WaffengesetzeUS-Waffenlobby schaltet auf stur

Die US-Waffenlobby NRA hat ihre harte Haltung im Streit um neue Waffengesetze bekräftigt. Ein Treffen im Weißen Haus bezeichnete sie als enttäuschend.

US-Vizepräsident Biden bei seinem Treffen mit Vertretern der Waffenlobby

US-Vizepräsident Biden bei seinem Treffen mit Vertretern der Waffenlobby  |  © Saul Loeb/AFP/Getty Images

Die Regierung im Weißen Haus hält an ihrem Plan zur Verschärfung der Waffengesetze fest – und die National Rifle Association, die mächtige Lobbyorganisation der Millionen US-Waffenbesitzer, geht auf Konfrontation.

"Wir werden es nicht zulassen, dass gesetzestreuen Waffenbesitzern die Schuld für die Taten von Kriminellen und Wahnsinnigen zugeschoben wird", hieß es in der Erklärung der NRA nach einem Treffen mit Vize-Präsident Joe Biden, an dem auch Repräsentanten von Jagd- und Sportschützenverbänden teilgenommen hatten. "Wir waren enttäuscht, wie wenig das Treffen mit der Sicherheit unserer Kinder zu tun hatte."

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Die geplanten Maßnahmen nannte die Waffenlobby einen "Angriff auf das Recht auf Waffenbesitz", das in der Verfassung verbrieft sei. Legale Schusswaffenbesitzer seien "ehrliche, steuerzahlende, hart arbeitende Amerikaner", fügte die NRA hinzu. Mit den Verantwortlichen im Weißen Haus könne man kein "sinnvolles Gespräch über Sicherheit an Schulen, Fragen der psychischen Gesundheit, die Vermittlung von Gewalt und den Zusammenbruch der bundesstaatlichen Verfolgung von Gewaltverbrechen" führen.

Erste konkrete Vorschläge am Dienstag

Präsident Barack Obama hatte nach dem Massaker an einer Grundschule in Newtown, bei dem 20 Kinder von einem 20-Jährigen erschossen worden waren, entschlossene Schritte gegen laxe Waffengesetze angemahnt. Sein Vize Biden steht dabei einer Arbeitsgruppe vor und führt derzeit mit allen betroffenen Gruppen erste Verhandlungen.

Im Gespräch sind ein Verbot von halbautomatischen Waffen und Magazinen mit hoher Schusszahl sowie eine strengere Überprüfung von Waffenkäufern. Kriminelle und psychisch Gestörte sollen vom Waffenkauf ausgeschlossen werden. Schusswaffen sollten auf nationaler Ebene registriert und ihre Weitergabe verfolgt werden.

NRA will Stimmung drehen

Biden hatte angekündigt, der Präsident wolle all dies auch ohne entsprechende Gesetzesinitiativen des Kongresses durchsetzen. "Der Präsident wird handeln. Es gibt Dekrete, die unterzeichnet werden können", sagte er und kündigte erste Vorschläge für kommenden Dienstag an. "Die Öffentlichkeit will, dass wir handeln", sagte er, "ungeachtet des starken Widerstands".

Die NRA vertritt Millionen Mitglieder, die sich gegen jede Verschärfung der Waffengesetze aussprechen. Um der zunehmenden Stimmung gegen die geltenden Regelungen entgegenzuwirken, planen die Waffenfreunde unmittelbar vor der offiziellen zweiten Amtseinführung von Obama am 20. Januar einen nationalen "Waffen-Wertschätzungstag".

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Leserkommentare
  1. "Vermutlich wird der Verfassungszusatz erst gestrichen, wenn sich die US-Bevölkerung zur Hälfte selbst ausgelöscht hat."

    Es sterben in den USA mehr Menschen durch Hämmer als durch Gewehre.
    Und die Anzahl von Gewaltverbrechen insgesamt ist zum Beispiel in Groß Britanien fast fünf mal höher als in den USA.
    Es ist irreführend und wahrscheinlich ideologisch begründet, dass alle Welt die typpischen Argumente nachplappert.

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    die mit dem Hammer umgebracht wurden?

    Dass jan Hammer!

    Ich weis nicht, wo Sie Ihre Daten hernehmen. Aber das CDC hat (zumindest für 2007) etwas andere Daten. Nur Autounfälle, Vergiftungen und tödliche Stürze kommen noch vor Schusswaffenverletzungen:
    http://webappa.cdc.gov/cgi-bin/broker.exe?_service=v8prod&_server=app-v-...

    Mal davon ab, ging es nicht um die Groß Britanien sonder um Amerika. Des weiteren ging es um Morde mit Schusswaffen und nicht um Gewaltverbrechen.

    a) UK 2011: Morde aller Art insgesamt: 550
    b) USA 2011: Morde durch Schußwaffen: ca. 8.500

    Quelle:
    http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2011/jan/10/gun-crime-us-state

    Nach ihrer Rechnung sterben also ca. 42.000 in den USA durch Hämmer? Na dann sollten sie die aber schleunigsts verbieten oder die Gebrauchsanweisung überarbeiten.

    Wo kommen denn diese abenteurlichen Zahlen her?

    • Plupps
    • 11. Januar 2013 11:24 Uhr

    Das sind - so die Zahlen nicht grundweg falsch sind sher gescuhet Vergleiche

    "sterben durch Hämmer" meint offenkundig nicht Mordtaten mit dem Hammer - sondern tödliche Unfälle imn Zusammenhang mit Werkzeug auf Baustellen und in Haushalten. Die fünffache Zahl (50.000)mag glaubhaft sein, aber sagt natürlich nichts

    In UK ist von Gewaltverbrechen die Rede nicht von Mordtaten - ih mag zwar kaum glauben, dass die Briten da soweit "führen" - aber jede Menge Kneipenschlägereien sind eben keine Morde

    Der Mangel der US-Statistik ist, dass sie nicht zwischen Modren mit legalen bwzw nicht-legalen Waffen unterscheidet. Denn die Gesetzesvorhaben werden die Zahl der illegalen Waffen kaum berühren können

    "Es sterben in den USA mehr Menschen durch Hämmer als durch Gewehre."

    Sorry aber wo haben sie den diesen an den Haaren herbeigezogenen Unsinn her.

    Fakt laut offizieller Statistik.

    Jahr 2005 USA

    Morde insg. 14860
    Davon mit Schusswaffe 10100

    Da bleibt für "Hämmer" nicht mehr viel Platz. Eine neuere Statistik habe ich leider nicht gefunden, es wird sich aber auch leider nicht viel geändert haben.

    Und nebenbei. Im ach so grausamen Grossbritanien gab es im selben Zeitraum 833 Morde.

    Bevor Sie also ihre abstrusen Thesen hier verbreiten sollten Sie sich auch ein wenig informieren.

  2. Gehen Sie ruhig davon aus, dass "die Damen und Herren von der Waffenlobby" sehr genau wissen, was ihre Lochmacher im Körper anrichten.

    Das ist ja schließlichder Zweck der Übung.

    Und wie sagte der eine Typ letzt im Fernsehen?

    "Das beste Mittel gegen einen Bösen mit einer Knarre ist ein Guter mit einer Knarre."

    So einfach ist die Welt, wenn man etwas dünn besohlt ist.

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    wenn man sich den durchschnittlichen Waffenbesitzer so anschaut, bin ich geneigt vvmetro. tendeziell zu 70% zuszustimmen.

    Mehrheitlich dürften diese Besitzer kaum über Erfahrungen aus eigener Anschauung verfügen, Sicherheitskräfte und Jäger mal ausgenommen.

    Das spiegelt sich ja leider auch in vielen Diskussionsbeiträgen wieder, in beide Richtungen.

    Beste Grüße CM

  3. Im Prinzip haben Sie ja Recht, aber sehen wir uns doch mal die Realität an:

    Wie oft wurden diese Waffen denn genutzt, um gegen die Regierung vorzugehen? (in den letzten 100 Jahren, von der Gründungszeit wollen wir hier mal nicht reden!)

    Wann wurde gegen welche Regierungsentscheidungen mit Waffengewalt protestiert?

    Welche Fehlentscheidungen der Regierung wurden mit Waffengewalt zurückgenommen / korrigiert?
    Vietnakrieg? Nein!
    Irakkriege? Nein!
    Guantanamo? Nein!
    Weltweite Drohneneinsätze ohne Rechtsgrundlage? Nein!
    ...

  4. in Deutschland.

    Aber wir können ja immer zu den Bewohnern von gods own country aufblicken.

    Das ist ja auch schon was.

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    • Derdriu
    • 11. Januar 2013 10:03 Uhr

    Ehrliche Waffenbesitzer als Kriminelle zu diskreditieren ist nicht richtig. Aber: Wenn jemand ehrlich ist und gesetzestreu, dann hat er sicher kein Problem damit, wenn er seine Waffe registrieren soll oder Munition und Gewehre nicht mehr im Walmart zu erstehen sind.
    In Deutschland gibt es ebenfalls viele Waffen, da es viele Schützenvereine gibt. Der Besitz und Transport unterliegt aber strengen Richtlinien. Und beschwert hat sich da noch keiner- es geht ja auch um den Selbstschutz. Auch Gewalttaten mit legalen Waffen sind selten- noch seltener werden sie vom Besitzer ausgeführt (ich habe bisher nur von Fällen gehört, bei denen sie vorher gestohlen wurden).

    Probleme haben nur die Waffenhersteller, wenn nicht mehr jeder Hans und Franz jede Waffe kaufen kann. Jugendliche und geistig labile Menschen würden aus der Käuferschicht fallen. Ebenfalls diejenigen, die keine Schulungen machen und sich keinen vernünftigen Waffenschrank kaufen wollen- das wäre im Vergleich der deutsche Standard.

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  5. die mit dem Hammer umgebracht wurden?

    Dass jan Hammer!

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    Tatsächlich waren es 2011 ca. 8500 Schusswaffentote in den USA, nicht die immer wieder wissentlich falsch behaupteten 30000! Die überwiegende Mehrheit dürfte dabei von Personen umgebracht worden sein, die ihre Waffen auf illegalem Weg erworben haben.

  6. 15. Quelle?

    Ich weis nicht, wo Sie Ihre Daten hernehmen. Aber das CDC hat (zumindest für 2007) etwas andere Daten. Nur Autounfälle, Vergiftungen und tödliche Stürze kommen noch vor Schusswaffenverletzungen:
    http://webappa.cdc.gov/cgi-bin/broker.exe?_service=v8prod&_server=app-v-...

    Mal davon ab, ging es nicht um die Groß Britanien sonder um Amerika. Des weiteren ging es um Morde mit Schusswaffen und nicht um Gewaltverbrechen.

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    sondern "Gewehre" gesagt ...
    und um deren Verbot geht es ja in der Diskussion. Handfeuerwaffen wie Pistolen stehen ja immernoch nicht zur Diskussion in den USA.

    Kleiner Denkanstoß zum Schluss für alle...der Amoklauf ist das beste was der Waffenlobby passieren kann.
    Was meinen sie wie viele Leute in Panik nie wieder ein Sturmgewehr kaufen zu können ausgerechnet jetzt losrennen und sich eins holen?

  7. a) UK 2011: Morde aller Art insgesamt: 550
    b) USA 2011: Morde durch Schußwaffen: ca. 8.500

    Quelle:
    http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2011/jan/10/gun-crime-us-state

    Nach ihrer Rechnung sterben also ca. 42.000 in den USA durch Hämmer? Na dann sollten sie die aber schleunigsts verbieten oder die Gebrauchsanweisung überarbeiten.

    Wo kommen denn diese abenteurlichen Zahlen her?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, kg
  • Schlagworte Barack Obama | Joe Biden | Gespräch | Gesundheit | Grundschule | National Rifle Association
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