Westjordanland : Israel räumt Protestcamp der Palästinenser

Hunderte Polizisten und Soldaten haben die Besetzer eines Hügels im Westjordanland entfernt. Mit der Räumung des Zeltlagers bekräftigt Israel seinen Plan für die Zone E1.
Israelische Sicherheitskräfte entfernen einen Aktivisten aus dem Protestcamp im Gebiet E1. ©Ammar Awad/Reuters

Israelische Sicherheitskräfte haben das Zeltlager im Westjordanland geräumt, mit dem etwa 250 Palästinenser gegen den Bau einer israelischen Siedlung protestieren. Die Aktivisten seien in der Nacht zu Sonntag weggebracht worden oder hätten es freiwillig verlassen, berichtete die Jerusalem Post.

"Sie sind in unser Lager eingedrungen", sagte am frühen Morgen Abir Copty, eine der Organisatorinnen des Protests. Hunderte Polizisten und Grenzsoldaten beteiligten sich an der von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu angeordneten Zwangsräumung, sagte ein Polizeisprecher.

Nach zwei Stunden sei der Einsatz ohne Zwischenfälle beendet worden. Aktivisten, die das Gelände nicht hätten verlassen wollen, seien weggetragen worden: "Alle wurden vorsichtig und schnell weggebracht, ohne dass Beamte oder Demonstranten verletzt wurden." Festnahmen habe es nicht gegeben.

Die Zelte wurden nicht abgebaut, nachdem das oberste Gericht in Israel am Freitag geurteilt hatte, dass das Zeltlager zunächst für sechs weitere Tage stehen bleiben darf. Nach Auffassung der israelischen Regierung ist die Verbannung der Demonstranten von dem Gelände aber rechtens.

Die Palästinenser hatten am Freitag auf einem Hügel nahe Jerusalem ein Camp errichtet, um gegen die geplante Bebauung des E1 genannten Gebietes zu protestieren. Es liegt zwischen Ostjerusalem und der israelischen Siedlung Maale Admumim. Würde der Hügel von Israel besiedelt, wäre der Zugang der Palästinenser nach Ostjerusalem deutlich erschwert.

"Occupy" findet Nachahmer im Nahen Osten

Mit ihrem Zeltlager kopierten die palästinensischen Aktivisten die Strategien jüdischer Siedler, die oftmals mit illegalen Außenposten auf palästinensischem Boden vollendete Tatsachen schaffen. Die Palästinenser gehen mehr und mehr dazu über, mit gewaltlosen und kreativen Aktionen, die der Occupy-Bewegung entlehnt sind, gegen Israels Siedlungspolitik zu protestieren.

Die Ankündigung der Regierung in Jerusalem, in dem E1 genannten Gebiet Wohnungen zu bauen, hatte Proteste zahlreicher westlicher Staaten verursacht. Auch die Bundesregierung kritisierte, mit der Besiedlung des Areals durch Israel würde die Bildung eines zusammenhängenden Palästinenserstaates weiter erschwert.

Die Palästinenser befürchten, dass die Siedlung eine Zwei-Staaten-Lösung zunichtemachen könnte, da sie das Westjordanland faktisch in Norden und Süden teilen würde. Ein Ausbau Ostjerusalems als künftige Hauptstadt der Palästinenser wäre durch Projekte wie E1 kaum noch möglich.

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Kommentare

41 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Keine gute Begründung ...

... zumal diese Art der Argumentation an Ahmadinedschad erinnert. Juden haben auch seit Jahrhunderten in Europa gelebt, wurden dann von den Deutschen in einem der schlimmsten Verbrechen der Menschheit fast ausgerottet. Und nun dürfen die Palästinenser (deren Name sich von den historischen Philistern ableitet, deren Nachkommen sie sind und die der Menschheit die Seefahrt und das Alphabet geschenkt haben) dafür bluten.

Eigentlich war Ahmadinedschads provokante Aussage genau richtig, um den grundsätzlich antisemitischen Charakter vieler Deutschen zu entlarven. Viele versuchen sich durch "Palästinenser-Bashing" zu als große Freunde der Juden zu profilieren. Aber wenn es darauf ankommt, dann kommt sofort die Haltung: "Bleibt bloß wo ihr seid und kommt nicht zu uns!". Man stelle sich vor, um wieviel ganz Europa davon profitieren würde, wenn Deutschland Meklenburg-Vorpommern oder Sachsen an das Jüdische Volk abtreten würde. Sie würden dort ein Land aufbauen, dass kein Sache oder Meklenburger jemals könnte. Und der Nahost-Konflikt wäre vom Tisch. Wäre das nicht so?!