BürgerkriegGeheimdienste sprechen von Chemiewaffen-Einsatz in Syrien

Bei Kämpfen in Homs soll die syrische Armee Chemikalien als Waffe genutzt haben. Der Sprengsatz enthielt einen nicht tödlichen Stoff. Dennoch könnte dies Folgen haben.

Straße in der syrischen Stadt Homs

Straße in der syrischen Stadt Homs  |  ©REUTERS/Stringer

Westliche Geheimdienste wissen einem Bericht zufolge von einem Chemiewaffen-Einsatz der syrischen Armee. Die französische Zeitung Le Monde berichtete unter Berufung auf mehrere Quellen in den Diensten, das Militär sei am 23. Dezember in Homs damit gegen Oppositionelle vorgegangen. Der Sprengkörper sei bei Kämpfen in dem Stadtteil Al-Bayyada explodiert.

Es habe sich aber um eine nicht tödliche Waffe gehandelt: Sie sei dazu gedacht, Menschen kampfunfähig zu machen. Laut Le Monde decken sich diese Geheimdienstinformationen mit Schilderungen von Bewohnern und Ärzten vor Ort. Auch die syrische Opposition hatte schon über Chemiewaffeneinsätze geklagt.

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Sollte sich die Meldung bestätigen, könnte sie gravierende Folgen haben: US-Präsident Barack Obama hatte das Regime von Baschar al-Assad mehrfach gewarnt, dass der Einsatz von Chemiewaffen eine westliche Militärintervention zur Folge haben würde. Unklar ist, ob die USA auch nicht tödliche Chemiewaffen als Grund für einen Truppeneinsatz sehen würden.

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Leserkommentare
  1. Es habe sich aber um eine nicht tödliche Waffe gehandelt: Sie sei dazu gedacht, Menschen kampfunfähig zu machen.

    Nennt man gemeinhin Tränengas und kommt bei uns bei jeder Demo zum Einsatz.

    Die Le Monde soll sich nicht lächerlich machen, da die US-Geheimdienste bereits abgerückt sind von ihren Vorwürfen bezüglich chemischen Waffen:

    Damaskus/Washington - Die US-Regierung ist von einem bekannt gewordenen Bericht des Außenministeriums über einen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien abgerückt. Es gebe keine Beweise dafür, dass die syrische Führung neue Maßnahmen zum Einsatz von Chemiewaffen ergriffen habe, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Tommy Vietor, am Dienstagabend (Ortszeit).

    Der Bericht soll sich auf Aussagen von Aktivisten, Ärzten und Deserteuren in Syrien stützen und zugleich die bisher umfassendsten Bemühungen der USA darstellen, Angaben der syrischen Opposition nachzugehen. Vietor erklärte dazu, Medienberichte über einen mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien stimmten nicht mit dem überein, was die US-Regierung über das syrische Chemiewaffenprogramm wisse.

    http://derstandard.at/135...

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    Angeblich wurde BZ-Gas eingesetzt. Das entscheidet sich ganz massiv von Tränengas, weil es ein Psychokampfstoff ist. Führt zu Halluzinationen, Verwirrtheit, Amnesie usw. In Extremfällen kann eine Nebenwirkung des Gases eine bleibende Wesensveränderung sein, ähnlich wie beim Drogenmissbrauch.
    Die Frage ist halt nur, ob es auch wirklich eingesetzt wurde...

  2. Nur zur Erinnerung an das regierende politische Berufsheuchlertum die deswegen jetzt eine Intervention fordern, und ohne derartige Einsätze in Syrien gutzuheißen:
    CS-Gas und Pfefferspray sind ebenfalls chemische Waffen, die auch in den westlichen Staaten gerne und reichhaltig gegen Demonstranten eingesetzt werden, ja, Demonstranten,
    keine bewaffneten Aufständischen!

    28 Leserempfehlungen
  3. "Bei Kämpfen in Homs soll die syrische Armee Chemikalien als Waffe genutzt haben.

    Aber so was von.

    Wie soll ich denn eine Bombe, die boom macht, ohne Chemikalien bauen?

    Was das andere angeht: Vielleicht haben die "Freiheitskämpfer" nur schlechten Stoff geraucht. Da ist den wohl ein bisschen schwindelig geworden.

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    in einem Post gelesen...

    dabei wikipedia so nah...

    oder wars nur ein schlechter Witz?

  4. Videos davon gibt es bereits im WorldWideWeb. Weshalb "Zeit-online" die LeMonde Kurz-News zu diesem Thema wiederholt scheint seltsam. Alle Videos belegen, dass es sich bei besagtem "Kampfstoff" eben nicht um Giftgas handelt.

    Frage: "Welche Geheimdienste sind denn gemeint? Doch nicht etwa der bundesdeutsche BND mit Herrn Schindler an der Spitze?"

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    Redaktion

    ... mal abgesehen davon, dass nicht von Tränengas sondern von einem Nervenkampfstoff (Agent 15) die Rede ist: Aus dem Le Monde - Blogeintrag geht hervor, dass nicht näher bezeichnete Geheimdienstquellen (ja, ich weiß. Jaja. Niemand behauptet hier, dass das alles definitiv wahr sei, was Le Monde da weitergibt) den Einsatz als Test auf die amerikanische Reaktion werten: http://abonnes.lemonde.fr...

    • khbk
    • 19. Januar 2013 14:27 Uhr

    mit welchen Lügen der Militäreinsatz der USA in Syrien gerechtfertigt wird. Dieser wird sowieso kommen.

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    mal abwarten...

  5. 6. .....

    [Es habe sich aber um eine nicht tödliche Waffe gehandelt: Sie sei dazu gedacht, Menschen kampfunfähig zu machen.]

    Sehr interessant....

    2 Leserempfehlungen
  6. 7. Sinn?

    Irgend einen strategischen Sinn würde ein Einsatz von Giftgas durch den syrischen Staat nicht machen. Der oft als kurz bevorstehend angekündigte Zerfall dieses Staates scheint nicht vor der Tür zu stehen, über die militärische Gesamtsituation existieren unterschiedliche Versionen.

    Wenn dieser Einsatz von (echtem) Giftgas trotzdem eintreten sollte, dann weiß ich, wessen Interessen damit als einzige bedient werden.

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    • kai1
    • 19. Januar 2013 16:37 Uhr

    Zitat:

    "Wenn dieser Einsatz von (echtem) Giftgas trotzdem eintreten sollte, dann weiß ich, wessen Interessen damit als einzige bedient werden."

    Darf ich raten? Diejenigen der säbelrasselnden USA? Oder diejenigen der Türken als Strohmänner der säbelrasselnden USA (im Verbund mit der säbelrasselden Berliner Regierung, die es gar nicht erwarten kann, die "Patriots" der Bundeswehr endlich einmal im scharfen Schuss zu testen).

    Na, habe ich die volle Punktzahl im heiteren Verschwörungstheorie(n)raten?

  7. 8. [...]

    Doppelpost. Danke, die Redaktion/mo.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, rav
  • Schlagworte Bürgerkrieg | Syrien | Barack Obama | Militär | Arzt | Geheimdienst
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