SyrienKampfflugzeuge bombardieren Vororte von Damaskus

Die Armee hat nach Aktivistenangaben mehrere Orte in Syrien bombardiert. Mindestens 30 Menschen starben. Die UN schätzt die Gesamtzahl der Opfer auf 60.000.

In Syrien sollen Kampfflugzeuge der Armee zahlreiche Zivilisten getötet haben: Aktivisten berichten von mindestens 30 Toten in dem hauptsächlich von Sunniten bewohnten Stadtteil Muleiha in Damaskus.

Der Angriff habe stattgefunden, als zahlreiche Menschen auf eine Benzinlieferung gewartet hatten. Die Regimegegner stellten ein Video ins Internet, das eine brennende Tankstelle zeigt. Die Berichte können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

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Die Aktivisten berichteten auch von Luftangriffen in der Ortschaft Moadhamijat al-Scham. Dort sollen vor einer Bäckerei elf Angehörige einer Familie und ein bislang nicht identifizierter Mann ums Leben gekommen sein. Unter den Opfern seien neun Kinder, hieß es.

Rebellen attackieren Militärflughafen

Die Rebellen attackierten unterdessen zwei Stützpunkte der Armee in der Provinz Daraa sowie den Militärflughafen Taftanas in der Provinz Idlib – eine der letzten Bastionen der Regierungstruppen in der Provinz. Aktivisten in Idlib berichteten, während der Kämpfe in der Nähe des Flughafens seien mehrere Soldaten mit einem Panzer zu den Rebellen übergelaufen.

Ein Rebellensprecher sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija, die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten den Flughafen zuletzt vor allem genutzt, um Helikopter mit Fässern voller Sprengstoff zu beladen. Diese Fässer sollen in den vergangenen Monaten als Bomben über mutmaßlichen Rebellenstützpunkten abgeworfen worden sein.

AFP-Journalist entführt

In Taftanas in der Provinz Idlib ist ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP entführt worden. Der 39-Jährige James Foley wurde nach Angaben seiner Familie bereits vor sechs Wochen von Bewaffneten verschleppt. Seitdem gibt es von dem erfahrenen Krisenreporter kein Lebenszeichen.

AFP-Chef Emmanuel Hoog rief die Entführer auf, Foley umgehend freizulassen. "Er ist ein professioneller Journalist, der in diesem Konflikt absolut neutral geblieben ist."

Weitere Armeemitglieder setzen sich ab

Unterdessen haben sich weitere Mitglieder der syrischen Armee abgesetzt: Ein General und sieben weitere Offiziere flüchteten in das benachbarte Jordanien. Vergangene Woche war der Chef der syrischen Militärpolizei, Abdelasis al-Schalal, zu den Rebellen übergelaufen. Er hatte die Soldaten als marodierende und mordende Banden beschimpft.

Im Syrien-Konflikt sind nach Angaben der Vereinten Nationen mittlerweile fast 60.000 Menschen getötet worden. Der Aufstand gegen den syrischen Staatschef Baschar al-Assad hatte im März 2011 begonnen. Die Zahl der Toten sei deutlich höher als angenommen und "wirklich schockierend", sagte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay.

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Leserkommentare
  1. Teile der türkischen Presse die Öffentlichkeit ein:

    http://www.hurriyetdailyn...

    "Over the next 10-15 years, we will experience huge crises and one or several wars. ...

    SYRIA: ... This country will probably be divided along ethnic lines, which would especially bring great harm to us.

    IRAQ: Another neighbor country who will probably be divided. Kurds, Shiites and Sunnis will protect their own regions. In such a case, Northern Iraq will declare its independence. A possible war that is expected to erupt between Baghdad and Arbil will also harm Turkey.

    IRAN: ... In such a case, the region will enter into a great conflict. The Arab countries will also get involved in this conflict. Complete chaos is expected.

    PALESTINE: ... would get involved in a possible war in Iran or Syria. This possibility means that the whole region would be drenched in blood.

    The Middle East ... its billions of barrels of oil and great natural gas reserves are considered, it turns into a field of competition not only for local but also for international powers."

    Der Libanon wird schon gar nicht mehr erwähnt.

    Neben der Berichterstattung über Einzelereignisse wäre auch diese Perspektive eines Nahöstlichen "August '14" vielleicht mal interessant.

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  2. Es ist schlimm für die Menschen die unschuldig in dieses Bombadement geraten, aber für eine gute Nachricht gegen Assad ist den sog. Rebellen die alle sammt Terroristen sind kein Mittel zu schäbisch, so bauen Sie Ihre Stellung in mitten der bewohnten Gebiete auf um die Bevölkerung als natürliches Schutzschild zu missbrauchen. Ich wünschte mir hier einen klareren Blick dieses Verbrechen zu echten. Die syrische Regierung hat als souveräner Staat das Recht auf Selbstverteidigung. Alle Übelkeiten werden von der Assad Regierung verübt, dass glaubt Euch doch schon lange keiner mehr.

    8 Leserempfehlungen
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    Am Beispiel der Vororte südlich von Damaskus kann man gut erkennen wie "kreativ" die Regierung das recht auf Selbstverteidigung ausgelegt hat und wie es zum bewaffneten widerstand gekommen ist.

    In Darraya, etwa 20 minuten mit dem Auto Süd-westlich von Damaskus, war es erst im Sommer 2011 zu Protesten gekommen. Erst als Demonstrationen in Midan stattfanden und Douma im Osten schon längst belagert war.

    Angesteckt von der allgemeinen Euphorie, dem Ärger auf das System und dem Drang etwas verändern zu wollen gingen zunächst hauptsächlich Junge Erwachsene und Jugendliche auf die Straße.

    Jedes Mal schoss die Regierung in die Menge und Menschen Starben. Am nächsten tag wuchsen die Beerdigungen immer zu Demonstrationen und weitere Menschen Starben. Ein Teufelskreis. Es hat aber bis Anfang 2012 gedauert, bis die ersten Menschen anfingen sich zu bewaffnen und sich in dem Irrglauben ihre viertel vor Assads Armee beschützen zu können zu Gruppen zusammenschlossen.

    Deren Tätigkeit beschränkt sich bis heute auf "Hit and Run" vergeltunsaktionen für ihre getöteten Angehörigen. Diese Menschen sind bewohner der Vierttel und dort zu hause. Sie werden von den Menschen versteckt und beschüztz. Deshalb ist die Reaktion der Armee auf solche Aktionen auch jedes mal Harsch und kommt der kollektiven Bestrafung gleich. Vor diesem Hintergrund davon zu sprechen, dass diese Kämpfer das viertel als menschliches Schutzschild Missbrauchen ist schlicht falsch.

    Ähnliches gilt für fast alle Vororte.

    "Ich wünschte mir hier einen klareren Blick dieses Verbrechen zu echten. Die syrische Regierung hat als souveräner Staat das Recht auf Selbstverteidigung. Alle Übelkeiten werden von der Assad Regierung verübt, dass glaubt Euch doch schon lange keiner mehr."

    Nur eben werden diese Verbrechen stehts von der Regierung geächtet, was man am Bürgerkrieg erkennt, Oppositionelle werden gefangengenommen und es droht die Todesstrafe, auf der anderen Seite ist es Lynchjustiz. Im Gegenzug müssen aber auch die Verbrechen auf Regierungsseite in höheren Positionen geächtet werden und das tut man mit Sicherheit nicht sollange Staaten Assad im Amt lassen wollen und Wahlen über seine Zukunft entscheiden lassen wollen wie Russland, Iran und China, was ein Vorgang frei von jeglichen Gesetz und Moral ist. Alle übelkeit wird also nicht vom Regime verübt, aber es trift ihnen eine Teilschuld etwa 50:50 und man kann nicht alle Verbrechen der Opposition anlasten und diese bis auf letzte Verfolgen, gerade wenn die Verfolger wie dieses Regime selbst Verbrecher sind und Blut an den Händen haben.

  3. ..., dass Lügen lange Nasen wachsen lässt, dann müsste Herr R. Abdu r-Rahman von der "Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte) um keine Ecke mehr kommen: http://de.wikipedia.org/w...
    Warum verkauft man uns Wahabitengräuel (Spezialität: Kopf abschneiden und Autobomben) als Assad-Terror?

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  4. Am Beispiel der Vororte südlich von Damaskus kann man gut erkennen wie "kreativ" die Regierung das recht auf Selbstverteidigung ausgelegt hat und wie es zum bewaffneten widerstand gekommen ist.

    In Darraya, etwa 20 minuten mit dem Auto Süd-westlich von Damaskus, war es erst im Sommer 2011 zu Protesten gekommen. Erst als Demonstrationen in Midan stattfanden und Douma im Osten schon längst belagert war.

    Angesteckt von der allgemeinen Euphorie, dem Ärger auf das System und dem Drang etwas verändern zu wollen gingen zunächst hauptsächlich Junge Erwachsene und Jugendliche auf die Straße.

    Jedes Mal schoss die Regierung in die Menge und Menschen Starben. Am nächsten tag wuchsen die Beerdigungen immer zu Demonstrationen und weitere Menschen Starben. Ein Teufelskreis. Es hat aber bis Anfang 2012 gedauert, bis die ersten Menschen anfingen sich zu bewaffnen und sich in dem Irrglauben ihre viertel vor Assads Armee beschützen zu können zu Gruppen zusammenschlossen.

    Deren Tätigkeit beschränkt sich bis heute auf "Hit and Run" vergeltunsaktionen für ihre getöteten Angehörigen. Diese Menschen sind bewohner der Vierttel und dort zu hause. Sie werden von den Menschen versteckt und beschüztz. Deshalb ist die Reaktion der Armee auf solche Aktionen auch jedes mal Harsch und kommt der kollektiven Bestrafung gleich. Vor diesem Hintergrund davon zu sprechen, dass diese Kämpfer das viertel als menschliches Schutzschild Missbrauchen ist schlicht falsch.

    Ähnliches gilt für fast alle Vororte.

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    Antwort auf "Interessenkrieg"
  5. "Am Morgen begannen wir damit, die Einwohner zu töten, viele von ihnen. Wir gingen in die Häuser hinein und schossen auch auf die, welche noch schliefen. Dann schafften wir sie in ein Zimmer und filmten das auf Mobiltelefone, um das den Soldaten anzulasten. Bis wir dann hörten, dass die Armee sich in unserer Richtung bewegt. Ein Teil der unsrigen ergriff gleich die Flucht, ein anderer Teil schoss auf die Soldaten"
    http://apxwn.blogspot.de/...
    Nichts für schwache Nerven, aber ist eben plastischer als die undetaillierten 'Berichte' der 'Beobachtungsstelle'. Die Truppenbewegungen dürften die Rebellen auch von der Bundeswehr erfahren.

    3 Leserempfehlungen
  6. Sprengstoff in Fässer füllen und dann abwerfen? Ist das jetzt aus tausendundeiner Nacht?

    Ernster wird es wenn rt berichtet:
    A member of the Free Syrian Army claims the rebels have all the components to produce chemical weapons and have the know-how to put them together and use if necessary.

    “If we ever use them, we will only hit the regime's bases and centers,” the political adviser of the Free Syrian Army (FSA), Bassam Al-Dada, was quoted by Turkey's state-run Anatolia news agency.

    Die Rebellen drohen chemische Waffen auf Menschen abzuwerfen - und solche Leute werden von manchen auch noch unterstützt.
    Planen die Terroristen (muß es wohl heißen) die chem. Kampfstoffe in Fässer zu füllen um diese dann abzuwerfen? Deshalb der Verweis auf Fässer?

    Aufklärung, Menschenrechte wo seid Ihr?

    4 Leserempfehlungen
  7. bzw. Terroristen über "ihre" Beobachtungstelle "Massaker" der Armee an Tankstellen oder Bäckereien melden, kann man davon ausgehen, daß die vorgeblichen "Zivilisten" bewaffnete Terroristen waren, die von der Armee aufgerieben wurden. Unabhängige Medien melden schon seit einigen Tagen, daß die Rebellen militärisch in der Defensive sindsind, weshalb nun wieder auf die Tränendrüsen gedrückt und ein Eingreifen des Westens gefordert wird.

    6 Leserempfehlungen
  8. 2006 entdeckt. Das Gasfeld wird Europa 80 Jahre lang zu etwa 20% mit Energie versorgen.
    Iran besitzt die Hälfte. die Pipline wird von Russland (know how, Finanzierung), Irak und Syrien (Transit der Pipeline) gebaut.
    Was ein Zufall, das diese Länder eine Kriegspartei ausmachen.

    Benachteiligte: Katar(besitz der anderen Hälfte des Feldes) und keine Piplineanbindung, USA Geldentwertung a. weil das Gas eventl. mit anderen Währung bezahlt wird, b. Verliert Kontrolle über die Region. Türkei bleibt außen vor - will aber zentrale Rolle spielen, außerdem fällt NABUCCO Pipline aus. Wird der Iran angegriffen - geht auch die NABUCCO Pipline wieder. Natürlich wird der Iran nur wegen Atomwaffen angegriffen ja ja.
    Was ein Zufall, das diese Länder die andere Kriegspartei ausmacht.

    Die Unruhestifter: sind mit ihren Hintergründen, große Familien, ländlich, arbeitslos auf Wikipedia syrischer Bürgerkrieg gut beschrieben.

    Pepe Escobar in der Asian Times hat das gut beschrieben.

    Wenn der Bürgerkrieg aber nur ein Spiel ist der Großen - sind die Rebellen die Bauernopfer?

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    Danke meidebie für den Hinweis. Hier ist der Link: http://www.atimes.com/ati.... Der Artikel ist großartig geschrieben. In dieser Qualität mit kritischer Analyse würde ich gerne mal was in unserer Presse lesen. Angenehm, dass da keine Räuberpistole der "syrischen Beobachtungsstelle" drin vorkommt und noch mit eigenem Hirn gdacht wird.

    "Wenn der Bürgerkrieg aber nur ein Spiel ist der Großen - sind die Rebellen die Bauernopfer?"
    Assad müsste nur zurücktreten und russland und iran eine neutrale nicht kriegsbeteiligte Position einnemen ebenso wie der westen und die golfstaaten auch. das wird es aber nicht geben deshalb hält der bürgerkrieg auf ewig an, kann sich also jeder seine vergeltung für assad und die rebellenschandtaten holen. Syrien ist ein versagen des Weltsicherheitsrates, der die Position Russlands und die daraus folgende bewaffnung der Opposition durch Geldgeberländer nicht hätte zulassen dürffen, was zu einer unendlichen Spirale der Vergeltung führt und nicht den Verantwortlichen Assad trifft(mit friedlichen Mitteln). Super gemacht, vielleicht sollten alle Akteure sei es Russland, Iran, Türkei, Saudi Arabien und Katar mal miteinander zusammen reden und wirklich jeder seine Position korrigieren was Waffenlieferungen und die Rücktrittsforderung des definitiven Verbrechers Assad betrifft. Man kann ihn auch vor Den Haag schicken aber dann wird er erst recht nicht sein land verlassen und weiterkämpfen.
    Beides Seiten tragen Schuld ob nun Opposition oder Regierung und dürften in einem neuen Syrien nichts mehr zu sagen haben. Die Positionen im Sicherheitsrat sind einzig geopolitisch korrekt, da sich jeder seinen Teil vom Kuchen holen möchte ohne jegliche Konsequenzen für das Regiem, nur die Oppositon muss es ausbaden, was die Hit and Run aktionen erklärt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, jam
  • Schlagworte Syrien | UN | Damaskus | AFP | Flughafen | Provinz
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