Militäreinsatz in MaliMalische und französische Truppen rücken weiter vor

Frankreich meldet, dass in der nordmalischen Stadt Gao der Flughafen und eine strategisch wichtige Brücke erobert seien. Auch an anderen Orten gehe der Vormarsch voran.

Französische Soldaten an einem Kontrollpunkt in Malis Hauptstadt Bamako

Französische Soldaten an einem Kontrollpunkt in Malis Hauptstadt Bamako  |  ©REUTERS/Malin Palm

Malische und französische Truppen haben die strategisch wichtige Stadt Gao im von Islamisten beherrschten Norden des Landes erreicht. Der Flughafen der Stadt sowie die einzige Brücke dort über den Niger seien unter Kontrolle, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit. Die Kämpfe dort dauerten an.

Bei dem Einsatz seien zahlreiche Fahrzeuge und Stützpunkte der islamischen Extremisten zerstört worden. Gao war seit vergangenem Juni von islamischen Extremisten besetzt. Die Stadt liegt etwa 1.200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako.

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Auch in anderen Landesteilen rückten die Truppen aus Mali und Frankreich weiter vor. Ein französischer Militärsprecher sagte, Verbände seien in Léré südwestlich der historischen Stadt Timbuktu angekommen. Der Vormarsch auf Gao erfolgte offenbar von Sévaré 570 Kilometer südlich der Stadt und von der kürzlich zurückeroberten Stadt Douentza aus.

USA erwägen größere Unterstützung

Die USA erwägen nach einem Bericht der New York Times, Frankreich bei seinem Mali-Einsatz stärker zu unterstützen. Überlegt wird, Tankflugzeuge bereitzustellen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Frankreich hatte bereits Deutschland um Tankflugzeuge gebeten, die bei Einsätzen der Luftwaffe in dem riesigen Flächenstaat Mali gebraucht werden.

Karte Mali

© ZEIT-Grafik

Bisher helfen die USA beim Transport französischer Soldaten und militärischer Ausrüstung in das afrikanische Land. Außerdem liefern die USA Geheimdiensterkenntnisse wie etwa Satellitenbilder. US-Truppen sollen aber nicht geschickt werden.

In einem Telefonat gab US-Präsident Barack Obama seinem französischen Kollegen François Hollande Rückendeckung. Die beiden Staatschefs hätten die Notwendigkeit betont, rasch eine von afrikanischen Truppen geführte Mission in Mali einzusetzen, teilte das Weiße Haus mit.

In Mali sind inzwischen 2.500 französische Soldaten im Kampf gegen Islamisten im Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit. Frankreich hatte vor zwei Wochen einen Militäreinsatz in seiner früheren Kolonie begonnen, um den Vormarsch von Islamisten zu stoppen.

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Leserkommentare
  1. Im Norden Malis wurden grosse Ölfelder entdeckt.

    Gold - Mangan - Kupfer, etc. für High-Tech sind auch vorhanden.

    Ein Stellvertreterkrieg für die USA? Juniorpartner Frankreich?

    Gut, dass die Quaida vor Ort ist - da kann der internationale Krieg gg. den Terror als Anlass von Plünderungen herhalten.

    Wann wacht die deutsche Presse endlich auf und berichtet entsprechend?

    Eine Leserempfehlung
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    Nationalmuseum als Kulturerbe gepflegt werden.

    Wie soll die Entdeckung von Rohstoffen denn die Realität von terroristischen Bedrohungen ins Zwielicht rücken können ?

    Eine zwar absurde, aber doch weit verbreitete Haltung, weswegen dies als Frage m.E. auch einmal explizit ausformuliert werden muss.

    Der Spiegel schreibt dazu:

    "Daneben verfolgt Paris aber auch wirtschaftliche Interessen. So liegen rund um Nordmali viele der von Frankreich ausgebeuteten Uranminen, die das Land dringend für seine Atomkraftwerke braucht. Der staatliche französische Atomkonzern Areva fördert Uran in Malis Nachbarland Niger, das inzwischen der größte Uranproduzent des Kontinents ist. Auch in Mali selbst wurde Uran gefunden. Die atomare Unabhängigkeit ist in Frankreich mehr oder minder eine Frage der Staatsräson und ganz oben auf der Agenda jeder Regierung."

    Ihrer kruden These nach sind die islamischen Terrorclubs also von Frankreich gecastet und der Angriff auf den Staat Mali und die Massaker an seiner Bevölkerung eine Art "Inside Job", damit die Franzosen, auf Wunsch der malischen Regierung, die "neu entdeckten" Resourcen sichern können und die Weltbevölkerung diesen Hilfseinsatz aus humanitären Gesichtspunkten legitmiert?

    Haben Sie irgendwelche Belege oder Quellen für diese hanebüchene Theorie?

    diese Ansicht teile ich mit Ihnen unbedingt, Herr Holm!

    Also: Neo-Kolonialisten Frankreich und USA - Finger weg von Malis Rohstoffen!

    Afrika müsste nicht arm sein, hätte es Staatschefs wie Chavez in Venezuela, der sein Land bisher erfolgreich gg. neokolonialistische Ausplünderung seitens der USA verteidigen konnte.

    Ausserdem gibt es genügend Surrogate für Erdöl - es geht nur um Monopolstellungen des industriell-militärischen Komplexes, die aufrechterhalten werden sollen.

    Hier ein kleiner Einblick in die Fiebertheorien:

    La Quaida und US-Sicherheitsberater Brzezinski in trauter Eintracht:
    http://www.flickr.com/pho...

    ROHSOFF MALI: U R A N !! für Frankreich.

    Hiermit gehe ich auf Ihre Fragen bzgl. möglicher Informationsquellen ein; ansonsten fragen Sie doch ganz einfach Herrn Brzezinski.

    http://internetz-zeitung....

    Möge der "internationale Terror" aufhören - dann ist auch der "US-Neokolonialismus" zu Ende.

    http://internetz-zeitung....

    Ich werde ihnen jetzt nicht mitteilen, wie Sie den Author finden. Dieses Internetwissen haben sich inzwischen viele User angeeignet, die die Mainstream-Presse mit den Alternativmedien vergleichen.

    Das "Vorgehen" der Bush-Administration gegen die "irakischen Atomwaffen" finde ich nicht minder kritikwürdig wie die Handlungen der von Ihnen genannten "Islamisten".

    Vielleicht kommt die "Hetze" ja aus ein und derselben Quelle. Und wenn ja, wie heisst diese?

    Ihre berechtigte Kritik an der Ausbeutung des Planeten sollte Ihre Augen nicht vor der Gefahr durch den Islamismus verschließen.

    Dessen Bekämpfung mit Neo-Kolonialismus zu beschreiben halte ich für weit verfehlt.

    Ich persönlich halte es für keine Option, von den Islamisten überrollt zu werden weil das alleinige Augenmerk auf den Angriffen der Neoliberalen liegt. Zumal die hier vorliegenden Interessen sich häufig überschneiden.

    Wer nur einen Feind bekämpft und den anderen gewähren läßt hat lediglich einen anderen Sieger begünstigt. - Altes Soldatensprichwort.

    Sie sollten Ihre Stimme jedoch wieder erheben, vergißt man am Ende, daß dieser Einsatz vor allem den Menschen in Mali zugutekommen sollte.

    Ansonsten sollten wir den französischen und malischen Soldaten einfach einmal dankbar sein. Und etwas mehr Unterstützung wäre auch nicht verkehrt.

    Na und? Irgendwie muss die Welt doch funktionieren. Wenn Sie die Bodenschätze Mali, oder schlimmer noch Ansar Dine, überlassen, schlummern sie noch in tausenden von Jahren im Boden. Die Folge wären Armut und Wirtschaftsstagnation. Es wäre gegen die Menschenrechte, dies sehenden Auges zuzulassen.

  2. Nationalmuseum als Kulturerbe gepflegt werden.

    Wie soll die Entdeckung von Rohstoffen denn die Realität von terroristischen Bedrohungen ins Zwielicht rücken können ?

    Eine zwar absurde, aber doch weit verbreitete Haltung, weswegen dies als Frage m.E. auch einmal explizit ausformuliert werden muss.

    4 Leserempfehlungen
  3. Der Spiegel schreibt dazu:

    "Daneben verfolgt Paris aber auch wirtschaftliche Interessen. So liegen rund um Nordmali viele der von Frankreich ausgebeuteten Uranminen, die das Land dringend für seine Atomkraftwerke braucht. Der staatliche französische Atomkonzern Areva fördert Uran in Malis Nachbarland Niger, das inzwischen der größte Uranproduzent des Kontinents ist. Auch in Mali selbst wurde Uran gefunden. Die atomare Unabhängigkeit ist in Frankreich mehr oder minder eine Frage der Staatsräson und ganz oben auf der Agenda jeder Regierung."

    4 Leserempfehlungen
  4. Ihrer kruden These nach sind die islamischen Terrorclubs also von Frankreich gecastet und der Angriff auf den Staat Mali und die Massaker an seiner Bevölkerung eine Art "Inside Job", damit die Franzosen, auf Wunsch der malischen Regierung, die "neu entdeckten" Resourcen sichern können und die Weltbevölkerung diesen Hilfseinsatz aus humanitären Gesichtspunkten legitmiert?

    Haben Sie irgendwelche Belege oder Quellen für diese hanebüchene Theorie?

    2 Leserempfehlungen
  5. diese Ansicht teile ich mit Ihnen unbedingt, Herr Holm!

    Also: Neo-Kolonialisten Frankreich und USA - Finger weg von Malis Rohstoffen!

    Afrika müsste nicht arm sein, hätte es Staatschefs wie Chavez in Venezuela, der sein Land bisher erfolgreich gg. neokolonialistische Ausplünderung seitens der USA verteidigen konnte.

    Ausserdem gibt es genügend Surrogate für Erdöl - es geht nur um Monopolstellungen des industriell-militärischen Komplexes, die aufrechterhalten werden sollen.

    Eine Leserempfehlung
  6. Hier ein kleiner Einblick in die Fiebertheorien:

    La Quaida und US-Sicherheitsberater Brzezinski in trauter Eintracht:
    http://www.flickr.com/pho...

    ROHSOFF MALI: U R A N !! für Frankreich.

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    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich zum konkreten Artikelthema. Danke. Die Redaktion/kvk

  7. 7. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich zum konkreten Artikelthema. Danke. Die Redaktion/kvk

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Fieber - DerSchneider?"
  8. Hiermit gehe ich auf Ihre Fragen bzgl. möglicher Informationsquellen ein; ansonsten fragen Sie doch ganz einfach Herrn Brzezinski.

    http://internetz-zeitung....

    Möge der "internationale Terror" aufhören - dann ist auch der "US-Neokolonialismus" zu Ende.

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    Diesem Artikel fehlen jedwende Quellen und Belege. Jeder Mensch kann solche "Artikel" verfassen und in das Internet stellen. Leider finden sich immer wieder gutgläubige Menschen, die blind alles glauben. Aber gut, selbst wenn diese/Ihre These war wäre: macht sie den islamischen Terrorismus in irgendeiner Weise humaner/friedlicher oder gar minder bekämpfenswert?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, rav
  • Schlagworte Barack Obama | Gao | Verteidigungsministerium | Brücke | Fahrzeug | Flughafen
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