GrenzkonfliktSudan und Südsudan wollen entmilitarisierte Grenzzone einrichten

Schon vor Monaten hatten sich Sudan und Südsudan auf mehrere Wirtschafts- und Sicherheitsabkommen geeinigt – umgesetzt wurde keines. Nun gibt es einen konkreten Zeitplan.

Sudans Präsident Omar al-Baschir

Sudans Präsident Omar al-Baschir  |  © Mohamed Nureldin Abdallah /Reuters

Zwischen dem Sudan und dem vor eineinhalb Jahren unabhängig gewordenen Südsudan gibt es eine Annäherung. Die Präsidenten beider Staaten, Omar al-Baschir und Salva Kiir, einigten sich am Samstag auf die Einhaltung eines Zeitplans zur Beilegung von Streitigkeiten. Beide hätten zugesichert, bereits vereinbarte Wirtschafts- und Sicherheitsabkommen ohne Bedingungen umzusetzen, sagte der Vermittler der Afrikanischen Union, Thabo Mbeki, nach zweitägigen Gesprächen in der äthiopischen Stadt Addis Abeba. Die Afrikanische Union werde den konkreten Zeitplan bis zum 13. Januar festlegen.

Unter anderem ist die Einrichtung einer entmilitarisierten Pufferzone entlang der Grenze geplant. Sie soll Mbeki zufolge sobald wie möglich entstehen. Beide Seiten einigten sich darauf, entsprechende Gebiete entlang ihrer fast 2.000 Kilometer langen Grenze auszuweisen.

Anzeige

Die Wirtschafts- und Sicherheitsabkommen waren bereits im September unterzeichnet, aber nie umgesetzt worden. Sie sehen neben der entmilitarisierten Zone auch die Wiederaufnahme von Ölexporten aus dem Süden durch Pipelines im Norden sowie die Öffnung von Grenzübergängen für den Handel vor.

Status der symbolträchtigen Grenzregion Abyei unklar

Ein Streitpunkt bleibt weiterhin der Status der ehemals ölreichen Grenzregion Abyei. Sie hat für beide Länder großen Symbolcharakter sowie reiche Weidegründe für die Nomadenvölker in dem Gebiet.

Die politischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind seit der Unabhängigkeitserklärung des Südens im Juli 2011 gespannt. Der Unabhängigkeit des Südsudan war ein zwei Jahrzehnte währender Bürgerkrieg vorausgegangen. Bis zu einem Friedensabkommen im Jahr 2005 wurden dabei nach amtlichen Angaben zwei Millionen Menschen getötet. Im September hatten sich beide Seiten auf den Abzug ihrer Truppen aus dem Grenzgebiet geeinigt, aber dies bisher nicht umgesetzt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Bevoelkerung antun, wenn sie sich durch einseitige Stimmungsmache in die Belange einer fremden Bevoelkerung und deren Wirtschaftssystem einmischen.
    Es waere gut, wenn Europa damals als der Sudan geteilt wurde, die Lage nicht eskalieren haetten lassen duerfen. Dadurch waere klar gewesen, dass die Bevoelkerung noch versorgt gewesen waere und nicht wie es jetzt ist, dass die eigentlichen Besitzer sich nicht mehr zu ihren Haeusern trauen, weil es jetzt ein geteiltes Land ist.
    Die Pufferzone ist eine Moeglichkeit aber keine Loesung, da hier die Rechtsverhaeltnisse absolut fehlgedeutet werden und so andere Leute bevorzugt werden.

    • HMRothe
    • 06. Januar 2013 15:19 Uhr

    mit der Meldung an gleicher Stelle über den Vormarsch von "Rebellen" auf die Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik vor ein paar Tagen?
    http://www.zeit.de/politi...
    Dass es in keinem der beiden Artikel erwähnt wird, dass diese beiden Kunststaaten aneinandergrenzen, heisst ja nicht, dass man als Leser auch von allein darauf kommen kann

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Thabo Mbeki | Sudan | Afrikanische Union | Beziehung | Bürgerkrieg | Handel
Service