Vor gut zwei Monaten zerstörte Hurrikan Sandy Teile der US-Ostküste – die Geschädigten müssen weiter auf Hilfsgelder aus Washington warten. Der republikanische Mehrheitsführer im Abgeordnetenhaus, John Boehner, verhinderte ohne Angabe von Gründen eine Abstimmung über ein Gesetz, das die vom Senat beschlossene Summe von 60,4 Milliarden Dollar (45,5 Milliarden Euro) für die Opfer des Sturms zur Verfügung gestellt hätte.

US-Präsident Barack Obama rief die Republikaner im Repräsentantenhaus in einer Erklärung zur umgehenden Freigabe der Hilfsgelder auf. Die Regierung hatte die Unterstützung für die betroffenen Menschen im Nordosten der USA Anfang Dezember beim Kongress beantragt.

In einer gemeinsamen Mitteilung beklagten auch der demokratische Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, und sein republikanischer Kollege aus New Jersey, Chris Christie, eine Verzögerung durch das Repräsentantenhaus. "Nach allem, was New York und New Jersey, unsere Millionen Einwohner und kleinen Firmen ausgehalten und erlitten haben, sind diese Unentschlossenheit und diese Verzögerung durch das Repräsentantenhaus unentschuldbar", erklärten sie. "Ihr solltet Euch schämen", sagte Christie in Richtung des Abgeordnetenhauses. Er gab seinem Parteifreund Boehner die alleinige Schuld für das fortgesetzte Leiden der Opfer von Hurrikan Sandy.

Eigentlich hatten die Abgeordneten in ihrer Sitzung, in der sich Demokraten und Republikaner auf einen kurzfristigen Kompromiss in ihrem erbittert geführten Haushaltsstreit einigten, über das Thema entscheiden sollen. Christie und Cuomo kritisierten in ihrer Erklärung, das Repräsentantenhaus habe damit die "Tradition" gebrochen, dass US-Bürger in Notsituationen schnelle Unterstützung erhielten.

Durch den Wirbelsturm Sandy vom 29. Oktober waren in den USA rund 120 Menschen ums Leben gekommen. Der Sturm richtete im Nordosten der USA schwere Zerstörungen und Überschwemmungen an, vor allem in New York und New Jersey.