Die afghanische Regierung hat eingestanden, dass Folter und Misshandlungen in den Gefängnissen des Landes weit verbreitet sind. Zu diesem Ergebnis sei eine von Präsident Hamid Karsai eingesetzte Untersuchungskommission gekommen, teilte das Präsidialamt mit.

Laut dem Bericht der Kommission beklagten sich die Hälfte der befragten Häftlinge über schlechte Behandlung, Misshandlung und sogar Folter. Zudem sei der Zugang von Gefangenen zu ihren Anwälten nicht immer gewährleistet.

Karsai hatte die Untersuchungskommission eingesetzt, nachdem die UN-Mission in Afghanistan im Januar einen Bericht vorgelegt hatte. Demnach foltern Polizei und Geheimdienst in Afghanistan weiter, obwohl sich die Regierung darum bemüht, diese Praxis einzudämmen. Schläge, Elektroschocks, das Aufhängen an den Handgelenken und Drohungen mit sexueller Gewalt seien an der Tagesordnung.

Derzeit bereiten sich die afghanischen Behörden drauf vor, von der Nato-Schutztruppe Isaf die volle Verantwortung für Gefängnisse und deren Insassen zu übernehmen. Vor allem Präsident Karsai dringt auf die volle Verantwortung für die Häftlinge. Er bezeichnet dies als eine Frage der Souveränität Afghanistans angesichts des für 2014 geplanten Abzugs der Nato-Truppen.