Naher OstenIsrael musste Syrien angreifen

Es geht um die Hisbollah, nicht um den Sturz Assads: Waren wirklich syrische Waffen auf dem Weg in den Libanon, hat Israel nur rational gehandelt. Von Carsten Luther von 

Eine Einheit des Iron-Dome-Raketenabwehrsystems nahe Haifa im Norden Israels

Eine Einheit des Iron-Dome-Raketenabwehrsystems nahe Haifa im Norden Israels  |  © Oren Ziv/Getty Images

Nur eines scheint nach den jüngsten alarmierenden Meldungen aus dem Nahen Osten bislang sicher zu sein: Die israelische Luftwaffe hat in den vergangenen Tagen Einsätze auf syrischem Gebiet geflogen. Unklar ist, ob die Luftschläge einen Konvoi russischer Boden-Luft-Raketen auf dem Weg in den Libanon trafen, ein Chemiewaffen-Forschungszentrum nordwestlich von Damaskus oder ein anderes militärisches Ziel. Darüber gehen die Informationen auseinander. Eindeutig jedoch ist, dass die Angriffe letztlich gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon gerichtet waren, Israels ärgstem Feind.

Überraschend kam die israelische Operation für Fachleute nicht. Denn nicht erst seit der Konflikt in Syrien zwischen dem autoritären Regime von Präsident Assad und den Aufständischen immer unübersichtlicher wird, treibt Israel die Sorge um, syrische Waffen, insbesondere Chemie-Waffen könnten in die Hände der Hisbollah gelangen.

Anzeige

Seit dem Libanon-Krieg 2006 hat die radikalislamische Miliz mit massiver Unterstützung von Iran und Syrien versucht, ihre militärische Handlungsfähigkeit wiederherzustellen und zu verstärken. Der damalige israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte schon 2008 deutlich gemacht, wann aus Sicht seines Landes die "rote Linie" überschritten wäre: Wenn solche Waffen aus Syrien in den benachbarten Libanon kämen, die die militärische Balance zwischen Hisbollah und Israel gefährdeten. Russische SA-17-Raketenbatterien, wenn sie denn das Ziel waren, hätten Israels Lufthoheit über dem Libanon gefährdet. Chemische Kampfmittel, die in die Hände der Hisbollah gelangen könnten, wären ebenfalls ein plausibles Ziel.

Deshalb ist der Angriff sicher nicht so zu verstehen, dass sich Israel in den Bürgerkrieg im Nachbarland einmischen möchte. Denn die Regierung in Jerusalem hat in der Vergangenheit durchaus mit Assad und seinem Vater, wenn auch vertraulich, verhandelt, um den immer noch herrschenden Kriegszustand zwischen beiden Ländern zu beenden. Bei einem Sieg der Opposition muss Israel hingegen befürchten, dass ähnlich wie in Ägypten islamistische Kräfte in Damaskus an die Macht kommen.

Es dürfte sich also in erster Linie um eine Selbstschutzmaßnahme gehandelt haben. In den zurückliegenden Tagen hatte Israel wiederholt eindringlich gewarnt, dass ein solcher Einsatz nötig werden könnte. Auch hatte die Armee bereits nahe der nördlichen Grenze zum Libanon Einheiten des Iron-Dome-Raketenabwehrsystem in Stellung gebracht.

Iran und Hisbollah drohen nur

Rund um die Uhr, so hört man, hält das israelische Militär per Satellitenüberwachung nach möglichen Waffen-Konvois und anderen verdächtigen Bewegungen in Syrien und über die Grenze zum Libanon Ausschau. Seit Jahren ist es das vornehmliche Ziel der Geheimdienste, den Verbleib von Russland gelieferter Mittelstrecken- und Luftabwehrraketen nachzuvollziehen und das Chemiewaffenprogramm im Auge zu behalten.

Auch deshalb ist nicht davon auszugehen, dass der Bürgerkrieg in Syrien nun die Grenzen überschritten oder die gesamte Region ergriffen hat. Das ist längst geschehen, und ein Konflikt dieses Ausmaßes betrifft immer eine ganze Region. Zumal Israel im Grunde seit 1967 mit Syrien einen stillen Krieg führt. Nun, da die Lage sich mehr und mehr der Kontrolle entzieht, handelt Israel nur konsequent, um unmittelbare Gefahren für sich abzuwehren. Es kann aber kein Interesse daran haben, sich in die Kämpfe in Syrien selber hineinziehen zu lassen.

Ebenso wenig wird der Iran trotz aller Vergeltungsdrohungen eine Eskalation wollen. Die Hisbollah dürfte sich ebenfalls still verhalten. Denn alles andere gäbe Israel nur einen weiteren Anlass für einen Angriff auch gegen den Iran.

Natürlich hat Teheran dennoch das Ziel, die Hisbollah weiter zu stärken. Denn wenn das Assad-Regime fällt, verliert Iran einen der letzten Verbündeten in der Region. Dann bliebe als Unterstützer im Kampf gegen Israel nur noch die schiitische Miliz, die den Libanon beherrscht. Ein Sturz Assads wiederum würde allerdings die Hisbollah von militärischer Unterstützung und Waffenlieferungen aus dem Nachbarland abschneiden. Das werden auch die in Syrien aktiven iranischen Kämpfer und Berater wahrscheinlich nur hinauszögern, aber nicht verhindern können.

Ob der Iran direkt an den vermuteten Waffenverlegungen beteiligt war, ist zwar bislang nicht klar. Für den Fall eines Umsturzes in Damaskus dürfte die Führung in Teheran jedoch sehr daran gelegen sein, zumindest einen Teil des Arsenals von Assad den libanesischen Freunden zu verschaffen. Und Israel muss genau dies fürchten.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Das war ein sachlich und neutral formulierter Artikel, wofür ich sehr dankbar bin.

    31 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Bashu
    • 31. Januar 2013 21:33 Uhr

    Ja, schon der Titel verrät, dass der Bericht neutral ist und sehr kritisch mit einer militärischen Aggression (bei der womöglich wenn nicht wahrscheinlich Menschen um's Leben kamen) umgeht.

    • dvier
    • 31. Januar 2013 22:49 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke, die Redaktion/ls

    @Bashu: ich finde, daß in dem verwendeten Kontext "musste" nicht als Begründung oder Entschuldigung gebraucht wird, sondern argumentativ, also als logische Schlußfolgerung.

    Ich verstehe aber auch, dass Emotionen hochkochen, wenn "musste" wertend interpretiert wird.

    • hladik
    • 01. Februar 2013 11:03 Uhr

    ... Formulierungen wie "Israel musste...", "Israel hat nur rational gehandelt".

    Rational ist ueberhaupt nicht das Problem. Rational handelt auch die Hisbollah, wenn sie Waffen von Syrien annimmt. Rational handelt auch, wer einen Eroberungskrieg fuehrt, bei dem der zu erwartende Gewinn durch die Unterwerfung des Opfers groesser ist als die zu erwartenden Kriegskosten.

    Die Frage ist doch nicht, ob es rational war, sondern ob Israel dazu das Recht hatte. Und das hatte es natuerlich nicht, schliesslich gab es keine UNO-Resolution.

    Ach ja, ich vergass, eine UNO-Resolution kann es ja nicht geben, weil die UNO antisemitisch ist. Sorry, mein Fehler. Israel musste so handeln. (SCNR)

    • fse69
    • 01. Februar 2013 11:37 Uhr

    "... Gute Berichterstattung
    Das war ein sachlich und neutral formulierter Artikel, ..."

    ... lasse ich mal dahingestellt: es ist vor allem ein Kommentar, der der Logik des gewohnten medialen Rechtfertigungsdiskurses für israelische Politik folgt. Damit kann er schon mal per Definition nicht neutral sein. Und es ist ja schön, dass der Autor die roten Linien israelischer Politik skizziert, dass Israel hingegen zur Durchsetzung und Aufrechterhaltung dieser roten Linien auf eine militärische Aggression zurückgreift, die ohne "wenn und aber" das Potenzial hätte, als verbrecherischer Eröffnungsakt eines Angriffskrieges durchzugehen, wird mit keinem Wort thematisiert. Schon deswegen kann der Kommentar auch nicht als umfassend und gut bezeichnet werden.

    Und mit welcher Selbstverständlichkeit der Autor postuliert, dass Israel eine wie auch immer geartete Legitimität eines Anspruchs auf Lufthoheit über den Libanon behaupten könne, muss man schon fast als dreist bezeichnen.

    Die Ermangelung eines tieferen analytischen Verständnisses des Interessengemenges Israel-Hisbollah-Iran sei da noch nachgesehen. Es ist nämlich genau umgekehrt: Iran braucht Hisbollah nicht als Verbündeten gegen Israel als Primärziel, sondern es braucht das Feindbild Israel, um schiitische Brückenköpfe wie die Hisbollah in seiner strategischen Machtpolitik im Dauerkonflikt gegen die Welt des sunnitischen Islams legitimieren zu können.

    Zusammengefasst: guter PR-Text für Lobbyisten, journalistisch unbrauchbar.

  2. Deshalb ist der Angriff sicher nicht so zu verstehen, dass sich Israel in den Bürgerkrieg im Nachbarland einmischen möchte.

    Wieso konnte man dann in der deutschen Presse schon vor geraumer Zeit lesen, dass sich auch israelische Spezialeinheiten auf syrischem Gebiet befinden. Ich glaube, die Meldung war von N-TV bin mir aber nicht sicher.

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Aber genau dieses Interesse haben die Israelis nicht. Israel will sicherstellen, dass dem eigenen Land keine Gefahr aus den Nachbarländern droht.

    Was der Artikel sehr klug umreisst, ist das fragile Gleichgewicht der Region. Sobald Israel das Gefühl bekommt, dass sich dieses nicht nur verschiebt, sondern ihm durch diese Verschiebung eine Gefahr droht, wird die Bedrohung beseitigt. Eigentlich verständlich.

    vielleicht sollten sie doch mal versuchen, die quelle zu erinnern.

    israel steht mit syrien im Krieg - völkerrechtlich betrachtet. Die Kriegserklärung der Syrier von 1949 wurde nie rückgängig gemacht. Rein völkerrechtllich also handelt es sich um einen ganz normalen Kriegsakt. Ebenso steht Israel seit 1949 mit dem Irak im Krieg, daher war der Angriff Israels auf den Irak völkerrechtlich vollkommen "in Ordnung".
    Ob das politisch, menschlich oder überhaupt klug war, ist eine Sache, welche hoch auch in Deutschland immer emotionell diskutiert wird. So schlimm es um die Palästinenser steht, im Vergleich zu sehr vielen anderen Völkern auf dieser Welt, geht es ihnen noch recht gut. Nur - niemand macht um sie grosses Aufheben. Oder werden die tausende von Morde, welche die Guatemaltekische oder die mexikanische Regierung jedes Jahr an den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents vornimmt irgendwo diskutiert? Das nur ein Beispiel, es liessen sich viele, viele bringen.

  3. Das war praktisch ein innerer Drang, da konnte sich Israel nicht gegen wehren. Es musste einfach angreifen.

    Und so wird man es auch bei einem Angriff gegen den Iran lesen können. In den System-Medien.

    Würde man das auch bei einem Angriff der Hisbollah gegen die USA so sehen?

    Logisch, die Hisbollah musste die USA angreifen. Schließlich ist die USA der größte Waffen-, Geld- und Logistik-Lieferant Israels.

    Dieselbe Logik. Ich würde eher sagen. Derselbe Unsinn.

    Es ist Kriegs-Propaganda.

    Ich finde es bitter, das dies so stark von der ZEIT unterstützt wird.

    117 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und welches System steckt bitte schön hinter Ihrer systematischen Weigerung sich auf die Argumentation dieses Artikels einzulassen.

    Haben Sie diesen übrigens sehr sachlichen und argumentativen Artikel, der sehr gut die handelnden Parteien in der Region benennt, ihre Interessen und möglichen Ziele beschreibt, und die daraus resultierende Wahrscheinlichkeit, wie sie sich auch weiterhin verhalten könnten, überhaupt gelesen?

    Der Artikel nennt beim Namen, ohne irgendetwas zu beschönigen.

    Ein informativer Artikel, der mir hilft, die Dinge in der Region besser einordnen zu können.

    Ich bin nämlich nicht mit der Kristallkugel in der Hand geboren worden, und vorgefasste Meinungen - mit keinem Argument der Welt revidierbare Ansichten -, waren und sind mir seit jeher äußerst suspekt.

    Wo gibt es hier ein Problem mit der Logik?
    1. Syrien hat Chemiewaffen.
    2. Das syrische Regime verliert die Kontrolle.
    3. Daher könnte die Hisbollah syrische Chemiewaffen erhalten
    4. und Israel damit drohen oder sie sogar einsetzen.

    Die Schlüsse sind zwar nicht zwingend, aber denkbar und plausibel. Du kannst von mir aus Fakten bestreiten, und uns dann an deinen Top-Informationen teilhaben lassen, aber die Logik ist eigentlich ziemlich simpel. Bei aller Kritik an Israel sollte man nicht erwarten, dass es seelenruhig zusieht, wie seine Bürger durch Giftgas sterben. Mir gefällt an Israel, dass ihm der Schutz seiner Bürger so wichtig ist. Die Hamas dagegen schießt immer wieder Raketen auf Israel und es ist ihr dabei scheißegal, dass das hunderte von Gaza-Bewohnern das Leben kosten kann. Die Hamas und ebenso die Hisbollah stehen für eine Kultur des Todes. Sie stehen dem Frieden in der Region mindestens genauso im Wege wie die israelischen Westbank-Siedlungen.

    • RStaunt
    • 01. Februar 2013 0:55 Uhr

    Entfernt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/kvk

    Entfernt. Wir freuen uns über konstruktive Kritik. Danke. Die Redaktion/kvk

  4. es handelte sich um einen Angriff auf ein fremdes Staatsgebiet. Darf man das, oder darf man überhaupt fragen ob man das darf.

    47 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sicher stellen Sie der Gegenseite ebenso "kritische" und "mutige" Fragen. Dürfen Hamas und Hisbollah israelische Ortschaften mit Raketen und Mörsergranaten beschießen? Sicher beschweren Sie sich regelmäíg über die fast täglichen Angriffe auf israelische Zivilisten, die vor allem aus dem Gazastreifen erfolgen. Und Sie kritisieren sicherlich auch den Iran für seine wiederholten Vernichtungsdrohungen gegen Israel und den Rest der Welt. Gegen den Rest der Welt? Ja, der Iran droht nicht nur Israel, sondern bringt seinen Schulkindern bereits bei, dass es die Aufgabe des Irans sei, die Welt zu islamisieren oder bei dem Versuch zusammen mit der Welt unterzugehen. Auch das zweite wird als Sieg verkauft, da auf diese Weise alle Ungläubigen in die Hölle und alle Moslems ins Paradies kommen sollen. Das Märchen, es handele sich dabei um Übersetzungsfehler, sparen Sie sich bitte.

    Der Angriff mag nachvollziehbar und (aus israelischer Sicht) "rational" sein.

    NUR: Was rational ist, muss noch lange nicht rechtens sein.

    Das hier ist so ein Fall: Die Intervention stellt eine Verletzung der in der Satzung der Vereinten Nationen verankerten staatlichen Souveränität dar.

    (Einschlägig die Artikel 2 Ziff. 1 sowie 2 Ziff. 4 UN-Charta.)

    Zu der Beurteilung Israels, die i.d.R. einseitig ist, hier folgendes Zitat:
    Israel hat kürzlich darauf hingewiesen, dass die mehrheitliche Unterstützung der Weltgemeinschaft für die Anti-Terror-Mission Frankreichs im westafrikanischen Mali deutlich die Doppelmoral aufzeige, wenn es um die Sicherheit des jüdischen Staates geht. „Die Bedrohung besteht durch einen Terroristenstaat an der Türschwelle zu Frankreich und Europa,“ erklärte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian vor zwei Wochen als die Militärkampagne begann. Der israelische Botschafter bei der UN, Ron Prosor (siehe Bild), spielte während einer UN Sicherheitsratssitzung auf diesen Umstand an als er sagte: „Wenn Mali an Frankreichs Haustür ist, dann ist Gaza in unserem Wohnzimmer.“
    – Und so ist auch Syrien und der Libanon in Israels Wohnzimmer.
    Jeder, der hier einen Kommentar gegen Israels Reaktion abgibt, möge sich mal prüfen, wenn in Deutschlands Nachbarstaaten soetwas wie in Syrien und im Libanon laufen würde.

    • Bashu
    • 31. Januar 2013 21:47 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und beteiligen sich sachlich an der Diskussion. Danke, die Redaktion/ls

    • Nero11
    • 01. Februar 2013 3:46 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Provokation. Danke. Die Redaktion/kvk

  5. Es kann irgentwie kein Zufall sein, dass seit Monaten Militäranlagen wie Flugabwehrgeschütze von den am Boden kämpfenden Milizen angegriffen werden. Warum riskieren die Milizen viel, diese gut beschützten Anlagen anzugreifen, obwohl ihnen garkeine Flugzeuge zur Verfügung stehen?

    In den letzten Monaten haben die Milizen eine S-200 Abwehrbasis sowie vier weitere Luftabwehranlagen ausgeschaltet. War das der Grund, dass die Israelis bis nach Damaskus fliegen konnten?

    Ein syrischer Offizieller, der für die Militärforschung zuständig war, wurde in Damaskus von den Vollbartmilizen ermordet. Angeblich wurde in diesem Zentrum an Raketen mit großer reichweite geforscht.

    Ich denke man löscht hier einfach die militärischen Mittel aus, die von Seiten Syriens im Bündnisfall bei einem Angriff gegen den Iran (seitens Israels) genutzt werden könnten.

    Ich glaube, dass auch die Patriots in der Türkei in erster Linie gegen Irans Langstreckenraketen eingesetzt werden sollen.

    Hier wird ein richtiger Krieg vorbereitet befürchte ich.

    39 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Momentan bildet sich ein schiitischer Machtblock vom Iran, über Irak und Syrien bis in den Libanon, der über ein beachtliches ökonomisches und militärisches Potential verfügt. Dieser Machtblock wäre in der Lage sich langfristig der Bevormundung durch die USA zu entziehen und den Ausstieg aus dem Petrodollar-System einzuleiten.

    Die strategisch wichtigen Transportrouten für die Energiereserven dieser Region, die Straße von Hormuz und der Kaukasus sind zudem zwischen Russland und diesem Block "eingekeilt", dies bedeutet, dass einer der wichtigsten Grundsätze der amerikanischen Außenpolitik gefährdet wird: die Kontrolle über das Öl im Mittleren Osten:

    "Let our position be absolutely clear: An attempt by any outside force to gain control of the Persian Gulf region will be regarded as an assault on the vital interests of the United States of America, and such an assault will be repelled by any means necessary, including military force."

    http://en.wikipedia.org/w...

    Eine unabhängige Erdölversorgung Chinas am Dollar und am amerikanischen Militär vorbei, würde den bereits begonnenen Ausstieg Chinas und anderer Schwellenländer aus dem ohnehin angeschlagenen Dollar-System beschleunigen. Die Aktivitäten im Mittleren Osten (Afghanistan, Irak) und in Afrika (2007 gegründet, als Reaktion auf den Erfolg der chinesischen Rohstoffdiplomatie in Afrika(?)) zielen darauf ab, auch in Zukunft die asiatische (insbesondere die chinesische) Rohstoffversorgung zu kontrollieren.

  6. mehr als spannend und egal wie es ausgeht irgend eine Nation wird das dann mögen und eine andere nicht.

    Allerdings eine Rechtfertigung für diesen Angriff gibt es genau so wenig wie zum Beispiel einer auf Israel.

    An der türkischen Grenze sind auch deutsche Raketen plaziert, ob das etwas damit zu tuen hat wird sich wohl erst später zeigen.

    3 Leserempfehlungen
  7. wird als Fakt in die Überschrift gestellt. Es wird nicht hinterfragt, ob das völkerrechtlich in Ordnung ist. Zwar bin ich mir nicht sicher wie das zu würdigen ist. Bei solch einem Angriff sollte sowas aber immer hinterfragt werden.

    36 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hinterfragen Sie lieber, ob die ständigen Raketen- und Mörsergranatenangriffe auf israelische Ortschaften völkerrechtlich in Ordnung sind.[...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

  8. Es ist wichtig zu erwähnen, dass es sich bei deisem Angriff der Israelis um einen völkerrechtswidrigen Angriff auf ein souveränes Land handelt. Genau wie der Angriff auf die Fabrik im Sudan vor wenigen Monaten.

    Israels Vorgehen wurde von Seiten des Iran massiv kritisiert (eine angemessene Antwort wird folgen) sowie von der gesamten Arabischen Liga in einem Statement auf das Schärfste kritisiert.

    Was Israel hier macht geht beim besten Willen nicht mehr als Selbstverteidigung durch. Es ist ein Bruch internationelen Rechts und ein aggressiver kriegerischer Akt.

    Da Israel sich soweiso aus der UNO ausgeklingt hat und nur noch Hohn und Spott für die Völkergemeinschaft übrig hat (wie z.B. hier: Israel hat als erstes UN-Mitglied eine Überprüfung der Menschenrechtssituation auf seinem Staatsgebiet durch das zuständige Gremium der Vereinten Nationen boykottiert.), sollten wir endlich über Sanktionen nachdenken.

    61 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Pereos
    • 31. Januar 2013 19:30 Uhr

    "völkerrechtswidriger Angriff
    Es ist wichtig zu erwähnen, dass es sich bei deisem Angriff der Israelis um einen völkerrechtswidrigen Angriff auf ein souveränes Land handelt. Genau wie der Angriff auf die Fabrik im Sudan vor wenigen Monaten."

    Der Angriff auf Syrisches Staatsgebiet ist mitnichten völkerrechtswidrig. Beide Staaten befinden sich seit 1973 offiziell im Kriegszustand( Wie z.B. Taiwan-China,Süd-Nordkorea) weswegen das Völkerrecht kriegerische Akte auf das Syrische/Israelische Staatsgebiet zulässt.
    Wenn morgen Nordkorea Südkorea bombadiert, (was hoffentlich nicht passiert) wäre dies auch völkerrechtlich konform.
    Das wäre schlimm, aber eben auch legal.

    Der Einsatz im Sudan war daher nicht vom Völkerrecht gedeckt. Der In Syrien hingegen daher schon.
    Israel könnte offen in den dortigen Bürgerkrieg eingreifen und würde Völkerrechtlich konform handeln.

    Sie liegen falsch! Israel befindet sich seit Jahrzehnten im Kriegszustand mit Syrien. Es gibt keinen Friedensvertrag zwischen beiden Völkern. Demnach kann Israel jede Bedrohung gegen sein Territorium mit Waffengewalt bekämpfen.

    Ich kann keine völkerrechtlichen Verletzungen durch Israel erkennen. Die UN-Resolution 1701 untersagt Waffenlieferungen in den Libanon. Insbesondere sollte damit die Wiederbewaffnung der Terrororganisation Hisbollah verhindert werden. Wenn Israel nun diese UN-Resolution durchsetzt, vermag ich daran nichts Völkerrechtswidriges erkennen.

    Und der Schutz der staatlichen Souveränität, auf den man sich hier häufig beruft, ist nicht absolut zu sehen. So sind z.B. präventive Angriffe völkerrechtlich zulässig. Dass man in diesem Zusammenhang aus israelischer Sicht nicht will, dass moderne Luftabwehrraketen in die Hände von Terroristen gelangen, ist doch nur verständlich.

    Völlig egal, daß ein Terrorregime wie Syrien mal eben ein paar zehntausend Menschen massakriert. Wurst, daß hier womöglich Militär- und Gewaltregimes aus Iran und Syrien dabei waren, Chemiewaffen an die Hisbollah weiterzuverschieben, eine Terrororganisation, die sich bekanntermaßen einen Dreck darum schert, ob bei ihren Aktionen massenhaft Zivilisten ums Leben kommen:
    Wenn Israel versucht, einen solchen Waffentransport zu verhindern und dabei zwei Arbeiter einer Chemiewaffenfabrik ums Leben kommen, dann sind die Israelis die bösen Völkerrechtsverletzer, weil sie den Schlächter Assad nicht vorher um Erlaubnis gebeten haben.

    Will, wer so etwas schreibt, eigentlich noch ernst genommen werden?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Hisbollah | Ehud Olmert | Iran | Israel | Libanon | Syrien
Service