Junge Männer müssen in Österreich auch weiterhin zum Militär. Bei einem Referendum sprachen sich nach ersten Hochrechnungen etwa 60 Prozent für die Beibehaltung von Wehrpflicht und Zivildienst aus. Knapp über die Hälfte der 6,3 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Damit war die Wahlbeteiligung deutlich höher als zunächst erwartet.

Die Österreicher stimmten über die Abschaffung der Wehrpflicht und die Umgestaltung des Bundesheeres in eine Berufsarmee ab. Das Ergebnis der Befragung ist rechtlich nicht bindend für die Regierung.

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat aber angekündigt, dass seine Regierung dem Wählerwillen folgen wolle. Die regierenden Sozialdemokraten sind für die Abschaffung der Wehrpflicht. Unterstützung bekommen sie von den oppositionellen Grünen.

Die an der Regierung beteiligte konservative Volkspartei (ÖVP) ist für die Beibehaltung der Wehrpflicht, ebenso die rechte FPÖ. Die BZÖ, die Partei des verstorbenen Rechtspopulisten Jörg Haider, rief zum Boykott der Volksbefragung auf.

Sechs Monate Wehrdienst für 22.000 Mann pro Jahr

Die Stärke des Bundesheers von derzeit 55.000 Soldaten sollte nicht verändert werden. Bislang werden jedes Jahr 22.000 Wehrpflichtige für jeweils sechs Monate eingezogen. Über die Einführung eines Berufsheeres wird in der Alpenrepublik seit Jahren diskutiert.

In Deutschland wurde die Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 ausgesetzt, wenn auch nicht abgeschafft; sie kann jederzeit bei Bedarf wieder in Kraft gesetzt werden. Seitdem muss sich die Bundeswehr um freiwillige Rekruten bemühen.