Begleitet wird die Kampagne von ausführlicher Sozialforschung, die von industrienahen Instituten betrieben wird, berichtete die New York Times. Die Zeitung erwähnt etwa eine Studie, die von einem Verband der Sportschützen-Industrie finanziert wurde. Darin heißt es, dass waffenerfahrene Kinder zwischen acht und 17 Jahren dazu ermuntert werden sollten, Altersgenossen für den Schießsport zu begeistern.

Etwa mit Bogenschießen oder Paintball sollen die Minderjährigen an den Waffengebrauch gewöhnt werden. "Wichtig ist, dass die Neulinge damit beginnen, mit irgendetwas zu schießen", heißt es demnach in der Studie. "Der natürliche nächste Schritt ist dann, dass sie echte Feuerwaffen benutzen."

Auch die zwei großen Waffenlobby-Organisationen, die National Rifle Association (NRA) und die National Shooting Sports Association, setzen sich dafür ein, dass Kinder schon früh das Schießen lernen. So gab 2010 die NRA 23 Millionen Dollar für entsprechende Programme aus. Zur Begründung heißt es meist, dass ein Kind durch die Beschäftigung mit Feuerwaffen Verantwortung und Ethik erlernen könne.

Die NRA brachte zudem ein Spiel für iPhone und iPad heraus, das für Kinder schon ab vier Jahren freigegeben ist. Der Egoshooter mit dem Namen Practice Range ist gratis. Der Spieler kann darin mit Waffen schießen, die es auch zu kaufen gibt, auch mit der AR-15 – einer Waffe, die ursprünglich für die amerikanische Armee entwickelt und gebaut wurde.