdkunde aufgepasst hat.

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    als Frankreich anlässlich der Mali-Operation versucht, die Geiseln, die sich in der Region vermutet werden, zu befreien. Reuters hierzu:

    ""There are consequences, not only for French hostages, but also for all French citizens wherever they find themselves in the Muslim world," Sanda Ould Boumama told Reuters. ...

    Ansar Dine, whose stronghold is the historic city of Timbuktu, is a close ally of al Qaeda's North African wing AQIM, which is also fighting Malian forces backed by French air power.

    AQIM and its allies are holding eight French nationals in the sparsely populated Sahel region following a series of kidnappings.

    "The hostages are facing death ... Francois Hollande seems to wish the death of the hostages. He has chosen the war solution so that the hostages will be killed rather than negotiate," Boumama said.

    A spokesman for AQIM earlier urged France, in a video posted on the Internet, to reconsider its intervention. "Stop your assault against us or you are digging your own sons' graves," said Abdallah Al-Chinguetti."

    http://www.reuters.com/ar...

    als Frankreich anlässlich der Mali-Operation versucht, die Geiseln, die sich in der Region vermutet werden, zu befreien. Reuters hierzu:

    ""There are consequences, not only for French hostages, but also for all French citizens wherever they find themselves in the Muslim world," Sanda Ould Boumama told Reuters. ...

    Ansar Dine, whose stronghold is the historic city of Timbuktu, is a close ally of al Qaeda's North African wing AQIM, which is also fighting Malian forces backed by French air power.

    AQIM and its allies are holding eight French nationals in the sparsely populated Sahel region following a series of kidnappings.

    "The hostages are facing death ... Francois Hollande seems to wish the death of the hostages. He has chosen the war solution so that the hostages will be killed rather than negotiate," Boumama said.

    A spokesman for AQIM earlier urged France, in a video posted on the Internet, to reconsider its intervention. "Stop your assault against us or you are digging your own sons' graves," said Abdallah Al-Chinguetti."

    http://www.reuters.com/ar...

  6. @4Sie messen auch mir zweierlei Maß In Syrien sind es freiheitskämpfer in Mali Terroristen.Dabei handelt es sich nach meiner meinung nach um die selben radikalen Fanatiker.

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    Antwort auf "Strohfeuer"
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    In beiden Ländern gehen Islamisten brachial gegen Minderheiten und ihnen unliebsame Traditionen vor; wobei ihnen so gut wie alle Traditionen und Minderheiten unliebsam sind. Das ist sicherlich eine Gemeinsamkeit.

    Allerdings gibt es bei den "Traditionen" einen Unterschied.

    Das Kulturerbe von Timbuktu ist etwas anderes, als die "pan-arabische" und pro-terroristische Hausmarke derer von Assad.

    Auch wenn man von der Verbindung mit Teheran einmal absehen würde, so bliebe immer noch übrig, dass Syrien unter den Assads eine Spoiler-Politik betreibt, die das übliche Mass von tyrannischer Extravaganz deutlich überschreitet.

    Man könnte mit der Rolle Syriens für den Auftakt des Sechs-Tage-Krieges von 1967 beginnen und würde so schnell kein Ende finden. In Nord- bzw. Westafrika hat allein das Regime Gaddafis an dieses syrische Maß herangereicht.

    Dennoch dürfte de facto nicht zu vermeiden sein, dass die Ausschreitungen aus der Salafistischen Ecke insgesamt sich zulasten der Sympathien mit dem syrischen Aufstand auswirken, was ich einmal mit dem sicherlich altmodischen Begriff von "Tragik" kennzeichnen möchte.

    es ist zwar immer reizvoll, alles über einen Kamm zu scheren, weil man sich dann weniger den Kopf zerbrechen muss, als bei Differenzierungen, aber:
    1. Es kann sich in Syrien und Mali nicht um "die selben" "radikalen Fanatiker", eigentlich noch nicht einmal um die gleichen handeln. Logische Sprache selbst hilft da schon dem Kopf für Differenzierungen auf die Sprünge.
    2. Es gibt zwar auch in Syrien islamistische Terroristen, aber die stellen nur einen Teil der Opposition, sitzen nicht unbedingt mit der oppositionellen Mehrheit in einem Boot. Und selbst die islamistischen syrischen Terroristen dürften insgesamt aus verschiedenen Gruppen bestehen, von denen kaum mehr als eine mit denen Malis "verwandt" sein dürfte.

    In beiden Ländern gehen Islamisten brachial gegen Minderheiten und ihnen unliebsame Traditionen vor; wobei ihnen so gut wie alle Traditionen und Minderheiten unliebsam sind. Das ist sicherlich eine Gemeinsamkeit.

    Allerdings gibt es bei den "Traditionen" einen Unterschied.

    Das Kulturerbe von Timbuktu ist etwas anderes, als die "pan-arabische" und pro-terroristische Hausmarke derer von Assad.

    Auch wenn man von der Verbindung mit Teheran einmal absehen würde, so bliebe immer noch übrig, dass Syrien unter den Assads eine Spoiler-Politik betreibt, die das übliche Mass von tyrannischer Extravaganz deutlich überschreitet.

    Man könnte mit der Rolle Syriens für den Auftakt des Sechs-Tage-Krieges von 1967 beginnen und würde so schnell kein Ende finden. In Nord- bzw. Westafrika hat allein das Regime Gaddafis an dieses syrische Maß herangereicht.

    Dennoch dürfte de facto nicht zu vermeiden sein, dass die Ausschreitungen aus der Salafistischen Ecke insgesamt sich zulasten der Sympathien mit dem syrischen Aufstand auswirken, was ich einmal mit dem sicherlich altmodischen Begriff von "Tragik" kennzeichnen möchte.

    es ist zwar immer reizvoll, alles über einen Kamm zu scheren, weil man sich dann weniger den Kopf zerbrechen muss, als bei Differenzierungen, aber:
    1. Es kann sich in Syrien und Mali nicht um "die selben" "radikalen Fanatiker", eigentlich noch nicht einmal um die gleichen handeln. Logische Sprache selbst hilft da schon dem Kopf für Differenzierungen auf die Sprünge.
    2. Es gibt zwar auch in Syrien islamistische Terroristen, aber die stellen nur einen Teil der Opposition, sitzen nicht unbedingt mit der oppositionellen Mehrheit in einem Boot. Und selbst die islamistischen syrischen Terroristen dürften insgesamt aus verschiedenen Gruppen bestehen, von denen kaum mehr als eine mit denen Malis "verwandt" sein dürfte.

  7. dann würde irgend ein Blockierer was dagegen haben, und die Islamisten würden seelenruhig ganz Mali in ihre Gewalt bringen können. UNO-Mandate sind von vorgestern, was wir brauchen ist eine couragierte Kriegspolitik, die Gefahren erkennen und erfolgreich bekämpfen kann. Diese "teuren Gesangsvereine" in New York braucht heute keiner mehr, vor allem nicht die betroffenen Bevölkerungen.

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    • Atan
    • 12.01.2013 um 14:56 Uhr

    Malis erst die Folge des Libyenfeldzuges war. Das ist das Traurige an den ganzen "Sandkisten-Generälen", die auch hier in der "Zeit" so eifrig "Bomben auf Gaddafi" forderten, dass sie niemals zu den Folgen der von ihnen befürworteten Kriegen Stellung nehmen, sondern lieber die nächsten Angriffsziele aussuchen.

    Im Falle Malis ist allerdings frz. Militärhilfe die logische und sinnvolle Folge es eigensinnigen Krieges gegen Gaddafi. Maili ist unendlich viel ärmer und fast dreimal bevölkerungsreicher als der nördliche Nachbar. Es ist unmöglich, die Ärmsten zahlen zu lassen, wenn die reichen Europäer einen Erzfeind ausmerzen wollen.

    Es existieren bereits UN Resolutionen, die die Intervention rechtfertigen (abgesehen davon, dass Frankreich auf ein Hilfegesuch seitens des Landes reagiert, also nicht unilateral eingreift).

    Das UN Mandat ist die Basis der Zusammenstellung der afrikanischen Eingreiftruppe. Die hat aber offensichtlich zu lange gebraucht und ist schlecht ausgerüstet und trainiert.

    Dennoch soll sie nun kommende Woche auch in Mal eingreifen.

    Die UN hat viele Fehler, dass ihre Mitglieder aber absolut lernresistent zu sein, halte ich für übertrieben. Die Peinlichkeit von Ruanda und Bosnien wo westliche UN Truppen aufgrund unklarer Mandate nicht eingriffen, sind voll vorbei.

    Allein aus Selbstschutz würden wohl (hoffentlich) die Länder gar nicht erst bei einer Mission mitmachen, wenn sie nicht wüssten, dass sie ihre Truppen effektiv einsetzen können.

    Ich hoffe nur Herr Westerwelle enthält Deutschland nicht mal wieder einer Stimme.

    Das ist kein Frontenkrieg. Die sogenannten Islamisten kommen aus der Bevölkerung, sind Teil der Bevölkerung. So wie die Taliban in Afghanistan. Diese Leute sind in 100 Jahren noch da. Ein Eingreifen benötigt einen Plan für mindesten 10-20 Jahre, mit vielen Milliarden Dollar an Budget. Am Sonsten warten die Islamisten einfach nur ein paar Monate, bis die Ausländer weg sind. Hinzu kommt, dass das Eingreifen der "Ausländischen Imperialisten" für einen Zulauf an Freiwilligen zu den Islamisten führt.

    • Atan
    • 12.01.2013 um 14:56 Uhr

    Malis erst die Folge des Libyenfeldzuges war. Das ist das Traurige an den ganzen "Sandkisten-Generälen", die auch hier in der "Zeit" so eifrig "Bomben auf Gaddafi" forderten, dass sie niemals zu den Folgen der von ihnen befürworteten Kriegen Stellung nehmen, sondern lieber die nächsten Angriffsziele aussuchen.

    Im Falle Malis ist allerdings frz. Militärhilfe die logische und sinnvolle Folge es eigensinnigen Krieges gegen Gaddafi. Maili ist unendlich viel ärmer und fast dreimal bevölkerungsreicher als der nördliche Nachbar. Es ist unmöglich, die Ärmsten zahlen zu lassen, wenn die reichen Europäer einen Erzfeind ausmerzen wollen.

    Es existieren bereits UN Resolutionen, die die Intervention rechtfertigen (abgesehen davon, dass Frankreich auf ein Hilfegesuch seitens des Landes reagiert, also nicht unilateral eingreift).

    Das UN Mandat ist die Basis der Zusammenstellung der afrikanischen Eingreiftruppe. Die hat aber offensichtlich zu lange gebraucht und ist schlecht ausgerüstet und trainiert.

    Dennoch soll sie nun kommende Woche auch in Mal eingreifen.

    Die UN hat viele Fehler, dass ihre Mitglieder aber absolut lernresistent zu sein, halte ich für übertrieben. Die Peinlichkeit von Ruanda und Bosnien wo westliche UN Truppen aufgrund unklarer Mandate nicht eingriffen, sind voll vorbei.

    Allein aus Selbstschutz würden wohl (hoffentlich) die Länder gar nicht erst bei einer Mission mitmachen, wenn sie nicht wüssten, dass sie ihre Truppen effektiv einsetzen können.

    Ich hoffe nur Herr Westerwelle enthält Deutschland nicht mal wieder einer Stimme.

    Das ist kein Frontenkrieg. Die sogenannten Islamisten kommen aus der Bevölkerung, sind Teil der Bevölkerung. So wie die Taliban in Afghanistan. Diese Leute sind in 100 Jahren noch da. Ein Eingreifen benötigt einen Plan für mindesten 10-20 Jahre, mit vielen Milliarden Dollar an Budget. Am Sonsten warten die Islamisten einfach nur ein paar Monate, bis die Ausländer weg sind. Hinzu kommt, dass das Eingreifen der "Ausländischen Imperialisten" für einen Zulauf an Freiwilligen zu den Islamisten führt.

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