BürgerkriegUN sehen eine Million Syrer von Hunger bedroht

Die Vereinten Nationen warnen vor einer Nahrungsmittelkrise in Syrien: Immer mehr Menschen müssen Hunger leiden, die UN schafft es nicht, sie ausreichend zu versorgen.

Der Bürgerkrieg in Syrien sorgt nach Angaben der Vereinten Nationen für wachsenden Hunger in der Zivilbevölkerung. Eine wachsende Zahl von Menschen ist demnach auf Hilfslieferungen angewiesen, doch längst nicht alle können auch versorgt werden: Obwohl nach Schätzungen der UN-Ernährungshilfe 2,5 Millionen Syrer Lebensmittelrationen bräuchten, können die Vereinten Nationen diese nur für etwa 1,5 Millionen bereitstellen. Viele besonders unsichere Konfliktzonen könnten von den Helfern schlichtweg nicht erreicht werden.

Es mangle vor allem an Brot, aber auch an Treibstoff, sagte eine Sprecherin. Die Lebensmittelpreise hätten sich verdoppelt. Auf humanitäre Hilfe sind demnach mittlerweile vier Millionen Syrer angewiesen – im März 2012 waren es noch eine Million gewesen.

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Wie die Vereinten Nationen mitteilten, sind die Hilfsorganisationen außerdem überlastet, es fehle an Kooperationspartnern. Die Ernährungshilfe habe es nicht geschafft, sein Hilfsnetzwerk in besonders schwer getroffenen Gebieten auszuweiten. Der wichtigste Partner der UN, der Rote Halbmond, könne seine Kapazitäten nicht mehr aufstocken. Weil sich die Situation in Syrien immer mehr verschlechtere, hätten UN-Mitarbeiter die Provinzen Homs und Aleppo verlassen müssen.

600.000 Flüchtlinge

In Syrien kämpfen Rebellen seit fast zwei Jahren gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad, der Konflikt hat sich längst zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen. Mehr als 60.000 Menschen sind seit Beginn der Kämpfe getötet worden, etwa zwei Millionen mussten ihre Häuser verlassen.

Die Zahl der registrierten syrischen Flüchtlinge im Ausland ist nach UN-Daten im vergangenen Monat auf fast 600.000 angestiegen. Auch viele der geflohenen Syrer leiden unter schlechten Lebensbedingungen. Viele von ihnen leben in Zelten, in den türkischen Gebieten an der Grenze zu Syrien, wo sich viele Auffanglager befinden, herrschen derzeit nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt.

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Leserkommentare
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  2. nochmals danke an die musterknaben demokratien aus dem arabischen raum und die weltverbesserer des westens, die dieses leid erst möglich gemacht haben ...

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    Syrien und durch das Veto Russland und Iran haben das Leid in Syrien erst möglich gemacht. Selbstblendung ist auch eine Blendung. Was kann der Westen dafür, das die dort unten sich die Platte reinschlagen und Assad nicht gehen will um dies zu beenden?

    • EU fan
    • 09. Januar 2013 8:30 Uhr

    na solange die Versorgung der Terroristen (oder der rechtmaessigen Opposition, je nach Sichtweise) mit Waffen noch Reibungslos klappt sehe ich kein echtes Problem!

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  3. ...der selbstsüchtige Diktator neben seiner Entourage.

    Wer es bisher nicht geglaubt hat, dem muss es spätestens bei der letzten Rede Assads klargeworden sein, wo er dem Beispiel Gaddafis folgend tief in die historische Mottenkiste unpassender Vergleiche für die Andersdenkenden und die Mehrheit in seiner Bevölkerung gegriffen hat, vgl.

    http://www.zeit.de/politi...

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    • ST_T
    • 09. Januar 2013 11:03 Uhr

    Seit wann sind die Rebellen stellvertretend für die Mehrheit?
    Haben Sie für Ihre Aussagen irgendwelche Belege?

  4. Die Schergen der GCC- und NATO-Staaten, geben sich die grösste Mühe, dass die Infrastruktur dieses Landes nachhaltig gestört ist. Darüber hinaus überziehen EU und andere "Friedensengel", Syrien seit Monaten mit Sanktionen.

    Wen wundert es also, dass die Situation sich weiter verschlechtert? Wann wird sich der UN-Sicherheitsrat endlich, für eine Resolution stark machen, die die islamiastischen Halsabschneider und ihre Unterstützer verurteilt und so an die Wurzel des Übels geht?

    Beim Kampf um die Kriegsbeute, zerfleischen sich die Bluthunde gelegentlich auch selbst:

    "Syrischen Rebellen beim Gerangel um Kriegsbeute abgelenkt
    Plünderungen, Fehden und geteilte Loyalitäten drohen die Einheit der Kämpfern zu zerstören - der Krieg tritt in eine neue Phase"
    http://www.guardian.co.uk...

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  5. Syrien hat 21 Mio. Einwohner (Stand: 2010). Davon sollen 5% auf der Flucht sein? Das entspräche einer Zahl von 4 Mio. Flüchtlingen, wenn man die BRD zum Maßstab machte.

    Ergebnis:

    Die UN gaukelt uns hier Zahlen vor, die allenfalls am Ende des 2. Weltkriegs festgestellt wurden.

    Agitation ist aber keine gute Grundlage für einen fairen Ausgleich der Interessenlagen der Ethnien in Syrien, schon gar nicht für einen militärischen Eingriff durch Deutschland. Also: Cool bleiben!

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    • Nizzre
    • 09. Januar 2013 9:17 Uhr

    ... Kriege dauern umso länger, je mehr die Kämpfer beider Seiten davon überzeugt sein können, dass für "Mütter, Frauen und Kinder" ja gut gesorgt wird.

    Die UN und Hilfsorganisationen machen immer wieder den Fehler, Zivilbevölkerung in Konflikten zu versorgen. Das gibt den Kämpfern einen fatalen Rückhalt und eine moralische Beruhigung.

    Kriege, deren Basis ideologische Verblendung, Religion und Hass sind, enden nur dadurch, dass keiner mehr etwas "zu beißen" hat und dass die Konfliktparteien am Boden liegen bzw. gezwungen sind, die Waffen zu strecken, um zum Pflug zu greifen.

    Auch der 2. Weltkrieg wäre niemals zuende gegangen, wenn "die UN" und Hilfsorganisationen die deutsche Zivilbevölkerung mit Futter und Medikamenten versorgt hätten.

    Humanitäre Hilfe ist etwas, das eine Belohnung für Frieden sein sollte.

    So grausam das klingt.

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    ursache des gemetzels in Syrien ist "ideologische Verblendung, Religion und Hass"?
    weshalb es das beste sei, die einfach alle auszuhungern, die zivilist_innen, mit kind und kegel.
    und wenn das erfolgreich erledigt ist - dann greift dort bitte wer zum pflug? und zu welchem?

  6. Kenne nun nicht genau den Sanktionskatalog unserer 'Vorbilder' für Demokratie und Menschenrechte gegen Syrien. Allerdings sind Mangel und Hunger in den auf der Demokratisierungsliste befindlichen Ländern immer wieder Ziel von Sanktionen (zB Brotpreise im Iran). Ausserdem hilft die Bundeswehr mit ihrer Aufklärungstätigkeit den sog. Rebellen Versorgungswege und Leitungen zu sabotieren. Es trifft direkt die Bevölkerung. Da kann man ansetzen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, nf
  • Schlagworte Bürgerkrieg | UN | Vereinte Nationen | Brot | Flüchtling | Hilfsorganisation
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