AfrikaKamerunischer Minister dementiert Geisel-Freilassung

Der Informationsminister Kameruns hat Berichte über die Freilassung der entführten französischen Familie zurückgewiesen. Er hätte Frankreichs Behörden sonst informiert.

Der Informationsminister Kameruns hat Berichte über eine Freilassung der am Dienstag entführten französischen Familie dementiert. "Das ist ein verrücktes Gerücht", sagte Issa Tchiroma Bakary in Jaunde. Wären die Geiseln frei, hätte die Regierung dies bereits der französischen Regierung mitgeteilt.

Zuvor hatte ein ranghoher Offizier der kamerunischen Armee gesagt, die Geiseln seien im Norden Nigerias verlassen in einem Haus aufgefunden worden. Den sieben Familienmitgliedern gehe es gut, sie seien in Obhut der nigerianischen Behörden.

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Der beigeordnete französische Minister für Veteranen, Kader Arif, der zunächst in der Nationalversammlung die Freilassung der Geiseln verkündet hatte, relativierte seine Aussage kurze Zeit später. Es gebe derzeit keine offizielle Bestätigung der Freilassung. Er habe seine Informationen aus der Presse bezogen. Das französische Außenministerium erklärte, die Freilassung könne nicht bestätigt werden. Ein Sprecher des Ministeriums warnte vor der Verbreitung von verfrühten Informationen.

Französische Staatsbürger sind gefährdet

Die Familie hatte am Montag den Waza-Nationalpark im Norden Kameruns besucht und dort übernachtet. Am Dienstagmorgen waren sie abgereist. Islamisten sollen nach Behördenangaben die drei Erwachsenen sowie die beiden Jungen und zwei Mädchen in Dadanga im Norden Kameruns in ihre Gewalt gebracht haben.

Die Franzosen waren zwar als Touristen unterwegs, leben aber in dem zentralafrikanischen Land. "Sie sind von einer terroristischen Gruppe aus Nigeria entführt worden", hatte der französische Präsident François Hollande bestätigt.

Französische Staatsbürger gelten seit dem Kriegseinsatz Frankreichs im Norden Malis als besonders gefährdet. Radikale Islamistengruppen haben zu Vergeltungsakten aufgefordert. In Nigeria wurden schon mehrfach Ausländer gekidnappt.

Dieses Mal sollen die Entführer zu der Islamisten-Gruppe Boko Haram gehören. Boko Haram will im Norden Nigerias einen radikal-islamischen Staat errichten und die Scharia einführen.

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Leserkommentare
  1. scheint es wohl auch in Nigeria langsam Zeit, über eine Staatsteilung nachzudenken.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
  • Schlagworte Ausländer | Behörde | Erwachsene | Familie | Gewalt | Information
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