WestjordanlandPalästinenser besetzen Bauplatz für israelische Siedlung

Rund 250 Palästinenser und Beduinen durchkreuzen die Siedlungspläne Israels: Sie haben auf dem sogenannten Gebiet E1 ein Zeltlager errichtet und stellen Forderungen.

Palästinenser-Zeltlager zwischen Jerusalem und Maale Adumim

Palästinenser-Zeltlager zwischen Jerusalem und Maale Adumim  |  © Abbas Momani/AFP/Getty Images

Etwa 250 Palästinenser und Beduinen haben ein Gebiet besetzt, auf dem schon bald eine israelische Siedlung im Westjordanland entstehen soll. In dem sogenannten Gebiet E1 errichteten sie ein Zeltlager und kündigten an, so lange dort auszuharren, bis die palästinensischen Eigentümer des Landes Baugenehmigungen erhielten.

Die Baupläne Israels sind international umstritten. Kritik kam auch von Staaten, die mit Israel befreundet sind. Denn eine Besiedelung von E1 würde das Westjordanland faktisch in Norden und Süden aufteilen und einen Ausbau Ost-Jerusalems als künftige Hauptstadt der Palästinenser unmöglich machen.

Anzeige

Die Palästinenser warnen, die künftige Siedlung könne Pläne für eine Zwei-Staaten-Lösung in Nahost gänzlich zunichtemachen.

Die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte im November den Bau der neuen Siedlung in dem Gebiet zwischen Jerusalem und der Siedlung Maale Admumim angekündigt. Damit hatte Israel auf die Anerkennung Palästinas als UN-Beobachterstaat reagiert.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • apis
    • 13. Januar 2013 21:20 Uhr

    "Das Mandat enthält darüber hinaus keine Bestimmungen darüber, wie und in welchen Grenzen diese "Heimstatt" umzusetzen ist. Diese minimalistische Lesart ist die einzige Möglichkeit, den Mandatstext als nicht rechtswidrig einzustufen."

    Falsch. Das Mandatsgebiet umfasste das gesamte Westpalästina - und für dieses Mandatspalästina blieb die Balfour-Deklaration weiterhin rechtsbindend -, nachdem Ostpalästina 1923 abgetrennt und zum Emirat Transjordanien erklärt wurde. Infolgedessen durften sich jüdische Einwanderer in das Mandatsgebiet nur noch westlich des Jordans niederlassen oder Grundbesitz erwerben. Wohlgemerkt im gesamten Mandatsgebiet.

    "Diese minimalistische Lesart ist die einzige Möglichkeit, den Mandatstext als nicht rechtswidrig einzustufen. Anders ausgedrückt: dieser Aspekt wurde mit der Staatsproklamation Israels erfüllt, alles andere geht Israel nix an."

    Wieder falsch. In der israelischen Unabhängigkeitserklärung steht kein Wort über die Grenzen dieses Staates. http://de.wikipedia.org/w... Israel richtete sich nach UN-Resolution 181, die jedoch von den arab. Palästinensern unter Hitlerfreund und Grossmufti von Jerusalem El Hussaini samt arabischen Staaten abgelehnt wurde.

    Rechtlich bindend bleiben schliesslich die San Remo-Resolution so wie UN-Resolutionen 242 und 338, und darum können sich die Palästinenser trotz aller Propaganda keineswegs foutieren.

    3 Leserempfehlungen
  1. Aus der heutigen NZZ:

    'Israel räumt «Aussenposten»

    Palästinenser imitieren Taktik der Siedler

    Die israelischen Sicherheitskräfte haben am frühen Sonntagmorgen palästinensische Aktivisten aus einem Zeltlager vertrieben. Dieses war aus Protest gegen die Siedlungspläne in der E1-Zone errichtet worden.

    bol. Jerusalem · In den frühen Morgenstunden des Sonntags hat Israels Armee rund 200 Personen aus dem palästinensischen Zeltlager Bab al-Shams im Osten Jerusalems vertrieben. Palästinensische Aktivisten hatten vor wenigen Tagen, in Anspielung auf die ohne Genehmigung errichteten Aussenposten jüdischer Siedler, selbst eine Art «Aussenposten» aufgebaut. Sie errichteten Zelte innerhalb der sogenannten E1-Zone, wo trotz internationalem Protest auf Anordnung von Ministerpräsident Netanyahu Siedlungspläne vorangetrieben werden. E1 wäre aus Sicht der meisten Diplomaten zentral für einen lebensfähigen palästinensischen Staat. Es stellt die letzte Lücke im Siedlungsring um Jerusalem dar. Aus topografischen Gründen müsste eine Nord-Süd-Verbindungsachse im Westjordanland durch diese Zone gehen. Israel möchte E1, um die Siedlung Maale Adumim mit Jerusalem zu verbinden und dessen Teilung zu verhindern.

    ff.

    Antwort auf
  2. 'Der Name Bab al-Shams, «Tor der Sonne», stammt aus einem Roman des libanesischen Schriftstellers Elias Khoury. Das Zeltlager wurde auf Land errichtet, das sich in palästinensischem Privatbesitz befindet. Die Initianten erklärten, sie hätten den Ort gegründet, ohne um Erlaubnis zu bitten, da es ihr Land sei. Sie sind Teil einer zunehmend populären Bewegung, welche sich gewaltlose Formen des Protestes auf die Fahnen geschrieben hat und von Initiativen des Dialogs und der Diplomatie nicht mehr viel hält.

    Das Oberste Gericht in Israel hatte angeordnet, dass die Zelte bis Donnerstag stehenbleiben dürften. Netanyahu erklärte das Gebiet zur geschlossenen Militärzone und ordnete die Evakuierung an. Er sagte, Israel lasse niemanden die Kontinuität zwischen Jerusalem und Maale Adumim beschädigen. Die Vertreibung kam somit innert Tagen. Wenn jüdische Siedler dagegen Aussenposten errichten, die nach israelischem Recht illegal sind, kann sich deren Räumung über Monate oder Jahre hinziehen. Derzeit gibt es über 100 solcher Aussenposten im Westjordanland.'

    Ist Wahlkampf in Israel.

    Antwort auf
    • Jakoro
    • 15. Januar 2013 18:51 Uhr

    etwas ganz Anderes vor?
    Bin mal auf die Erklärung gespannt.

    Antwort auf "@ 39 - fse69"
  3. 77. Meinung

    Was sie hier schreiben ist ein Mist.

    Zuerst sollten sie UN Resolution 181 von 1947 lesen.

    Da ist die Teilung von Plaestina von der UN beschlossen worden.

    Was wuerden sie machen wenn Deutschland von der UN geteilt wuerde?

    Es einfach hinehmen oder zu kaempfen.

    Wer gab der UN das recht Palestina aufzuteilen?
    -------
    From Wikipedia, the free encyclopedia

    "Partition of Palestine" redirects here. For the Partition of Palestine into Israel, the Gaza Strip, and the West Bank, see 1949 Armistice Agreements.

    UN General Assembly
    Resolution 181 (II)
    Date: November 29 1947
    Meeting no.: 128
    Code: A/RES/181(II) (Document)
    Vote: For: 33 Abs.: 10 Against: 13
    Result: Recommendation to the United Kingdom, as the mandatory Power for Palestine, and to all other Members of the United Nations the adoption and implementation, with regard to the future government of Palestine, of the Plan of Partition with Economic Union set out in the resolution[1]

    UN 1947 partition plan for Palestine
    Wikisource :
    United Nations General Assembly Resolution 181
    The United Nations Partition Plan for Palestine was a plan for the future government of Palestine. The Plan was described as a Plan of Partition with Economic Union which, after the termination of the British Mandate, would lead to the creation of independent Arab and Jewish States and the Special International Regime for the City of Jerusalem.
    ----------------

    Vielleicht aendert sich ihre Einstelling danach.

    Antwort auf "Räumung"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Benjamin Netanjahu | Hauptstadt | Israel | Ministerpräsident | Nahost | Palästinenser
Service