Bei einem Gefecht in der nordafghanischen Stadt Kundus ist nach afghanischen Polizeiangaben ein deutscher Soldat verletzt worden. Vier Aufständische und zwei Polizisten seien getötet worden.

Der Sprecher der Polizei in der Provinz Kundus sagte, unter den getöteten Taliban seien zwei Kommandeure namens Mullah Abdul Wali und Mullah Saifo. Drei Aufständische seien bei der Operation gefangen genommen worden. Die getöteten Polizisten hätten einer afghanischen Sondereinheit angehört.

Laut Polizeisprecher hat sich der Kampf über vier Stunden hingezogen. Bei der Aktion in den frühen Morgenstunden örtlicher Zeit hätte das afghanische Kommando Unterstützung von deutschen Einheiten erhalten. "Auch ein deutscher Soldat wurde bei der Operation verwundet", sagte der Polizeisprecher. Über die Schwere der Verletzung konnte er keine Angaben machen. Die Bundeswehr äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Hunderte protestieren in Kundus

Dem Sprecher zufolge wird die afghanische Eingreiftruppe von deutschen Spezialkräften ausgebildet. Bei jedem Einsatz der afghanischen Spezialisten seien deutsche Kräfte im Hintergrund dabei.

In dem Stadtviertel, in dem sich der Zwischenfall ereignet hat, protestierten Hunderte Menschen. Sie trugen die Leichen der Getöteten durch die Stadt. Die Opfer seien Zivilisten gewesen – und keine Taliban, sagten sie. Die afghanische Polizei bleibt jedoch bei ihrer Darstellung.

Deutschland hat seit mehr als 20 Monaten keine Gefallenen mehr am Hindukusch zu beklagen. Zuletzt war am 2. Juni 2011 in der an Kundus angrenzenden Provinz Baghlan ein Bundeswehrsoldat bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden.

Kundus gehört zum deutsch geführten Regionalkommando Nord der Internationalen Schutztruppe Isaf mit Sitz in Masar-i-Scharif. Dort wollte am Donnerstag der Bundeswehrgeneral Erich Pfeffer das Regionalkommando an General Jörg Vollmer abgeben.