Somalische Extremisten haben nach eigenen Angaben einen als Geisel gehaltenen französischen Geheimagenten getötet. Er sei bereits am Mittwoch enthauptet worden, teilte die Al-Schabaab-Miliz mit. Die Islamisten kündigten an, zu einem späteren Zeitpunkt Audio- und Videomaterial als Beweis für die Tötung zu veröffentlichen.

Französische Spezialtruppen hatten am Samstag in versucht, den Agenten mit dem Decknamen Denis Allex zu befreien. Die Aktion im südsomalischen Ort Bulomarer war aber gescheitert. Unklar war, ob die Geisel dabei ums Leben kam. Der französische Standpunkt dazu lautete, es sei davon auszugehen, dass der Agent bei dem Einsatz getötet worden sei.

Al-Schabaab dagegen behauptete, die Geisel lebe noch und sei weiterhin in ihrer Gewalt. Am Mittwoch kündigten die Islamisten an, Allex zu enthaupten. Sie hatten den Mann seit 2009 in ihrer Gewalt.

Al-Schabaab veröffentlicht Foto von französischem Soldaten

Bei der missglückten Befreiungsaktion am Samstag waren zahlreiche Menschen umgekommen. Das französische Verteidigungsministerium berichtete von einem gefallenen und einem vermissten Soldaten aus eigenen Reihen, zudem seien 17 "Terroristen" getötet worden. Laut Augenzeugen starben auch Zivilisten. Al-Schabaab veröffentlichte später Fotos eines erschossenen französischen Soldaten.

In einigen Medien war spekuliert worden, dass die Befreiungsaktion in Somalia aus Anlass des französischen Militäreinsatzes im mehr als 7.000 Kilometer entfernten Mali versucht wurde. Frankreich befürchte Racheakte gegen alle von Islamisten in Nordafrika entführten Franzosen. Die Regierung in Paris dementierte diesen Zusammenhang.

Die Al-Schabaab-Miliz hat in der Vergangenheit in Somalia zahlreiche Anschläge verübt. Vor einem Jahr schloss sie sich dem Terrornetzwerk Al-Kaida an. Sie versucht, im Süden des Landes einen islamischen Staat zu errichten.