Hurrikan SandyRepublikaner blockieren Hilfe für Sturmgeschädigte

Im Streit um den US-Haushalt verzögern sich Themen wie die Notfallhilfe. Eine Abstimmung über die Freigabe von Geld für die Opfer des Hurrikans wurde vertagt.

Ein durch Hurrikan Sandy beschädigtes Haus in den USA

Ein durch Hurrikan Sandy beschädigtes Haus in den USA  |  © Lucas Jackson/Reuters

Vor gut zwei Monaten zerstörte Hurrikan Sandy Teile der US-Ostküste – die Geschädigten müssen weiter auf Hilfsgelder aus Washington warten. Der republikanische Mehrheitsführer im Abgeordnetenhaus, John Boehner, verhinderte ohne Angabe von Gründen eine Abstimmung über ein Gesetz, das die vom Senat beschlossene Summe von 60,4 Milliarden Dollar (45,5 Milliarden Euro) für die Opfer des Sturms zur Verfügung gestellt hätte.

US-Präsident Barack Obama rief die Republikaner im Repräsentantenhaus in einer Erklärung zur umgehenden Freigabe der Hilfsgelder auf. Die Regierung hatte die Unterstützung für die betroffenen Menschen im Nordosten der USA Anfang Dezember beim Kongress beantragt.

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In einer gemeinsamen Mitteilung beklagten auch der demokratische Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, und sein republikanischer Kollege aus New Jersey, Chris Christie, eine Verzögerung durch das Repräsentantenhaus. "Nach allem, was New York und New Jersey, unsere Millionen Einwohner und kleinen Firmen ausgehalten und erlitten haben, sind diese Unentschlossenheit und diese Verzögerung durch das Repräsentantenhaus unentschuldbar", erklärten sie. "Ihr solltet Euch schämen", sagte Christie in Richtung des Abgeordnetenhauses. Er gab seinem Parteifreund Boehner die alleinige Schuld für das fortgesetzte Leiden der Opfer von Hurrikan Sandy.

Eigentlich hatten die Abgeordneten in ihrer Sitzung, in der sich Demokraten und Republikaner auf einen kurzfristigen Kompromiss in ihrem erbittert geführten Haushaltsstreit einigten, über das Thema entscheiden sollen. Christie und Cuomo kritisierten in ihrer Erklärung, das Repräsentantenhaus habe damit die "Tradition" gebrochen, dass US-Bürger in Notsituationen schnelle Unterstützung erhielten.

Durch den Wirbelsturm Sandy vom 29. Oktober waren in den USA rund 120 Menschen ums Leben gekommen. Der Sturm richtete im Nordosten der USA schwere Zerstörungen und Überschwemmungen an, vor allem in New York und New Jersey.

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Leserkommentare
  1. "There is only one group to blame: the House majority and their Speaker, John Boehner." Weiteres hier -> http://thepoliticalcarniv...

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    • eras
    • 03. Januar 2013 8:35 Uhr

    Laut Bildunterschrift ist in Washington, völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit, eine Verwandlung vom Saulus zum Paulus passiert...

    "Der Sprecher des Weißen Hauses, John Boehner, vor einem Treffen mit Barack Obama"

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  2. sind nicht dem Gemeinwohl verpflichtet, heute weniger denn je.
    Das gilt doch für Europa genauso. Was also heißt hier "Machtmißbrauch"?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf
  3. versuchen den Taliban den Rang abzulaufen, dem Land zu Schaden nur um zu vermeiden, dass irgendetwas was passiert, wie ein Erfolg für Obama aussehen kann.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...ihren Unmut bezüglich der Republikaner (genauer gesagt Tea Party Anhänger) verstehen kann, sollte man mit solchen vergleichen vorsichtig umgehen.

    Ihr vergleich ist nämlich etwas unglücklich gewählt, da wohl kein Republikanischer Politiker ernsthaft das Frauenwahlrecht abschaffen wollen würde oder anschläge gegen demokratisch gesinnte US Amerikaner plant.

    Man sollte doch die Kirche im Dorf lassen. Auch sollte man nicht unterschlagen, das auch die demokratische Partei ihre Hardliner hat, die Probleme mit kompromissen haben.

    MfG

  4. ...ihren Unmut bezüglich der Republikaner (genauer gesagt Tea Party Anhänger) verstehen kann, sollte man mit solchen vergleichen vorsichtig umgehen.

    Ihr vergleich ist nämlich etwas unglücklich gewählt, da wohl kein Republikanischer Politiker ernsthaft das Frauenwahlrecht abschaffen wollen würde oder anschläge gegen demokratisch gesinnte US Amerikaner plant.

    Man sollte doch die Kirche im Dorf lassen. Auch sollte man nicht unterschlagen, das auch die demokratische Partei ihre Hardliner hat, die Probleme mit kompromissen haben.

    MfG

  5. könnte man glauben, dass die Reps im Repräsentantenhaus das als kleinen Racheakt vollziehen - NY wählt ja sowieso immer Democrats und NJs Chris Christie besaß die unvorstellbare Frechheit, Obama gerade kurz vor der Wahl zu loben...

  6. Das geht doch den Kriegseinsätzen in aller Welt verloren.
    Das eigene Volk sind doch Amerikaner und da gilt doch der Grundsatz, jeder ist sich selbst der Nächste.

    WELCHE Ironie steckt in solchen Entscheidungen.

  7. nennt man das, was jetzt im Zuge der Haushaltsdebatte in den USA geschieht, Nachtreten. Ganz langsam wird auch dem Letzten klar wie das mit dieser US-Demokratie zu verstehen ist.
    Wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
  • Schlagworte Andrew Cuomo | Barack Obama | Abgeordnetenhaus | Dollar | Euro | Hurrikan
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