ÄgyptenZusammenstöße vor Präsidentenpalast in Kairo

Die Gegner des ägyptischen Präsidenten haben erneut massiv gegen Präsident Mursi mobil gemacht. Fast täglich sterben inzwischen Menschen im Protest.

Demonstranten während des Marsches zum Präsidentenpalast

Demonstranten während des Marsches zum Präsidentenpalast  |  © Khaled Desouki/AFP/Getty Images

In der Hauptstadt Kairo riefen sie zu einem Marsch zum Präsidentenpalast auf, in der Hafenstadt Alexandria, in Ismailia und anderorts zogen sie durch die Straßen: Tausende Ägypter haben in mehreren Städten erneut gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi demonstriert.

Vor dem Präsidentenpalast stießen Demonstranten mit der Polizei zusammen. Die Sicherheitskräfte sind dort in höchster Bereitschaft, denn vor dem Palast und auf dem Tahrir-Platz in Kairo hatte es in der Vergangenheit wiederholt Zusammenstöße gegeben. Al Arabiya berichtete von Verletzten. An anderen Orten setzte die Polizei Tränengas ein und feuerte Gummigeschosse auf die Demonstranten.

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In Port Said am Suez-Kanal zogen Männer in schwarzen Trauergewändern durch die Straßen und skandierten: "Mursi ist der Feind Gottes." In Kairo versammelten sich Hunderte in strömendem Regen auf dem zentralen Tahrir-Platz. Nach den Freitagsgebeten wuchs die Menge weiter an.

Gemeinsame Erklärung zum Gewaltverzicht

Seit vergangenem Freitag, dem zweiten Jahrestag des Aufstands gegen den früheren Diktator Husni Mubarak, starben etwa 60 Menschen, mehrere Dutzend allein in Port Said. Etwa 25 Frauen wurden vergewaltigt.

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Am Donnerstag hatten die Muslimbrüder, die Mursi unterstützen, und Oppositionsgruppen in einer gemeinsamen Erklärung zum Gewaltverzicht aufgerufen. Doch kaum endete das Krisentreffen, kündigte die Opposition in der Nacht zu Freitag neue Kundgebungen an. Oppositionsführer Mohamed ElBaradei sagte, die Bewegung werde ihre Ziele mit derselben Energie verfolgen wie vor dem Sturz des Mubarak-Regimes.

Der linke Oppositionelle Hamdin Sabahi sagte, die Friedensinitiative zu unterzeichnen bedeute nicht das Ende der Proteste. Er werde keinen Dialog führen, bis das Blutvergießen beendet sei.

Die Opposition wirft Mursi vor, die Ziele und den Geist der Revolution verraten zu haben, indem er sich selbst und den Muslimbrüdern zu viel Macht zubilligte. Diese wiederum halten der Opposition vor, den ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes stürzen zu wollen.

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Leserkommentare
  1. Wo die Opposition sich auch nur noch sakral zu artikulieren vorzieht, da ist dem politischen Islam wohl ein Durchbruch geglückt.

    Wie im Fußball scheint es beim politischen Islam auch eine Amateurliga zu geben.

  2. haben sich Ägypter in Acht zu nehmen. Die geheimen Schlägertrupps der MB schlagen zu und dichten es der 'Opposition' an.

  3. Heißen die Schlägertrupps, die für die korrekte Wahl in Ägypten zuständig waren. Und vor Gihaz sirri haben alle angst.

    Die schlagen im Untergrund zu und keiner vermutet die zb. in Deutschland so friedliche MB hinter dem Akt. Aber genau die sind es.Sie haben richtig gelesen und heute habe ich keine Angst mehr, vor diesen Leuten zu warnen. Das Perverse der MB offenzulegen bereitet mir Freude.
    Die MB in Deutschland wird für zukünftige Anschläge verantwortlich sein. Keine sog. 'Salafisten' 'Islamisten' es ist die MB höchst persönlich, die zuschlägt.

  4. wenn Sie das bitte ausschreiben würden, damit es alle verstehen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, tst
  • Schlagworte Mohammed Mursi | Jahrestag | Polizei | Energie | Protest | Präsident
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