John Allen kann aufatmen: Das US-Verteidigungsministerium bescheinigte dem Oberbefehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan korrektes Auftreten. Zumindest konnte die Regierung keinen Fehltritt feststellen. Die Generalinspektion des Pentagon ließ den Vorwurf eines "standeswidrigen Verhaltens" durch eine "unangemessene" E-Mail-Kommunikation mit einer verheirateten Frau fallen und sprach Allen von Verstößen gegen militärische Vorschriften "vollkommen" frei.

Auslöser für die Untersuchung war die Affäre um den früheren CIA-Chef David Petraeus. Der war am 9. November wegen der Beziehung mit seiner Biografin Paula Broadwell von der Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes zurückgetreten.

Die außereheliche Beziehung der beiden war bekannt geworden, nachdem Broadwell der Arztgattin Jill Kelley in anonymen E-Mails ein sexuelles Interesse an Petraeus vorgeworfen hatte. Die Ermittler der Bundespolizei FBI, von Kelley selbst auf die Droh-Mails der Petraeus-Geliebten Broadwell aufmerksam gemacht, stießen schließlich auch auf eine Vielzahl von E-Mails zwischen Kelley und Allen.

"Stalking-Opfer" Kelley meldet sich zu Wort

Der US-General konnte sich zwar auf viel Zuspruch stützen – unter anderem hatte ihm Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sein "volles Vertrauen" ausgesprochen –, sah sich aber dennoch mit einem Aus seiner militärischen Karriere konfrontiert: Wegen der "möglicherweise unangebrachten" Kontakte hatte die US-Regierung die Beförderung Allens zum neuen Oberkommandierenden der Nato-Einsätze auf Eis gelegt.

Sowohl Allen als auch Kelley beteuerten stets, keine außereheliche Affäre gehabt zu haben. Auch in einem Interview mit The Daily Beast vom Dienstag wies dies Kelley entschieden zurück. Sich selbst bezeichnete sie als Stalking-Opfer, das von Broadwell in E-Mails "erpresst und bedroht" worden sei. Juristische Schritte lehnt die frühere Freundin der Petraeus-Familie aber ab.