Russland Russen benennen Wolgograd in Stalingrad um
Russland feiert die Schlacht von Stalingrad. Dafür verliert das heutige Wolgograd auf Wunsch von Veteranen für ein paar Tage seinen bisherigen Namen.
© dpa

Ein alter sowjetischer T-34-Panzer steht im russischen Wolgograd.
Die russische Stadt Wolgograd wird 70 Jahre nach der Schlacht von Stalingrad wieder ihren alten Namen tragen. Anlass sind die Feiern zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg. Das Parlament der Millionenstadt an der Wolga billigte einen Antrag von Veteranen, die Stadt ab dem 2. Februar für sechs Gedenktage wieder Stalingrad zu nennen.
Historiker, Menschenrechtler, aber auch führende Politiker haben den blutigen Sowjetdiktator Josef Stalin (1879-1953) immer wieder als Massenmörder verurteilt und vor einer Heldenverehrung gewarnt. In St. Petersburg und im sibirischen Tschita werden anlässlich des Sieges der Roten Armee gegen die deutschen Truppen in Stalingrad Busse mit Stalin-Porträts fahren. Gegen ähnliche Aktionen hatte es in der Vergangenheit heftige Proteste unter anderem von der Menschenrechtsorganisation Memorial gegeben.
Stalingrad hatte 1961 nach 36 Jahren seinen umstrittenen Namen verloren und heißt seither Wolgograd. Vorher hatte die Stadt über Jahrhunderte den Namen Zarizyn getragen.
Angesichts des Sieges der Roten Armee über den Hitlerfaschismus wird Stalin auch 60 Jahre nach seinem Tod in weiten Teilen der russischen Bevölkerung verehrt. Bei der Schlacht von Stalingrad verloren mindestens 700.000 Russen und Deutsche ihr Leben.
Experten kritisieren allerdings, dass durch die Verehrung Stalins dessen kommunistischer Terror gegen die eigene Bevölkerung in den Hintergrund tritt. Geschichtswissenschaftler geben Stalin die Schuld am Tod von Millionen von Menschen.
- Datum 31.01.2013 - 13:13 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
- Kommentare 34
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trotzdem danke für die Information.
Ich bin schockiert, muß ich sagen. Fast jede Familie in Rußland hat in der einen oder anderen Form unter Stalins Terrorherrschaft zu leiden gehabt. Das soll alles vergessen sein? Eine Demütigung für die Opfer. Der Sieg im Zweiten Weltkrieg muß als nationalistischer Kitt für die auseinanderdriftende Gesellschaft herhalten, weiter nichts. Und Stalin war NICHT der "geniale Feldherr", dem dieser Sieg zu verdanken ist. Durch die "Säuberungen" in der Armee und die Desorganisation der militärischen Verteidigung trägt er große Verantwortung dafür, daß die Deutschen überhaupt so weit ins Land vordringen konnten. Die Kriegsführung war menschenverachtend gegenüber den eigenen Soldaten, die oft sinnlos verheizt wurden. Wie ging es den in Gefangenschaft geratenen Rotarmisten bei ihrer Rückkehr in die Heimat? Etc.pp. Ich kann kein Ende finden.
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