Wahlsieg für CorreaEcuador wählt zum dritten Mal denselben Präsidenten

Ecuadors Präsident Rafael Correa ist im ersten Wahlgang im Amt bestätigt worden. Hochrechnungen sehen ihn mit mehr als 50 Prozent der Stimmen deutlich vorn.

Bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador ist Amtsinhaber Rafael Correa gleich in der ersten Runde im Amt bestätigt worden. Der 49-Jährige holte nach Auszählung von zehn Prozent der Wahlzettel 57,1 Prozent der Stimmen. Beobachter rechnen damit, dass sich das Endergebnis nur in Nuancen vom Trend der Hochrechnung unterscheiden wird.

Sein stärkster Rivale, der konservative Bankier Guillermo Lasso, wurde demnach mit 24,2 Prozent zweiter, teilte die Nationale Wahlkommission CNE mit. Der ehemalige Präsident Lucio Gutiérrez landete mit 5,5 Prozent auf dem dritten Platz. Hochrechnungen bestätigen die Nachwahlbefragungen, die Correa zwischen 58,8 und 61,5 Prozent gaben.

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"Diese Revolution wird von nichts und niemandem gestoppt", sagte Correa von dem Balkon des Regierungspalastes Carondelet zu seinen Anhängern. "Wir werden sicher viele Fehler machen, aber immer in bester Absicht." Wichtig sei, dass in Ecuador jetzt die Demokratie herrsche, und nicht mehr die traditionellen Parteien, die Banken, die Medien, die internationalen Finanzinstitute oder die hegemonialen Länder.

Kampf gegen korrupte und antidemokratische Presse

Auf einer Pressekonferenz unterstrich Correa die Bedeutung, die das Wahlergebnis für die Bildung einer breiten Regierungsmehrheit im Parlament habe. Unter anderem erwähnte er, dass es sich um eine einzigartige Gelegenheit handelte, eine demokratische Presse zu bilden. Es müssten die korrupten und antidemokratischen Medien bekämpft werden, die in Händen eines halben Dutzend reicher Familien seien und sich das Recht anmaßten, zu ihrem eigenen Vorteil Informationen zu verschweigen, zu veröffentlichen oder zu erfinden.

Der linksgerichtete Correa war als klarer Favorit ins Rennen gegangen. Um im ersten Wahlgang zu gewinnen, musste er entweder die absolute Mehrheit erreichen oder mindestens 40 Prozent der Stimmen mit einem Vorsprung von mindestens zehn Prozentpunkten vor dem zweitstärksten Kandidaten.

Correa steht seit dem Jahr 2007 an der Spitze Ecuadors. Der in den USA ausgebildete Ökonom stellt sich offen gegen eine neoliberale Wirtschaftspolitik und arbeitet eng mit anderen linken Staatschefs wie etwa dem erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zusammen. Es gelang ihm, das zuvor sehr instabile Ecuador zu festigen.

Schnelle Lösung für Assange

Zuletzt machte Correa Schlagzeilen, als er dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London gewährte. Für dieses Problem forderte er am Sonntag nach der Wahl eine schnelle Lösung. Sein Land habe im Fall Assange "im Rahmen der Souveränität getan, was getan werden musste", sagte Correa. Assanges Leben sei in Gefahr. Er rief die "juristischen Instanzen Europas" auf, sich des Falls anzunehmen.

In Ecuador wurden am Sonntag außerdem die 137 Mitglieder der Nationalversammlung sowie fünf Abgeordnete für das Anden-Parlament gewählt. Die Wahl verlief ohne Zwischenfälle. Zur Stimmabgabe waren 11,6 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen.

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Leserkommentare
  1. Der Sieg Correas ist ein Lichtblick in einer ansonsten eher "grauen Welt ohne Alternativen"!

    2 Leserempfehlungen
  2. ... finden sich zur Zeit anscheinend eher in Südamerika als in Europa.

    Ich sehe aber weder heute noch in der Zukunft einen Politiker bei uns der die Weltbank und den IMF aus dem Land werfen würde, leider.

    2 Leserempfehlungen
  3. Correa hat Ecuador eine neue Verfassung gebracht; den Etat für Bildung und Gesundheit in seinen zwei bisherigen Amtszeiten verdreifacht; die Währung stabilisiert und die Wirtschaftskraft Ecuardors massiv gestärkt.

    Correa hat dabei, nach der katastrophal verlaufenen IWF/Weltbank-Austeritäts-Schlachterei der 80-er Jahre, welche in ganz Südamerika die "Linken" heutiger Zeit an die Macht gebracht hat; eine wesentliche Entscheidung getroffen; das namentlich eine Volkswirtschaft vom Volk und nicht von der Hochfinanz gelenkt wird.

    Also das genaue Gegenteil, von dem was im "demokratischen" Europa der Fall ist; namentlich nicht die Hochfinanz, über jede politische Entscheidung entscheiden lassen, denn eine Wirtschaft, welche nicht nur ausschließlich den Interessen der Hochfinanz sich andient, denn dem Volk....

    Das man als Staat entscheidet, als Präsident und nicht als ein weiterer Büttel der Hochfinanz; eine politische/wirtschaftliche Leistung Correas, welche man gar nicht hoch genug einschätzen kann....in Europa heutiger Zeit unvorstellbar, das sich auch nur ein Politiker gegen die Hochfinanz stellt, wäre dann ja nicht nur politischer Selbstmord...,

    Zum Wahlsieg Correas ein von mir geschriebenes Gedicht vom 03.03.2007....:-)

    http://www.bunker99.blogs...

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  4. Es müssten die korrupten und antidemokratischen Medien bekämpft werden, die in Händen eines halben Dutzend reicher Familien seien und sich das Recht anmaßten, zu ihrem eigenen Vorteil Informationen zu verschweigen, zu veröffentlichen oder zu erfinden.

    Nicht nur in Ecuador...

    4 Leserempfehlungen
    • NeoZech
    • 18. Februar 2013 11:58 Uhr

    Spannender sind die Ergebnisse der Parlamentswahlen. In der Kampagne hat Correas Partei Alianza PAIS direkt gegen die Opposition Werbung gemacht, die einige wichtige Gesetze, etwa im Arbeitsrecht oder in der Erziehung blockiert hat. Den ersten Ergebnissen zufolge (http://resultados.cne.gob...) hat die Regierungspartei da auch eine deutliche Mehrheit gewinnen können - vor einer neuen Mitte-Rechts-Partei. Hab hier (http://neozech.wordpress....) die verschiedenen Parteien mal ein bisschen analysiert.

  5. "Wir werden sicher viele Fehler machen, aber immer in bester Absicht."

    Nicht das ich ihm seinen Sieg nicht gönne,
    aber damit hat er sich natürlich auch bestmöglich abgesichert.

    Ein Schelm wer Arges dabei denkt, aber ein Schlitzohr ist er auf jeden Fall auch ; -)

  6. Die Südamerikaner! Werden mir immer sympathischer! Jetzt frage ich mich bloß, warum die vermeintlich schlechter gebildeten Ecuadorianer wissen, wen sie wählen müssen, damit die Interessen des Volkes durchgesetzt werden und nicht nur die Interessen von 1% der Bevölkerung. Kann denen jetzt mal noch einer sagen, das man mit einem VOLLGELDSYSTEM noch ein paar weitere Probleme lösen kann?

  7. Ich verstehe nicht, wie Leute, die (ich nehme mal an) in Europa wohnen, so blind sich in Claqueure für diese scheinheiligen, in Wahrheit aber unglaublich mittelmäßige und extrem korrupte Regierungen verwandeln. Man stelle sich einmal vor, in Deutschland gewinnt die Linkspartei die Wahl und bekommt mit 55% der Stimmen 70% der Bundestagsmandate. So ähnlich ist das hier gelaufen.
    Als Ecuadorianer kann ich dieser Wahl etwas abgewinnen, und zwar, dass der konservative Populismus zumindest mittelfristig zusammengebrochen ist. Aber persönlich stellt sich mir die Frage, ob diese Regierung in 2017 nicht nur wie bereits jetzt moralisch sondern auch wirtschaftlich bankrott sein wird.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Rafael Correa | Ecuador | Medien | Wirtschaftspolitik | Asyl | Presse
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