Nordkoreas Reformpläne : Deutsche Experten beraten Kim Jong Un

Kim Jong Un will sein Land offenbar noch in diesem Jahr für ausländische Investoren öffnen. Der Diktator vertraut dabei auf den Rat von deutschen Wissenschaftlern.
Näherinnen in einer Fabrik in Nordkorea (Archiv) © Chung Sung-Jun/Getty Images

Nordkorea hat einem Medienbericht zufolge konkrete Pläne für eine wirtschaftliche Öffnung des Landes. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will das Land ausländische Investoren ins Land holen und wird in dieser Frage von deutschen Wirtschaftswissenschaftlern und Juristen beraten. "Es gibt einen Masterplan", zitiert das Blatt einen der beteiligten Wissenschaftler. "Die wollen die Öffnung noch in diesem Jahr." Interesse zeige das abgeschottete Land vor allem an einer modernen Investitionsgesetzgebung.

Dabei werde aber nicht das chinesische Modell mit Sonderwirtschaftszonen für ausländische Investoren kopiert. "Vielmehr sind sie an der vietnamesischen Blaupause interessiert, wo gezielt Unternehmen für Investitionen ausgewählt werden", zitiert die FAZ einen namentlich nicht genannten Wissenschaftler, der nach Angaben der Zeitung an einer renommierten deutschen Universität lehrt und bereits andere asiatische Regierungen beraten hat.

Es gebe in Nordkorea Kräfte, die neben chinesischen Investoren auch japanische, südkoreanische und westliche Unternehmen ins Land lassen wollten. "Das Militär in Nordkorea wird die Kontrolle aber nicht abgeben wollen", sagte ein deutscher Ökonom der Zeitung. Daher sei nicht ausgemacht, ob die Reformansätze durchgesetzt würden.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache eine "radikale Wende" in der Politik des Landes angekündigt und die Verbesserung der Lebensbedingungen zum obersten Ziel im neuen Jahr erklärt. Er wolle Nordkorea zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen und den Lebensstandard der Menschen anheben. Kim hatte auch gesagt, es sei wichtig, die Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden zu beenden.

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Kommentare

36 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Rhetorisch

Deswegen ist rhetorik mist. Da sagt man halt etwas und bezeichnet es negativ und spart sich so ein Argument.

Also gut, ewiedere ich halt auf die einfachste und müheloseste ARt: Das ist kein Bashing sondern Kritik. Auch wenn ich nichts gegen Bashing habe, aber das Wort ist negativ besetzt und bedeutet ja soviel wie undifferenzierte, pauschale diffarmierung. Ist nicht so. Ich habe nur deutlich gemacht, dass der Kapitalismus keine explusive demokratische Veranstaltung ist. Im Gegenteil. Sehen wir ja an Ländern wie China. Gerade dort tobt er wie ein Sturm.

"friedliche" Revolution wie in Libyen, Syrien??

Wir sollten mal nachdenken, von wo aus der Kommunismus in die Welt gesetzt worden ist.
Karl Marx war im Britischen Exil, als er sein "Kapital" schrieb,
Lenin wurde von Wall-Street-Bankstern finanziert, um den reform- und modernisierungsbereiten Zaren zu stürzen,
der deutsche Generalstab ließ ihn von der Schweiz nach St.Petersburg durch, um gegen ein revolutionsgeschwächtes Rußland leichter siegen zu können,
Stalin wurden von den angloamerikanischen Allierten massiv unterstützt, um Deutschland zu zerstören.
Warum hat das britsch-amerikanische Empire von Wall-Street und City of London immer auch menschenverachtende Diktaturen unterstützt??