Menschenrechtsverletzung : Afghanistan gesteht Folter von Gefangenen ein

Schläge und Elektroschocks sind in den Gefängnissen Afghanistans verbreitet. Das stellte die Regierung fest, nachdem die UN Menschenrechtsverletzungen beklagt hatten.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai (Archivbild) © Omar Sobhani/Reuters

Die afghanische Regierung hat eingestanden, dass Folter und Misshandlungen in den Gefängnissen des Landes weit verbreitet sind. Zu diesem Ergebnis sei eine von Präsident Hamid Karsai eingesetzte Untersuchungskommission gekommen, teilte das Präsidialamt mit.

Laut dem Bericht der Kommission beklagten sich die Hälfte der befragten Häftlinge über schlechte Behandlung, Misshandlung und sogar Folter. Zudem sei der Zugang von Gefangenen zu ihren Anwälten nicht immer gewährleistet.

Karsai hatte die Untersuchungskommission eingesetzt, nachdem die UN-Mission in Afghanistan im Januar einen Bericht vorgelegt hatte. Demnach foltern Polizei und Geheimdienst in Afghanistan weiter, obwohl sich die Regierung darum bemüht, diese Praxis einzudämmen. Schläge, Elektroschocks, das Aufhängen an den Handgelenken und Drohungen mit sexueller Gewalt seien an der Tagesordnung.

Derzeit bereiten sich die afghanischen Behörden drauf vor, von der Nato-Schutztruppe Isaf die volle Verantwortung für Gefängnisse und deren Insassen zu übernehmen. Vor allem Präsident Karsai dringt auf die volle Verantwortung für die Häftlinge. Er bezeichnet dies als eine Frage der Souveränität Afghanistans angesichts des für 2014 geplanten Abzugs der Nato-Truppen.

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Kommentare

23 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

@ 8 Grobkorn

Erst möchte ich klar stellen, das Folter unakzeptabel ist.

Nur stört mich: Wer erst Forschritte sieht, wenn der Grad der Misstände, Verkehrsunfälle und auch Menschenrechtsverletzungen 0,00 ist, "der Westen ist nicht anders" macht es ich einfach. Er kann immer kritisieren, muss keine Unterscheide machen und hat immer die moralische Überheblichkeit über die, die handeln.

So als würde man die Gesundheitsvorsorge in Deutschland im Hinblick auf manches Entwicklungsland vergleichen und mit dem Argument: hierzulande sterben ja auch Menschen abwerten und gleichzeitig Ärzte und Pflegepersonal hier und auch da der Unfähigkeit bezichtigen und Stolz auf die eigene Leistung morailsch diskreditieren. "Solange noch welche Sterben kein Grund zum Feiern". Das Elend ist der Masstab und sonst nichts, wie die religiöse Forderung nach Reinheit.

Das ist dann auch noch eine Abwertung der eigenen vorteilhaften Situation. Üblich hier im Forum z. B. wenn es um Russland oder China in Bezug auf Menschenrechte geht.
Hier ist es nicht besser, weil auch hier... Ausmaß Planmässigkeit und Rechtswege spielen keine Rolle.

Vielleicht liegts daran, dass viele nicht mehr hinhören. An einem Erzeugen schlechten Gewissens. Schaut dahin und wie könnt ihr dann stolz sein. Aber die Politk feiert ihre Feste wie die Kirche den armen Sünder früher verdammte und selbst rumhurte.

Das kann nicht die Antwort sein. Konkrete Analyse unhysterisch und aufklärend durch sachliche Kritik, das ist es. Es geht um die Opfer.