Partido Popular Spaniens Regierungschef Rajoy unter Schwarzgeld-Verdacht
Die Zeitung "El País" wirft der spanischen Regierungspartei PP vor, jahrelang Schwarzgeld an Spitzenpolitiker gezahlt zu haben. Die Partei bestreitet das.
© Sergio Perez/Reuters

Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy
Die spanische Regierungspartei Partido Popular (PP) soll jahrelang an der Steuer vorbei Geld an führende Politiker gezahlt haben. Fast alle Mitglieder der Parteiführung, darunter der jetzige Ministerpräsident Mariano Rajoy, hätten in der Zeit von 1990 bis 2008 in regelmäßigen Abständen Geld ausgezahlt bekommen, die nicht offiziell deklariert worden seien, berichtete die Zeitung El País.
Der Zeitung liegen handschriftliche Abrechnungen der langjährigen PP-Schatzmeister Luis Bárcenas und Álvaro Lapuerta vor. Sie sollen belegen, dass Rajoy über den Zeitraum von elf Jahren einen jährlichen Betrag in Höhe von 25.200 Euro erhalten habe. Das Geld stamme fast ausschließlich aus Unternehmensspenden an die Partei. Einige Zahlungen seien aber nicht genau zuzuordnen, sondern lediglich mit Ortsnamen verbunden.
Möglicherweise hat auch der frühere spanische Ministerpräsident José Maria Aznar Geld über das Schattenkontosystem erhalten. Die El País vorliegenden Dokumente verzeichnen in den Jahren 1990 und 1997 Zahlungen an einen "J.M.". Aznar war von 1996 bis 2004 Ministerpräsident Spaniens.
"Mechanische" Zahlungen an alle Generalsekretäre
Die Auflistung, die El País vornimmt, ist sehr detailliert. Vom Jahr 1997 an, berichtet die Zeitung weiter, seien alle Generalsekretäre und Vizesekretäre der PP "mechanisch" regelmäßig bedacht worden. Auch der Name Rajoys tauche ab 1997 in den Unterlagen auf. Bis 2008 habe er jährlich den immer gleichen Betrag in unterschiedlichen Raten erhalten.
Die PP wies die Vorwürfe zurück. Die Abrechnungen stammten nicht von der Partei, hieß es in einer Erklärung. Zahlungen der Partei an ihre Politiker und Mitarbeiter würden zudem immer den Gesetzen und den Steuerregeln entsprechen.
Regierungschef Rajoy ließ über sein Büro mitteilen, dass seine vor Kurzem abgegebene Erklärung gelte, nach der er nicht an unangemessenen Vorgängen beteiligt gewesen sei. Er hatte zudem eine externe Prüfung der Parteikonten angekündigt.
- Datum 31.01.2013 - 12:21 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, tis, ae
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... zwischen SchwarzGelb und SchwarzGeld kommt offensichtlich nicht von ungefähr.
...wir haben es mit ehrenwerten Männern zu tun. Gerade in Spanien ist die Verquickung des korrupten Polit-Sektors mit dem korrupten Finanz- und Bausektors besonders schlimm, was Berlin nicht hindert, für die Folgen den deutschen Steuerzahler haften zu lassen.
Derweil kommen in Italien die Untersuchungen in Sachen Super-Mario Bazooka Draghi im Zusammenhang mit der dreifach geretteten Monte-Paschi-Pleitebank in Gang, wohl nur eine von vielen Leichen des dauer-alimentierten Finanzsektor Italiens. Warum hat der ehemalige italienische Zentralbankchef seine Oberaufsicht vernachlässigt und wissentlich Verluste dieses (...und möglicherw. weiterer...) Geldinstitute verschwiegen?
Honi soit qui mal y pense
No les votes! http://www.nolesvotes.com/ Stammt von 2010 und ich wette meine Tugend darauf, daß man bei genauerem Hinsehen nicht nur bei der PP, sondern genau so auch bei der PSOE und der CIU fündig würde - mit Bestechung durch Baulöwen.
In Spanien gefällt man sich aber besser, Baltasar Garzón ein Berufsverbot zu erteilen http://www.zeit.de/politi... die Indignados nieder zu prügeln http://www.zeit.de/politi... die RKK auch mit Falangisten ins Bett gehen zu lassen http://diepresse.com/home... http://www.faz.net/aktuel... sich über 50% Jugendarbeitslosigkeit und über 25% Arbeitslosigkeit zu leisten, Polizisten nicht mehr zu bezahlen http://www.zeit.de/2012/3... und die Banken retten zu lassen. Hauptsache, die Baubranche und all ihre Gönner, Förderer und Nutznießer bleiben unbehelligt.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Debatte. Danke, die Redaktion/au
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