Die türkische Luftwaffe hat Angriffe auf mutmaßliche Rückzugsorte kurdischer Rebellen im Norden des Irak geflogen. Allein am Montag seien 18 Ziele in den Gebieten Sap und Metina im irakischen Kurdengebiet angegriffen worden, teilten örtliche Sicherheitskreise im Südosten der Türkei mit.

Aus Sicherheitskreisen in Ankara hieß es, am Dienstag hätten türkische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 die Einsätze gegen Verstecke der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) fortgesetzt. Zu möglichen Opfern wurden keine Angaben gemacht. Nach türkischen Angaben halten sich rund 2.000 bewaffnete kurdische Rebellen in den irakischen Bergen versteckt.

Es waren die ersten derartigen Angriffe seit mehreren Wochen und die ersten seit Beginn der Friedensverhandlungen der Türkei mit dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan im vergangenen Monat. Die Verhandlungen erlitten vergangene Woche durch die Tötung von drei kurdischen Aktivistinnen in Paris einen Rückschlag. Eines der Opfer war ein Gründungsmitglied der PKK. Bislang ist unklar, wer für die Tat verantwortlich ist.

Türkei wird nicht vor Extremisten kapitulieren

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdoğan hat sich verhalten optimistisch über die Gespräche zur Beilegung des Konflikts mit den Kurden geäußert. "Wir sind vorsichtig, behutsam, aber hoffnungsvoll", sagte Erdoğan am Dienstag. Gewalt und Terror hätten dem Land nichts als "Schmerz, Blut und Tränen" gebracht. Seine Regierung werde allerdings niemals vor kurdischen Extremisten kapitulieren. Die Türkei sei bislang nicht vor Angriffen zurückgewichen und werde dies auch in Zukunft nicht tun, sagte Erdoğan.

Die PKK hatte 1984 im Kampf für die Rechte der Kurden zu den Waffen gegriffen. In dem Konflikt wurden seitdem mehr als 45.000 Menschen getötet.