NordkoreaKim Jong Un kündigt Ende der Konfrontation an

Kurswechsel per Audiobotschaft: Nordkoreas Machthaber erklärt die Vereinigung mit Südkorea zu seinem Ziel. Zudem verspricht er, die Armut des darbenden Volkes zu beenden.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich für einen radikalen Wechsel in der Politik seines seit Jahrzehnten abgeschotteten Landes ausgesprochen. "Es ist wichtig, die Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden zu beenden", sagte Kim Jong Un in seiner Neujahrsbotschaft. So könne "die Teilung des Landes beendet und seine Wiedervereinigung erreicht werden". Die Vergangenheit zeige, dass Konfrontation zwischen Landsleuten zu nichts als Krieg führe.

Weiter erklärte Kim Jong Un zu seinem obersten Ziel für das neue Jahr, die Lebensbedingungen seines Volkes zu verbessern.  2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken", sagte er. Nordkorea solle zu einem "wirtschaftlichen Riesen" werden, sagte Kim Jong Un. Die Landwirtschaft und Leichtindustrie stünden dabei im Zentrum.

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Der erfolgreiche Start einer Weltraumrakete in Nordkorea im Dezember soll dabei laut Kim Jong Un den Menschen als Ansporn dienen. Die USA, Südkorea und andere Staaten sehen in dem Start am 12. Dezember einen verdeckten Test für die Entwicklung von Interkontinentalraketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Nordkorea spricht von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken.

Zugleich sagte Kim Jong Un, das Land könne sich "nur unter der Bedingung entwickeln, dass es seine militärische Macht in allen Bereichen ausbaut". Es sei dringend nötig, bessere Waffen zu konstruieren.

Erste Audiobotschaft seit 1994

Es war die erste Audiobotschaft eines nordkoreanischen Machthabers, seitdem Kim Jong Uns Großvater Kim Il Sung sich im Jahr seines Todes 1994 an die Öffentlichkeit gewandt hatte. Bislang hatte sich Kim Jong Un vor allem über Leitartikel führender, staatlicher Zeitungen zu Wort gemeldet. Kim Jong Un ist seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 im Amt.

Südkorea hatte Mitte Dezember die konservative Politikerin Park Geun Hye als Präsidentin gewählt. Sie distanzierte sich von der harten Linie ihres Vorgängers Lee Myung Bak gegenüber der Regierung in Pjöngjang und sprach sich für eine stärkere Zusammenarbeit aus. Zur Voraussetzung macht sie jedoch einen Verzicht des Nordens auf sein Atomprogramm, was der aber ablehnt. Auffallend an der Neujahrsansprache war, dass genau dieses Atomprogramm keine Erwähnung fand.

Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind seit dem Koreakrieg in den 1950er Jahren gespannt. Gegen Nordkorea wurden wegen seiner Atomwaffenversuche und Raketentests mehrfach UN-Sanktionen beschlossen. Die Bevölkerung Nordkoreas leidet unter extremer Armut, während die Streitkräfte des Landes zahlenmäßig stark und hochgerüstet sind.

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Leserkommentare
    • zfat90
    • 01. Januar 2013 12:42 Uhr

    60x hat die Familie schon versprochen, 60x hat die Familie das Wort nicht gehalten. Diesmal ist es anders, diesmal wird es Wirklichkeit. Der das nicht glauben kann, ...

    2 Leserempfehlungen
    • zfat90
    • 01. Januar 2013 12:46 Uhr

    Sie wissen, die Südkoreaner würden sofort millionenweise in das nordkoreanische Paradise flüchten.

    5 Leserempfehlungen
    • kael
    • 01. Januar 2013 12:58 Uhr

    Alle 3 bis 4 Jahre ist eine sanfte Rhetorik aus Koreas Norden zu vernehmen. Wenig später wird dann mit gleicher Regelmäßigkeit martialisch der Waffeneinsatz angedroht.

    Zur Glaubwürdigkeit ist es noch ein sehr langer Weg.

    2 Leserempfehlungen
    • 6bb6
    • 01. Januar 2013 13:38 Uhr

    Dieses Jahr jährt sich das Ende des Korea-Krieges zum 60. Mal. Das heißt, diejenigen Chinesen, die mit Nordkorea gekämpft und es deshalb aus Prinzip unterstützt haben, sterben aus.

    China baut gerade seine Beziehungen zu Südkorea stark aus, das ist wirtschaftlich viel interessanter. Und Chinesen sind Pragmatiker.

    Kims Zeitfenster wird langsam eng. Tut er nichts, wird er getutet haben.

    7 Leserempfehlungen
    • Taranis
    • 01. Januar 2013 13:44 Uhr

    Hat Nordkorea nicht schon öfters angeboten, daß sich der Süden problemlos in die Herrschaft des Nordens eingliedern könnte?
    Solang es keine konkrreteren Vereinigungsplänge gibt kann es genauso auch wieder die alte Leier sein.
    Ebenso versucht der Norden sich schon seit Jahrzehnten mit der Bombe mehr Hilfszahlungen/Geld für sein Land zu verhandeln. Die Rakete und weiterer Militärischer Vortschritt können auch einfach nur als bessere Argumente Am verhandlungstisch herhalten sollen.
    Komischerweise kam das Geld nur nie beim Volk an und mit dem immer radikaleren Haltung verscherzt Nordkorea es sich sogar mit China.

    Ich glaube dem Mann erst wenn es was Handfestes gibt.

  1. nur am Rande: Paradis geht anders:

    http://www.sueddeutsche.d...

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Nordkorea"
  2. ..die USA als Grossmacht entstanden wegen dem 2. Weltkrieg (Quelle eh.net) hat ihr Militärbudget auch jedes Jahr aufgestockt - z.Z. bei ca. 600 Mrd. USD. Nordkorea versucht ja nur die USA nachzuahmen.

    Antwort auf "Warum..."
  3. 32. [...]

    Entfernt. Bitte belegen Sie ihre Behauptungen. Danke, die Redaktion/jk

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Kim Jong Un | Nordkorea | UN | Bevölkerung | Atomprogramm | Lee Myung Bak
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