Amoklauf von NewtownObama plant breite Initiative gegen zu lasche Waffengesetze

Die von Obama eingesetzte Arbeitsgruppe will Waffenkäufe weit stärker kontrollieren als bisher angekündigt. In der Nähe von Newtown findet derweil eine Waffenmesse statt.

US-Präsident Barack Obama

US-Präsident Barack Obama  |  © Jonathan Ernst / Reuters

US-Präsident Barack Obama plant nach Informationen der Washington Post eine breite Initiative gegen lockere Waffengesetze, die über das Verkaufsverbot von Sturmgewehren weit hinausgeht. Demnach prüfe eine Arbeitsgruppe derzeit Hintergrund-Checks bei allen Waffenkäufern. Der Verkauf und Wiederverkauf von Waffen auf nationaler Ebene solle künftig beobachtet und registriert werden. Als eine weitere Maßnahme seien schärfere Strafen gegen das unerlaubte Waffentragen etwa in der Nähe von Schulen geplant. Zudem müsse jeder mit härteren Strafen rechnen, der Schusswaffen an Minderjährige abgebe, schreibt die Zeitung.

Obama hatte die Arbeitsgruppe nach dem Amoklauf in einer Grundschule in Newtown ins Leben gerufen. Die Gruppe wird von Vize-Präsident Joe Biden geführt.

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Obama hatte nach dem Massaker von Newtown eine schnelle Reform des Waffenrechts angekündigt, aber keine Einzelheiten genannt. Als eine konkrete Maßnahme galt aber stets ein Verkaufsverbot für halbautomatische Sturmgewehre an Privatleute. Mit diesen kann ein Schütze innerhalb kürzester Zeit ohne Nachladen extrem viele Schüsse abgeben. Obama hatte allerdings auch gesagt, dass er den zweiten Verfassungszusatz, der das Recht auf den Besitz und das Tragen von Waffen festschreibt, nicht antasten wolle.

Waffenbestand

Mehreren Studien zufolge sind in den USA bis zu 300 Millionen Schusswaffen im Privatbesitz – das entspricht fast einer Waffe pro Einwohner. In einer Erhebung des Gallup-Instituts aus dem vergangenen Jahr gaben 47 Prozent der Befragten an, in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe zu leben. Jeder dritte US-Bürger ist demnach selbst Waffenbesitzer.

Produktion

Die Waffenhersteller der USA produzierten 2011 knapp 2,5 Millionen Pistolen, 573.000 Revolver sowie mehr als drei Millionen Gewehre, wie die Statistiken der Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen zeigen. In den USA gibt es fast 130.000 lizensierte Waffenhändler.

Opfer

Mehr als 30.000 Menschen sterben in den USA jedes Jahr durch Schusswaffen – mehr als 12.000 der Taten sind Morde. Die Anti-Waffen-Lobbyisten der Brady Campaign errechneten 2011, dass 270 Menschen täglich durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden.

Rechtslage

Im Zweiten Zusatzartikel zur Verfassung ist das Recht auf privaten Waffenbesitz verbrieft. Dort heißt es: "Weil eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden." Die Frage, wie weit dieses Recht reicht und welchen Beschränkungen es unterworfen werden darf, ist Gegenstand kontroverser Debatten.

Seit 1993 steht etwa eine Überprüfung von Waffenkäufern im Bundesrecht. Verurteilte Kriminelle, Menschen mit psychischen Störungen oder Drogenabhängige dürfen demnach keine Schusswaffen erwerben. Ein im Folgejahr erlassenes Verbot halbautomatischer Gewehre wurde dagegen 2004 nicht verlängert.

Dazu kommt ein Wirrwarr an Gesetzen und Verordnungen auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen. Immer wieder landeten regionale Beschränkungen für Waffenerwerb und -besitz dabei vor dem Obersten Gerichtshof, der in Grundsatzurteilen 2008 und 2010 ein Recht auf private Waffen anerkannte.

Die Lobby

Die National Rifle Association (NRA) ist die mächtigste Vereinigung der Waffenlobby. Zwei Veteranen des Amerikanischen Bürgerkriegs gründeten den Waffenverein im November 1871 im Bundesstaat New York, um das Schützenwesen zu fördern. Heute hat die Organisation nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Mitglieder. Ihr Hauptquartier ist in Fairfax vor den Toren Washingtons.

Beim Amoklauf in der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown hatte ein 20-Jähriger im Dezember 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen. Zuvor hatte der Attentäter zu Hause seine Mutter getötet. Nach der Tat erschoss er sich selbst.

Während die Politiker über neue Waffengesetze diskutieren, treffen sich derzeit unweit von Newtown Waffenliebhaber und Händler auf einer Messe – trotz öffentlicher Proteste. Während vier andere Waffenmessen in der Nähe von Newtown abgesagt wurden, sahen die Organisatoren in Stamford keinen Grund, die Veranstaltung ausfallen zu lassen, berichtet der Nachrichtensender ABC News. Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass in der Messe nur antike und Sammlerstücke gezeigt würden und keine militärischen Sturmgewehre, wie der Amokläufer in Newtown eines benutzt hatte. Der Bürgermeister von Stamford, Michael Pavia, hatte zuvor aufgerufen, die Messe zu schließen.

Erneut Tote in Aurora

Gleichzeitig gab es in den USA wieder eine weitere Gewalttat mit mehreren Toten in der Stadt Aurora im US-Bundesstaat Colorado, in der vor knapp einem Jahr ein Mann bei der Vorführung eines Batman-Films in einem Kino mehrere Menschen erschossen hatte.

Bei einer Geiselnahme hatte ein Mann am Samstag zwei Männer und zwei Frauen in seine Gewalt gebracht und sich in einem Wohnhaus verbarrikadiert. Wie die Polizei mitteilte, konnte eine der Frauen fliehen. Als der Geiselnehmer nicht zur Aufgabe bewegt werden konnte, setzten die Einsatzkräfte Tränengas ein. Bei dem darauffolgenden Schusswechsel wurde der Mann getötet. Die Leichen der Geiseln wurden später im Haus gefunden. Sie seien vermutlich schon tot gewesen, bevor die Polizei am Tatort eingetroffen sei, teilte die Polizei mit.

Während dem Amoklauf in Aurora vor einem Jahr hatte der Schütze zwölf zumeist junge Menschen erschossen. 58 Menschen wurden damals verletzt, einige von ihnen schwer. Gegen den mutmaßlichen Täter, ein Student der Neurowissenschaften, läuft derzeit ein Gerichtsverfahren, bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihm die Todesstrafe.

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Leserkommentare
  1. Es wäre ausgesprochen hilfreich, die NRA gleich mit zu verbieten.

    Computerspiele töten keine Menschen.
    Filme töten keine Menschen.

    Waffen und die Bereitschaft zur Gewalt tun es.

    So gesehen genügt es nicht, nur den Zugang zu Waffen zu erschweren. Es ist nur ein erster - wenn auch wichtiger - Schritt.
    Es muss zudem die Gewaltprävention verstärkt werden. Auf den Strassen - aber vor allem in der Erziehung.
    Gesellschaftspolitische Reformen sind nötig, um das Übel an der Wurzel zu packen. Tiefgreifend und langwierig. Doch davon ist nirgends die Rede.

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    außerordentlich begrenzt. In Deutschland haben wir, so sagt man 30 Mill schwarzer Waffen. Also nahe zu in jedem Haushalt eine Schußwaffe. Der Bestand von registrierten Waffen liegt bei 6 Mill.
    Das erklärt auch, weshalb die mit Schußwaffen begangenen Verbrechen ständig zunehmen.
    Wie dem auch sei. So ziemlich jeder Ganove hat sich mit einer Waffe ausgerüstet, wenn er denn wollte. Der gesetzestreue Bürger ist auf den Schutz des Staates angewiesen. Der Staat ist jedoch unfähig sein Machtmonopol wirksam, d.h. vorbeugend, auszuüben. Deshalb haben die Waffengesetze sich ins Gegenteil verkehrt. Sie schützen nicht den Bürger vor Kriminalität, sondern machen ihn schutzlos!
    Mit Gesetzen wird Obama dem Waffenmissbrauch nicht beherrschen können. Viel mehr erscheint eine Freigabe des Waffenbesitzes mit Auflagen zur Waffenberechtigung wesentlich wirkungsvoller und vor allen Dingen kommt die Regelung der Schutzbedürftigkeit des Bürgers entgegen.

    Es gibt genügend Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Bereitschaft zur Gewalt und gewaltverherrlichender Medien (z.B. Filme oder Computerspiele mit dementsprechenden Inhalt) aufzeigen.

    Aber natürlich schreit man lieber nach Verboten von Dingen, die nur andere Einschränken.

    solange es den US-Bürgern erlaubt ist für den eigenen Gebrauch Schusswaffen in Einzelfertigung selbst zu erstellen sofern diese nicht den Vorgaben des National Firearms Act von 1934 zuwiderlaufen.

    Zudem existiert eine weit verbreitetes Wissen über die Fertigung solcher Gegenstände sowie das dazu erforderliche Werkzeug.

    Wenn nicht dort angesetzt wird, liegt es nahe das oberflächlichere Lösungen Makulatur bleiben müssen.

    Beste Grüße CM

    • reineke
    • 06. Januar 2013 16:00 Uhr

    müsste genaugenommen schon in der Herstellung,sprich Rüstungsindustrie beginnen,die fortwährend perfidere Massenvernichtungswaffen konstruiert

    aber dieser immer florierende Wirtschaftszweig ist weltweit wohl nicht mehr wegzudenken
    so wird das Morden weitergehen und mit stetig wachsender Weltbevölkerung ,damit einhergehender Ressourcenverknappung an Schärfe zunehmen
    von einem grundlegenden Wandel seh ich die Menschheit weiter entfernt denn je
    ich hätte gerne Unrecht mit dieser Meinung

  2. denn er hat im Grunde nichts zu verlieren, außer seine Reputation. Aber nach Bush Jr. ist da für Obama noch viel Raum.

    Ich hoffe, dass Obama seine zweite und letzte Amtszeit nutzt um weitere große Reformen einzuleiten. Ein scharfes Waffengesetz wäre ein großer Durchbruch und äußerst gut für Amerika.

    7 Leserempfehlungen
    • Atan
    • 06. Januar 2013 11:14 Uhr

    Dann kann man Obama nur Glück wünschen und hoffen, dass irgendwann mal ein Konsens über eine sinnvolle Regulierung des privaten Waffenbesitzes entsteht.
    Das große Problem bleibt jedoch die schiere Anzahl: bei so vielen Waffen wird sich eine Verbesserung der Sicherheitslage nur sehr langsam ergeben, zudem muss auch der Verfassung Rechnung getragen werden, die den Waffenbesitz ja weiterhin grundsätzlich erlaubt.
    Es gibt aber ein ziemlich unbekanntes, aber sehr erfolgreiches Beispiel für die Regulierung von Waffen in den USA: es ist US-Bürgern auf Antrag möglich, sogar Maschinengewehre und Maschinenpistolen zu besitzen, etwa 240.000 solcher Lizenzen wurden an Privatbürger und Zivilbehörden seit 1934 ausgestellt. Nur in 2 Fällen soll es je zu einem Verbrechen damit gekommen sein.
    http://www.guncite.com/gun_control_gcfullau.html
    In vernünftigem Rahmen reguliert sind also auch in den USA Verfassungsrechte und Sicherheit unter einen Hut zu bekommen.

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  3. außerordentlich begrenzt. In Deutschland haben wir, so sagt man 30 Mill schwarzer Waffen. Also nahe zu in jedem Haushalt eine Schußwaffe. Der Bestand von registrierten Waffen liegt bei 6 Mill.
    Das erklärt auch, weshalb die mit Schußwaffen begangenen Verbrechen ständig zunehmen.
    Wie dem auch sei. So ziemlich jeder Ganove hat sich mit einer Waffe ausgerüstet, wenn er denn wollte. Der gesetzestreue Bürger ist auf den Schutz des Staates angewiesen. Der Staat ist jedoch unfähig sein Machtmonopol wirksam, d.h. vorbeugend, auszuüben. Deshalb haben die Waffengesetze sich ins Gegenteil verkehrt. Sie schützen nicht den Bürger vor Kriminalität, sondern machen ihn schutzlos!
    Mit Gesetzen wird Obama dem Waffenmissbrauch nicht beherrschen können. Viel mehr erscheint eine Freigabe des Waffenbesitzes mit Auflagen zur Waffenberechtigung wesentlich wirkungsvoller und vor allen Dingen kommt die Regelung der Schutzbedürftigkeit des Bürgers entgegen.

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    Antwort auf "Wurzelbehandlung"
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    30 Millionen schwarze Waffen. Ich bin fast 60 und habe in meinem Leben erst zweimal Leute kennengelernt die Waffen im Hause hatten. Nicht jeder erzählt das rum, das ist mir schon klar, aber ich halte die Zahl für völlig überzogen.

    Würde die Zahl stimmen, könnte man pauschal alle Haushalte mit der Polizei durchsuchen. Das wäre dann genauso gerechtfertigt, wie die Annhame, jeder würde den ÖRR nutzt und deshalb muss eben jeder Haushalt zahlen.

    • Plupps
    • 06. Januar 2013 12:54 Uhr

    30 Mio ist eine große Zahl. Aber ich kenne niemanden (allerdings aus meinem Alter) der aus seiner Zeit beim Bund nicht Munition oder Kleinsprengmittel als "Andenken" mitgenommen hat. Selbst größere Kaliber - offiziell gab es da nie einen Schwund - auf dem Papier stimmte ja alles.

    Und letzten Endes kann jeder ambitionierte Heimwerker oder Schlosser einen Gasrevolver aufbohren - wenn die Basis okay und kein Billigschrott ist, funtioniert das ohne Probleme.

    Na wie dem auch sei, es fällt schon, das kaum ein Gedanke an illegale Waffen verschwendet werden. Und alle Morde ausser Amoktaten werden wohl mit einer nicht-registrierten Waffe verübt

    • Morbox
    • 06. Januar 2013 13:58 Uhr

    Ja es mag sein, dass unsere Lösung auch nicht perfekt ist, aber 36 Mio Waffen im Land heißt längst nicht, dass jeder Haushalt eine Waffe hat. Nicht einmal ansatzweise. Wer eine Waffe hat, der besorgt sich eher auch mal eine zweite oder mehr. Bewaffnete Deutsche dürfte es sehr wenige geben. Außerdem: Was bringt einem eine Waffe? Die Situationen, in denen sie vielleicht einen Nutzen haben könnten sind vor allem draußen - soll man immer einen Revolver rumschleppen? Außerdem sind bewaffnete Verbrecher auch Menschen: Die werden einen meist nicht einfach so töten. Wenn man aber bewaffnet ist, dann eskalieren Situationen eher mal. Außerdem könnte sich bei der Abwehr ein Schuss lösen - man ist nervös. Ich würde lieber die 50 € geraubt bekommen und hoffen, dass die Polizei den kriegt, als einen Menschen versehentlich abzuknallen. Zudem passieren mit verfügbaren Schusswaffen im Haushalt leicht Unfälle und Dummheiten, vor allem mit ungesicherten Waffen (und Waffenschränke sind teuer...).

    http://bundestag-nachrichten.de/abrustungsbeauftragter-begutachtet-waffe...
    Das betraf nur Lybien (man beachte die vorsichtige Formulierung von Diplomaten). Andere Schauplätze ums Mittelmeer gibt es genug und sogar im ehemaligen Jugoslawien. Wenn, ich glaube die Welt schrieb es mal, eine Kalaschnikow in Südfrankreich unter 200 € zu bekommen ist, dann lässt sich ermessen, daß der Schwarzmarkt von der Angebotsseite überlaufen ist.

    • TDU
    • 06. Januar 2013 11:58 Uhr

    "Während die Politiker über neue Waffengesetze diskutieren, treffen sich derzeit unweit von Newtown Waffenliebhaber und Händler auf einer Messe – trotz öffentlicher Proteste."

    Proteste sind doch o. K. Und Obama hat Kontrollen angekündigt und kein grundsätzliches Verbot was erst Gesetz werden müsste.

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    Ach, ein paar Reden bringen da wenig. Durch weniger Waffen sinkt die Kriminalität ja nicht. Gerade in Bundesstaaten mit Laschen Gesetzen ist die Kriminalität mit Schußwaffengebrauch äußerst niedrig. Aber Obama hat ja auch leicht reden, wenn er sich stets mit einem Haufen von Bewaffneten umgibt, um sich vor bewaffneten Spinnern zu schützen. Der normale Bürger soll sich wehrlos den Spinnern ausliefern.

    • bernjul
    • 06. Januar 2013 12:04 Uhr

    Interessant, was für unterschiedliche Bilder die deutsche Presselandschaft vom amerikanischen Präsidenten zeichnet. Hier ist er der Held, der die Waffen verbieten lassen möchte und hier...
    http://www.sueddeutsche.de/politik/verschleppung-von-terrorverdaechtigen...

    ...ist er jemand ganz anderes.

    Eine Leserempfehlung
  4. Es gibt genügend Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Bereitschaft zur Gewalt und gewaltverherrlichender Medien (z.B. Filme oder Computerspiele mit dementsprechenden Inhalt) aufzeigen.

    Aber natürlich schreit man lieber nach Verboten von Dingen, die nur andere Einschränken.

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    Antwort auf "Wurzelbehandlung"
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    Worauf Sie vielleicht hinaus wollen, ist der Katharsis-Effekt aus der Psychologie. Mit diesem wurde aber nicht gezeigt, dass Gewaltplanungsabsicht ebenfalls durch diese Medien signifikant erhöht wurde. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren, wenn Sie mir stichhaltige Quellen geben.

    • 可为
    • 06. Januar 2013 12:43 Uhr

    ich werde aggressiv wenn ich an die Spritpreise denke, andere werden beim Autofahren aggressiv, manche vom Fussball, und einige von politischen Entscheidungen - sicher auch welche von Büchern, Filmen und Spielen. Es macht aber deswegen wenig Sinn von Monopoly bis zum Autofahren und Fussball alles zu verbieten.
    Letztendlich geht es ja auch darum die Freiheiten der Menschen so wenig wie möglich einzuschränken - theoretisch ist jeder Mensch ein potentieller Amokläufer, der andere auch mit den Händen erwürgen könnte wenn er gereizt wird...absolute Sicherheit erreichen sie also sowieso nur, wenn sie alle in Einzelhaft nehmen. Da ist ein Waffenverbot immer die beste Variante für alle!

    • lxththf
    • 06. Januar 2013 13:47 Uhr

    die Nachrichten. Man kann sich 10h am Tag Filme anschauen oder Spiele zocken, die Leichen, die man jedoch um 20Uhr sieht sind real.

    • Morbox
    • 06. Januar 2013 14:19 Uhr

    Erst einmal: Das mit dem "nur andere einschränken" ist ja wohl ein Witz, oder? Es gibt weitaus mehr Spieler von Gewaltspielen als Waffenbesitzer. Warum sollten die alle leiden? Und jetzt kommen Sie nicht mit Gewaltbereitschaft! Die Studien hierzu sind allesamt Laborstudien, das heißt Studien, die Realbedingungen nicht entsprechen, gegen die zudem auch andere Studien stehen. Und die Art von Gewaltbereitschaft die oft als belegt angesehen wird ist lediglich eine kurzfristige - Amokläufe erfordern aber langfristige Planung. Weiterhin gibt es viel Kritik gegen die Methodik der Medienwirkungsforschung. Etwa, dass sie Wirkungszusammenhänge radikal vereinfacht und damit eigentlich verschleiert. Es wird ein direkter kausaler Zusammenhang suggeriert, der so nicht besteht - denn sonst würde jeder, der regelmäßig Gewaltmedien konsumiert, irgendwann zur Waffe greifen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen: Gewaltspiele können evtl. bei ungünstigen Persönlichkeitsentwicklungen als "Katalysator" wirken. Oder ihre Nutzung ist bei gewaltbereiten Menschen eben doch eher Wirkung als Ursache. Oder es sind Versuche der Selbsttherapie? In der Forschung ist noch viel zu tun, bis sich ernsthafte Aussagen auf diesem Gebiet treffen lassen. Und zuverlässig werden auch die nicht sein. Übrigens: Die Jugendkriminalität und Zahl der Gewalttaten hat seit Anfang der 90er eher abgenommen - Zufall? http://www.uni-konstanz.de/rtf/gs/G.Spiess-2012-05-Jugend-Gewalt-Immer-j...

    Der sog. Katharsis-Effekt ist der Einzige, den empirische Medienwirkungsforschung sicher ausschließen kann. Des Weiteren gibt es keine einfache Kausalität von Medienwirkung. Überdies kommt es u. a. auf den Kontext der Gewaltpräsentation und -rezeption an, weshalb eine Gewaltdarstellung in den Nachrichten anders wirkt als die Darstellung belohnter Gewalt in Filmen oder gar die belohnte virtuell praktizierte Tötung realistischer Avatare. Zudem wirken solche Gewaltdarstellungen individuell unterschiedlich. Es geht auch nicht darum, dass Gewaltdarstellungen direkt aggressiv machten. Denn Aggression ist ja kein emotionaler Dauerzustand einer Person. Gleichwohl kann sich bei bestimmten, gleichsam vulnerablen Rezipienten dergestalt auswirken, dass mentale Skripts im Sinne von Handlungsmustern entstehen. Solche Handlungspotenziale können dann unter bestimmten Situationsbedingungen im Zusammenwirken mit bestimmten psychischen Faktoren handlungsrelevant werden. Eine solche Bedingung ist die Verfügbarkeit von Waffen. Kurz: Das Wirkungsgefüge ist immer komplex und hängt mithin von situativen wie innerpsychischen Bedingungen ab. Bestimmte Arten der entsprechend kontextualisierten Gewaltdarstellung und -rezeption können aber unter solchen Umständen gewaltexpressive Effekte mitbedingen. Daher sollte man sowohl bestimmte Arten der Gewaltdarstellung zumindest für Heranwachsende regulieren als auch Situationsbedingungen wie die Waffenverfügbarkeit kontrollieren/minimieren.

  5. Tatsache ist aber auch, dass die Amerikaner so viele Waffen kaufen wie nie zuvor. Das heißt: Selbst wenn es Obama gelingen würde da etwas anzuschieben, so wäre das doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es wäre ein allererster Schritt, um den man sich sofort Sorgen machen müsste, wenn zum Beispiel wieder Politiker gewählt werden, die der NRA näher stehen. Es ist die Mentalität der Bürger die auf einer zweihundert Jahre alten Tradition beruht und die zu diesen Zuständen führt. Das ändert man nicht mal so eben. Trotzdem ist das sicher der richtige Schritt in die richtige Richtung.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Barack Obama | Amoklauf | Gerichtsverfahren | Grundschule | Joe Biden | Messe
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