Simbabwes Präsident Robert Mugabe und Ministerpräsident Morgan Tsvangirai © Jekesai Njikizana/AFP/Getty Images

Nach langen Verhandlungen haben sich in Simbabwe die drei größten Parteien auf einen Verfassungsentwurf verständigt. Präsident Robert Mugabe kündigte die Einigung auf den Entwurf an, nachdem er sich mit seinem Rivalen, Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, dessen Stellvertreter Arthur Mutambara und dem Chef der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), Welshman Ncube, getroffen hatte.

Die Simbabwer sollen in einem Referendum über den Verfassungsentwurf abstimmen, kündigte Mugabe an. Binnen einer Woche wolle er bekanntgeben, wann die Volksabstimmung stattfindet.

Die Verfassung soll das politische System des südafrikanischen Landes reformieren und die Grundlage für glaubwürdige Parlamentswahlen sein. Die letzte Präsidentenwahl im Jahr 2008 war von zahlreichen Unregelmäßigkeiten und gewalttätigen Zusammenstößen geprägt. Tsvangirai zog sich aus der Stichwahl zurück, nachdem seinen Angaben zufolge 300 seiner Anhänger getötet worden waren. Schließlich einigte er sich mit Mugabe auf eine Machtteilung, in deren Zuge er die Leitung der Regierung übernahm.

Tsvangirai sagte, er freue sich, dass mit der Einigung auf die Verfassung "eine lange Reise zu Ende geht". Der Einigungsprozess dauerte mehr als zwei Jahre und war von zahlreichen Verzögerungen und Ausschreitungen bei politischen Kundgebungen geprägt. Das neue Grundgesetz soll die Position des Parlaments stärken, die Dauer der Präsidentschaft auf zehn Jahre begrenzen und die Immunität des Staatschefs einschränken. Mugabe regiert Simbabwe seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1980.