Bürgerkrieg in SyrienNato beginnt Patriot-Stationierung in der Türkei

Die ersten Nato-Soldaten sind in der Türkei, das erste Material ist geliefert. Jetzt folgt die Verlegung der Bundeswehreinheiten zum Schutz vor syrischen Geschossen.

Deutsche Bundeswehr-Soldaten betrachten ein Patriot-Raketenabwehrsystem.

Deutsche Bundeswehr-Soldaten betrachten ein Patriot-Raketenabwehrsystem.  |  © Sean Gallup/Getty Images

Die Nato hat mit der Stationierung von Patriot-Raketensystemen in der Türkei begonnen. Das teilte das Nato-Regionalkommando Europa (Eucom) mit. In der kommenden Woche will auch die Bundeswehr die ersten Soldaten verlegen, um die Türkei vor syrischen Geschossen zu schützen.

Material und US-Militärpersonal seien bereits auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik eingetroffen, teilte das Regionalkommando mit. Bis zu 400 US-Mitarbeiter sollen in wenigen Tagen folgen. Insgesamt werden sechs Patriot-Systeme, je zwei aus den USA, Deutschland und den Niederlanden verlegt.

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Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums sollen dem Vorkommando der Bundeswehr rund zwei Dutzend Soldaten angehören. Sie sollen sich am Dienstag vom niederländischen Eindhoven aus auf den Weg machen. Das deutsche Hauptkontingent, dem bis zu 350 Soldaten angehören, werde in der Woche vom 14. Januar an verlegt.

Stationierung erfolgt auf Bitten der Türkei

Mit der Stationierung der Patriot-Luftabwehrsysteme kommen Deutschland und seine Nato-Partner einer Bitte der Türkei nach. Das Land verspricht sich von den Systemen Schutz vor den Unruhen im südlichen Nachbarland Syrien. Wiederholt waren Granaten aus dem Bürgerkriegsland auf türkischem Boden eingeschlagen.

Die deutschen Systeme sollen in Kahramanmaras im Süden der Türkei stationiert werden, die niederländischen Einheiten weiter westlich in Adana.

Die Stationierung der Raketensystems wurde vor allem von Russland kritisiert – einem engen Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Mehrfach warnte die Regierung von Präsident Wladimir Putin vor einem militärischen Einsatz, der eine weitere Eskalation des Konflikts in der Region zur Folge haben könnte. Man solle sich vielmehr um eine politische Lösung bemühen.

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Leserkommentare
  1. dasselbe was sie in Afghanistan,Somalia oder Kosovo macht,im gegensatz zu den Ländern ist Türkei nebenbei seit 1952 Nato Gründungsmitglied die zum ersten mal um Hilfe gebeten hat.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sehr gut! "
  2. wird dieser nicht wirklich zu begründende Einsatz von Patriot Raketen der BW an der syrischen Grenze der Bevölkerung verkauft?Warum gibt es so wenig Widerstand in der Bevölkerung gegen diese wie ich meine,hanebüchene Begründung für die Notwendigkeit dieses Einsatzes der Nato,die mitnichten Gefahr läuft angegriffen zu werden.Im Gegenteil, es erscheint immer mehr ,daß die Nato unter Ober-Befehl der USA hier der grosse Agressor ist und nur noch auf die-smoking gun-wartet um u.a.gegen den Iran loszuschlagen ?

    7 Leserempfehlungen
  3. Im Moment besteht keine reale Bedrohung, die den Einsatz rechtfertigt.

    Wenn der verbündete NATO-Staat Türkei den Einsatz anforderte, konnte man ihm das eben schlecht abschlagen. Verbündete müssen auch durch symbolische Gesten bei der Stange gehalten werden.

    2 Leserempfehlungen
  4. eskalierend in der Region - gerade das, was die Welt noch braucht :-(.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • NDM
    • 05. Januar 2013 7:33 Uhr

    Ich sehe keine Eskalation. Vielmehr eine Deeskalation. Oder hat sich die Syrische Armee seit dem Hilfegesuch nochmals an türkischem Territorium vergangen? Nein? Richtig. Aus Gründen.

  5. die Patriots sind der Grundstein für eine geplante Flugverbotszone und bereiten nur die Intervention türkischer Truppen (NATO...) vor. Bei diesem Einsatz stehen deutsche Truppen auch 100 km vor der zukünftigen "Front".....Happy New Year!!

    2 Leserempfehlungen
  6. 14. Nun ja,

    "Jetzt folgt die Verlegung der Bundeswehreinheiten zum Schutz vor syrischen Geschossen"

    wenn denn diese Bundeswehreinheiten durch eine Verlegung in die Türkei wirklich vor syrischn "Geschossen" "geschützt" sein sollten. :-)

    MfG
    biggerB

    Eine Leserempfehlung
    • zappp
    • 05. Januar 2013 4:54 Uhr

    Da werden Nato-Soldaten im Zielgebiet syrischer Raketen in Stellung gebracht um zu unterstreichen, dass ein Angriff nicht bloss ein uninteressantes türkisches Grenzgebiet beträfe, sondern die Nato als Ganzes, dann mit allen militärischen Optionen für die Nato: Einmarschieren, Flugverbotszone, Drohnenkrieg.

    Abgesehen davon sind ballistische Raketen unter der zweifelhaften Kontrolle der "regulären" Streitkräfte eines Landes im Bürgerkrieg Anlass zur Sorge. Die können in die Hände aller möglicher Radikaler und Provokateure fallen. Zivile Opfer unter der eigenen Bevölkerung nehmen die inkauf, auch um deren Solidarität gegen das westliche Ausland zu mobilisieren.

  7. Gehts nicht ein bisschen genauer?

    Wäre interessant zu wissen, wie dieser Haufen zusammengesetzt ist. Wie man erfährt, laufen unter dieser Bezeichnung ja nicht nur Handwerker und Putzfrauen:

    "Geheime US-Geheimdiensttruppe
    CIA-Mitarbeiter werden durch eine supergeheime bewaffnete Einheit im Ausland bei riskanten Missionen geschützt

    ....dass US-Präsident Obama....verstärkt auf verdeckte Aktionen und Missionen von Spezialeinheiten und Geheimdiensten setzt (US-Spezialeinheiten in mehr als hundert Ländern tätig), die in Zusammenarbeit mit Diplomaten und teils getarnt als Geschäftsleute sowie mit Unterstützung lokaler Kräfte oder auch durch bewaffnete Drohnen außerhalb der Öffentlichkeit Außenpolitik im Interesse der USA betreiben...."

    http://www.heise.de/tp/ar...

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, sk
  • Schlagworte Bürgerkrieg | Nato | Syrien | Türkei | Wladimir Putin | Verteidigungsministerium
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