AttentatSieben Impfhelfer in Pakistan getötet

Unbekannte haben in Pakistan sieben Impfhelfer erschossen. Die Täter könnten Anhänger der Taliban sein, die das Impfprogramm gegen Kinderlähmung bekämpfen.

Rettungskräfte tragen die Leiche einer Impfhelferin in Karachi, sie wurde im Dezember 2012 getötet.

Rettungskräfte tragen die Leiche einer Impfhelferin in Karachi, sie wurde im Dezember 2012 getötet.  |  © Rehan Khan/dpa

In Pakistan haben Unbekannte sieben Mitarbeiter einer Hilfsorganisation erschossen. Die Mitarbeiter kümmerten sich um Impfaktionen gegen Polio und um Bildung für die Bevölkerung.

Bei den Opfern handele es sich um sechs Frauen und einen Mann, teilten die Behörden mit. Ihr Auto sei auf dem Heimweg von einem Gesundheits- und Bildungszentrum in der Region Swabi etwa 65 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Islamabad von Motorradfahrern angehalten worden. Diese hätten Waffen gezogen und geschossen. Das Auto sei in Flammen aufgegangen. Der Fahrer sei bei dem Angriff schwer verletzt worden.

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Zuvor habe die Hilfsorganisation einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera zufolge Drohanrufe bekommen: Die Frauen würden es noch bereuen, bei der Impfaktion gegen Polio zu helfen, soll ein Anrufer gesagt haben.

Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Es wurde aber vermutet, dass Taliban oder andere islamistische Kämpfer verantwortlich waren. Diese greifen immer wieder Hilfsorganisationen an, vor allem Gesundheits- und Bildungsprojekte sind dabei ihr Ziel.

Im Dezember waren bei mehreren Anschlägen neun Mitarbeiter von Impfprogrammen getötet worden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzten daraufhin ihre Programme für Pakistan aus.

Bestimmte Geistliche und islamistische Aufständische schüren in der Bevölkerung Vorbehalte gegen die Impfprogramme. Im Juni untersagte der Taliban-Kommandeur im Stammesgebiet von Nord-Waziristan jede Impfung auf "seinem" Gebiet. Er beschuldigte die Mitarbeiter der Kampagne, Spione zu sein.

Verschärft wurde das Misstrauen auch durch eine falsche Impfkampagne gegen Hepatitis des US-Geheimdiensts im März 2011 in Abbottabad. Der Einsatz in der nordpakistanischen Garnisonsstadt sollte dazu dienen, DNA-Proben von der Familie des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden zu bekommen, der dort vermutet wurde. Die Proben bestätigten den Verdacht, am 2. Mai 2011 tötete ein US-Sonderkommando Bin Laden.

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Leserkommentare
  1. das wir Salafisten hier in D Aufenthalt gewähren.Interessant wäre auch wer da für seinen Lebensunterhalt aufkommt und ob ich potentielle Terroristen mit meinen Steuergeldern alimentiere.

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    • zfat90
    • 01. Januar 2013 20:06 Uhr

    Und nicht nur Potenziellen.

    • krister
    • 01. Januar 2013 22:07 Uhr

    1. "Beruhigend zu wissen,
    das wir Salafisten hier in D Aufenthalt gewähren."

    Salafisten sind Sunniten,die sich eng an den Koran halten.
    und natürlich sehen sie Krankheiten als Allahs Strafe etc
    und wehren sich dagegen,dass man da sich reinmischt.
    Es geht immer weiter zurück in die Steinzeit.
    Dass man sie in Europa 21.JHd duldet in Europa wird nicht gut enden.

  2. Einfach nur noch grauenhaft und menschenverachtend. Niemand sollte mehr in solche Länder reisen. Wer sich nicht helfen lassen will, dem soll man auch nicht helfen.

    9 Leserempfehlungen
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    • Gerry10
    • 01. Januar 2013 20:30 Uhr

    ...nur weil eine kleine Gruppe beschlossen hat, ihren Willen dem Rest der Bevölkerung aufzuzwingen, wollen Sie veranlassen das Millionen von Kindern nicht mehr geimpft werden?
    Dann haben die Terroristen ja erreicht was sie wollten.
    Was können denn die Kinder dafür, oder die Mütter und Väter die sehr weite Wege gehen - manche tatsächlich zu Fuß! - um ihren Kindern eben diese Impfung zu ermöglichen?
    Ein bischen weiter denken bitte bevor Sie "Wer sich nicht helfen lassen will" als Argument verwenden.
    Würden sich die Menschen nicht helfen lassen wollen wären diese sieben Menschen nicht in Pakistan gewesen.

  3. Ich trauere mit den Angehörigen der Opfer!
    Und ich wundere mich sehr, dass es Menschen gibt, die in diesem Zusammenhang über ihre Steuergelder nachdenken.

    7 Leserempfehlungen
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    • krister
    • 01. Januar 2013 22:14 Uhr

    3."Und ich wundere mich sehr, dass es Menschen gibt, die in diesem Zusammenhang über ihre Steuergelder nachdenken."

    ..in dem Moment,in dem Sie etwas (mit)finazieren sind Sie (mit)verantwortlich uo (mit)schuldig.

    • zfat90
    • 01. Januar 2013 20:06 Uhr

    Und nicht nur Potenziellen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Beruhigend zu wissen,"
    • RlUh
    • 01. Januar 2013 20:21 Uhr
    5. Islam

    Ich finde es schrecklich, dass Impfhelfer ermordet werden, während diese Gesundheit erhalten möchten.

    Dennoch stelle ich mir die Frage, warum all die verrückten Mörder und Weltenhasser ausgerechnt den Islam regelmäßig als Legitimation anführen, von Breivik mal abgesehen.

    Warum machen die das? Der Islam ist ja eine friedliche Religion, die die Gleichheit aller Religionen, Rassen und Geschlechter verteidigt. Im Grund eignet sich der Islam daher ja überhaupt nicht als Tatgrund.

    Dennoch wird täglich im Names des Islam gemordet. Wie kann das angehen?

    2 Leserempfehlungen
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    teilt nicht jeder.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/jz

    • zfat90
    • 01. Januar 2013 22:19 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit inhaltlichen Beiträgen. Danke, die Redaktion/jz

    dass der Islam eine Religion der Gerechtigkeit und Völker- und Religionsverständigung sei?

    das sieht man ja in Ägypten. Syrien, Nigeria.
    Ich fühle mich von der Friedfertigkeit erdrückt.

    Die Nettiquette verlangt, zur Vermeidung von Missverständnissen ironische Beiträge entsprechend kenntlich zu machen. Das gilt auch für Ihren Beitrag.

    • Gerry10
    • 01. Januar 2013 20:30 Uhr

    ...nur weil eine kleine Gruppe beschlossen hat, ihren Willen dem Rest der Bevölkerung aufzuzwingen, wollen Sie veranlassen das Millionen von Kindern nicht mehr geimpft werden?
    Dann haben die Terroristen ja erreicht was sie wollten.
    Was können denn die Kinder dafür, oder die Mütter und Väter die sehr weite Wege gehen - manche tatsächlich zu Fuß! - um ihren Kindern eben diese Impfung zu ermöglichen?
    Ein bischen weiter denken bitte bevor Sie "Wer sich nicht helfen lassen will" als Argument verwenden.
    Würden sich die Menschen nicht helfen lassen wollen wären diese sieben Menschen nicht in Pakistan gewesen.

    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Mörder"
  4. Vielleicht sollte man noch die Hintergründe beachten?

    http://www.sueddeutsche.de/politik/cia-impfungen-in-pakistan-der-spion-d...

    8 Leserempfehlungen
  5. "Der Islam ist ja eine friedliche Religion, die die Gleichheit aller Religionen, Rassen und Geschlechter verteidigt. Im Grund eignet sich der Islam daher ja überhaupt nicht als Tatgrund."

    Von welcher Rechtsschule oder Form des Islam reden Sie bitte?

    5 Leserempfehlungen
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    • RlUh
    • 01. Januar 2013 20:50 Uhr

    Sind Sie rechts?? Was hat eine Rechtschule mit dem Islam zu tun? Ich kenne mich mit Religionen nicht gut aus, aber unserer Politiker und Experten versichern doch, dass die furchtbaren Taten im Namen des Islam nichts mit dem Islam zu tun hätten, sondern das der islam nur missbraucht wird! Claudia Roth und Sebastian Edathy haben das z.B. mehrfach plausibel erklärt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
  • Schlagworte Attentat | Osama bin Laden | Pakistan | Bevölkerung | Unicef | Weltgesundheitsorganisation
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