MilitärreformUS-Armee lässt Frauen an der Front kämpfen

Tausende US-Soldatinnen sind in Afghanistan und im Irak stationiert, ins Gefecht dürfen sie aber nicht. Dieses Verbot soll nun fallen – zur Freude von Bürgerrechtlern.

Die US-Armee will das Verbot für den Einsatz von Frauen in Kampfeinheiten aufheben. Verteidigungsminister Leon Panetta hat dafür konkrete Pläne, die er vorstellen möchte, berichteten US-Medien unter Berufung auf Regierungsbeamte. Die Neuregelung würde Frauen Hunderttausende Jobs beim Militär eröffnen, zitiert die New York Times Regierungsmitarbeiter. Damit wird eine Regelung aus dem Jahr 1994 ersetzt, die Frauen von vielen Positionen in Infanterie und Artillerie ausschloss.

Die bisherigen Vorschriften dienten dazu, Frauen möglichst hinter der Front zu stationieren und aus Gefechten herauszuhalten. Soldatinnen durften bisher zwar in kämpfenden Truppenteilen dienen, selbst aber nicht am Kampfgeschehen teilnehmen. Das solle sich nach dem Willen von Panetta in den kommenden Jahren ändern. Es werde aber auch künftig noch Ausnahmen geben, hieß es. Das Militär dürfe jede Arbeit überprüfen, ob sie grundsätzlich für Frauen geeignet ist, berichtete CNN.

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In ersten Reaktionen wurde die Neuregelung begrüßt. Die Entscheidung spiegele die Realität des Krieges im 21. Jahrhundert wider, sagte Senator Carl Levin vom Streitkräfte-Ausschuss. Auch die Bürgerrechtsorganisation ACLU begrüßte die Regelung. Die Öffnung werde dafür sorgen, "dass qualifizierte Frauen die gleiche Chance haben, sich im Kampfgeschehen hervorzutun wie ihre männlichen Kampfgefährten", hieß es. Die ACLU hatte im November im Namen von vier Soldatinnen eine Klage gegen das Verteidigungsministerium eingereicht. Demnach war es bislang Hunderttausenden Soldatinnen verwehrt, nach ihrer Rückkehr Karriere im US-Militär zu machen.

Insgesamt dienen beim US-amerikanischen Militär etwa 200.000 Frauen, was etwa der Gesamtstärke der Bundeswehr entspricht. In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 280.000 amerikanische Soldatinnen in Kampfgebieten wie Afghanistan oder dem Irak eingesetzt, wo es keine klaren Frontlinien gab. Momentan sind dort nach Informationen der New York Times rund 20.000 Frauen im Einsatz. Bis zum Ende des vergangenen Jahres kamen 130 von ihnen ums Leben, 800 wurden verletzt.

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Leserkommentare
    • rsi99
    • 24. Januar 2013 11:41 Uhr

    Endlich fällt einer der letzten Bastionen der systematischen Benachteiligung von Frauen. Der nächste Schritt wäre eine verbindliche Frauenquote bei Gefechten von min 40 %. Denn: Ohne Quote wird sich da nicht viel bewegen.

    17 Leserempfehlungen
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    ... mit sofortiger Einstellung der Kampfhandlungen, sobald die Quote unterschritten wird.

    • biggerB
    • 24. Januar 2013 12:02 Uhr

    -"Die Öffnung werde dafür sorgen, "dass qualifizierte Frauen die gleiche Chance haben, sich im Kampfgeschehen hervorzutun wie ihre männlichen Kampfgefährten"-

    und den absoluten IRRSINN den dieser Satz wiederspiegelt, in Ruhe auf sein -hoffentlich eingeschaltetes und einwandfrei funktionierendes- Gehirn wirken lassen!

    MfG
    biggerB

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    In der Tat, ich stimme Ihnen voll zu.

    Unabhängig von Sinn oder Unsinn solcher Einsätze (ich halte manche für sinnvoll):
    offensichtlich fehlt es dem US-Militär an Kampftruppen. "Ist doch prima, wenn die Frauen an die Front wollen!" werden sich da manche gedacht haben. Und die Bürgerrechtsbewegung ist naiv genug, dies für einen Fortschritt in der "Gleichberechtigung" zu halten.

    Der tut sich ja auch gerade hervor.

    http://www.heise.de/newst...

    ... werden dann als Killerbienen bezeichnet. Wieder eine Diskriminierung, oder?

    • rotwild
    • 24. Januar 2013 12:06 Uhr
    6 Leserempfehlungen
  1. In der Tat, ich stimme Ihnen voll zu.

    Unabhängig von Sinn oder Unsinn solcher Einsätze (ich halte manche für sinnvoll):
    offensichtlich fehlt es dem US-Militär an Kampftruppen. "Ist doch prima, wenn die Frauen an die Front wollen!" werden sich da manche gedacht haben. Und die Bürgerrechtsbewegung ist naiv genug, dies für einen Fortschritt in der "Gleichberechtigung" zu halten.

    3 Leserempfehlungen
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    • -AK-
    • 24. Januar 2013 22:27 Uhr

    "Und die Bürgerrechtsbewegung ist naiv genug, dies für einen Fortschritt in der "Gleichberechtigung" zu halten."

    Könnten Sie vielleicht kurz erklären, inwiefern dies kein Fortschritt in der Gleichberechtigung sein soll?
    Wenn diese Frauen kämpfen wollen und die nötige Qualifikation besitzen, wäre es frauenfeindlich, ihnen das Grundrech auf freie Berufsausübung aufgrund ihres Geschlechts zu streichen. Begründungen wie "Aber es sind doch nur schwache Frauen, sie können sich doch nicht wehren und müssen von den Männern geschützt werden!" ändern da nichts dran. Solche Ansichten sind es doch im Grunde, wegen denen sich Feministinnen mit am meisten aufregen.

  2. In ersten Reaktionen wurde die Neuregelung begrüßt. Die Entscheidung spiegele die Realität des Krieges im 21. Jahrhundert wider, sagte Senator Carl Levin vom Streitkräfte-Ausschuss. Auch die Bürgerrechtsorganisation ACLU begrüßte die Regelung. Die Öffnung werde dafür sorgen, "dass qualifizierte Frauen die gleiche Chance haben, sich im Kampfgeschehen hervorzutun wie ihre männlichen Kampfgefährten", hieß es.

    Für mein subjektives Realitätskonstrukt ist dies der offizielle Beweis dafür, dass der normale Mensch der ver_rückte ist.

    Bis zum Ende des vergangenen Jahres kamen 130 [Frauen] ums Leben, 800 wurden verletzt.

    Emanzipation.

    2 Leserempfehlungen
  3. Hm, Hm,..aber klar, konsequenterweiser muss die Quote ganz genderkorrekt auch im Tode gelten.... Es ist schon zu hinterfragen, wieso Frauen im Militär eher ungefährliche und oft gut dotierte Führungspostitionen (Offiziere) ausüben, während fast nur Männer, überwiegend niedrige Mannschafts-Dienstgradeim im Staub und im Schmutz robben.

    Aber wie gesagt, welch ein Fortschritt.....

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    • Derdriu
    • 24. Januar 2013 12:37 Uhr

    Im deutschen Militär starten die meisten Frauen ihre Karriere mit einem Studium, d.h. Offizierslaufbahn.

    Viele Männer dagegen sind beim Bund, weil sie für sonst nichts taugen- das sind dann die Robben.

    • Derdriu
    • 24. Januar 2013 12:37 Uhr

    Im deutschen Militär starten die meisten Frauen ihre Karriere mit einem Studium, d.h. Offizierslaufbahn.

    Viele Männer dagegen sind beim Bund, weil sie für sonst nichts taugen- das sind dann die Robben.

    2 Leserempfehlungen
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    eigentlich fest, ob jemand etwas taugt?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte CNN | Leon Panetta | Militär | Verteidigungsministerium | Bundeswehr | Carl Levin
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