Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit wird bei der nächsten Europawahl nicht mehr antreten. "Ich werde 2014 kein neues Mandat anstreben", kündigte der Anführer der Pariser Studentenrevolte vom Mai 1968 in einem Buch an, das am Donnerstag in Frankreich erschien. Er werde aber weiter "demonstrieren" und "wählen" gehen, sagte Cohn-Bendit, der seit 1994 Mitglied des Europaparlaments ist.

Cohn-Bendit hatte bereits vor mehreren Jahren angekündigt, mit 68 Jahren aus der aktiven Politik auszusteigen. Er wird dieses Alter im April erreichen. Ausschlaggebend für seine Entscheidung seien nicht zuletzt gesundheitliche Gründe gewesen, sagte der Grünen-Politiker, der sich vor einigen Monaten ein kleines Krebsgeschwür entfernen lassen musste.

"Ich höre nun auf meinen Körper. Ich fühle mich nicht mehr in der Lage, einen Europawahlkampf zu führen, der eine ständige körperliche und geistige Präsenz im gesamten Kontinent erfordert", schreibt der Grüne in dem 40-seitigen Büchlein mit dem Titel "Pour supprimer les partis politiques!? Reflexions d'un apadride sans parti" (In etwa: Die politischen Parteien abschaffen!? Überlegungen eines Staatenlosen ohne Partei).

Die Grünen wollen 2014 mit einer gemeinsamen europaweiten Liste in den Wahlkampf ziehen. Cohn-Bendit, der zu den bekanntesten Abgeordneten im Europaparlament gehört, war wiederholt als einer der möglichen Spitzenkandidaten genannt worden. Vor einigen Monaten war Cohn-Bendit jedoch auf Distanz zu den französischen Grünen gegangen, deren europapolitische Linie er wiederholt kritisiert hatte. Cohn-Bendit saß zwischenzeitlich auch für die deutschen Grünen im EU-Parlament.