Die nordkoreanische Führung hat Südkorea mit "physischen Gegenmaßnahmen" gedroht, sollte sich die Regierung in Seoul den vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea anschließen. Die Strafmaßnahmen seien eine "Kriegserklärung", teilte das sogenannte Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlands mit.

"Falls das Marionettenregime der Verräter sich direkt an den UN-Sanktionen beteiligt, wird Nordkorea gewaltsame Gegenmaßnahmen ergreifen", hieß es in der Mitteilung. Das Land kündigte zudem eine 1992 mit Südkorea geschlossene Vereinbarung über eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel auf. Gespräche über die atomare Abrüstung werde es mit Südkorea nicht mehr geben.

Der von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Drohung war die Ankündigung Nordkoreas vorausgegangen, einen weiteren Atomtest starten zu wollen. Damit hatte das autoritäre Regime am Donnerstag auf neue UN-Sanktionen reagiert. Anlass für die Strafmaßnahmen ist ein Raketentest im Dezember gewesen, den Nordkorea unter Verletzung internationaler Auflagen ausgeführt hatte. Die Vereinten Nationen haben dem Land untersagt, Atom- und Raketentechnologie zu entwickeln.

China droht mit Kürzungen

Auch China hatte als einer der wichtigsten Verbündeten Nordkoreas für den Fall eines Atomtests angekündigt, seine Hilfe für das abgeschottete Land zu reduzieren. In einem Leitartikel der Zeitung Global Times hieß es, sollte Nordkorea weitere Atomtests vornehmen, werde die Regierung in Peking nicht zögern, seine Hilfe für das Nachbarland einzuschränken.

Die Vereinten Nationen haben mehrfach Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Trotzdem gibt es bei den Gesprächen über das Atomprogramm, an denen außer den beiden koreanischen Staaten auch China, Japan, die USA und Russland beteiligt sind, seit Dezember 2008 keine echten Fortschritte.

Experten in Südkorea gehen nicht davon aus, dass Nordkorea über Atomwaffen verfügt, mit denen das Land die USA treffen könnte. Allerdings habe der Raketentest im Dezember gezeigt, dass das Land über die Technologie verfüge, um eine Rakete mit einer Reichweite von 10.000 Kilometern zu starten – weit genug, um etwa San Francisco an der US-Westküste zu erreichen.