Türkei Linksextremist soll Sprengsatz vor US-Botschaft in Ankara gezündet haben

Ein Unbekannter hat vor der US-Botschaft in Ankara einen Sprengsatz gezündet. Er tötete sich und einen Wachmann. Die Regierung vermutet Linksextremisten als Täter.

Bei einer Explosion vor der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara sind zwei Menschen getötet worden. Der Sprengsatz detonierte bisherigen Informationen nach vor einem Eingang des Botschaftsgebäudes, den Visa-Antragsteller nutzen. Laut CNN Türk überprüften Sicherheitsmitarbeiter gerade einen Besucher. Krankenwagen und Feuerwehr waren im Einsatz. Über dem Botschaftsgebäude stieg Rauch auf, Trümmer wurden durch die Luft geschleudert. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, die US-Vertretung selbst blieb aber unversehrt.

"Es gibt zwei Tote, den Attentäter und einen türkischen Sicherheitsmann", sagte Ankaras Gouverneur Alaadin Yüksel. Zudem sei eine Frau verletzt worden, die wegen eines Visaantrags vor Ort war.

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Laut der Zeitung Hürriyet zerstörte die Explosion ein Wachhäuschen der Sicherheitskräfte vor der Botschaft. Fernsehbilder zeigten eine herausgesprengte Tür und beschädigtes Mauerwerk rund um den Seiteneingang.

Nach Angaben der Polizei und des Gouverneurs zündete ein Selbstmordattentäter den Sprengsatz. Ein Bericht des Daily Telegraph über britische Diplomaten, die den Vorfall nicht als Selbstmordattentat eingeordnet hatten, bestätigte sich nicht.

Nach Angaben der türkischen Regierung sind wahrscheinlich Linksextremisten für die Tat verantwortlich. Es gebe erste Hinweise, dass der Selbstmordattentäter einer verbotenen linksgerichteten Organisation angehörte, sagte Innenminister Muammer Güler. Türkische Medien berichteten, es sei ein 30-jähriger Türke gewesen, der der verbotenen Organisation DHKP-C angehörte. Der DHKP-C werden in der Türkei vor allem Anschläge gegen Polizei und Justiz mit dem Ziel eines Umsturzes zugerechnet.  

Die türkische Polizei riegelte den Anschlagsort ab, auch von innen wurde das Botschaftsgebäude versperrt. In der Umgebung befinden sich zahlreiche weitere diplomatische Vertretungen, auch die deutsche Botschaft. 

Die USA, Deutschland und die Niederlande hatten kürzlich auf Bitten des Nato-Partners Türkei Patriot-Abwehrbatterien in der Türkei stationiert. Diese sollen vor möglichen Angriffen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien schützen. Gegen die Stationierung hatte es in der Türkei Proteste gegeben. Die beteiligten Bundeswehrsoldaten waren Anfeindungen ausgesetzt gewesen.

 
Leser-Kommentare
  1. »Die Türken wollen und können das Feld vor ihrer Haustür nicht Wahhabiten, resp. Salafisten überlassen.«
    Und deshalb unterstützen sie Rebellen, die die Seite an Seite mit von Saudi Arabien gesponserten Fanatikern kämpfen?

    »Der "Kurdenfaktor" ist dabei noch das geringste Problem.«
    Die türkische Politik macht nur Sinn, wenn man das Verhindern der Entstehung eines autonomen Kurdengebiets als oberste Priorität annimmt.

    »In der Libyen-Frage gehörte Erdogan anfänglich zu den Bremsern und wäre um ein Haar zu spät gekommen. Dieser Gefahr wollte er sich in der Syrienfrage nicht ein zweites Mal aussetzen«
    Ich glaube kaum, das die Türkei keine größeren Sorgen hat, als zu spät zu kommen.
    Das Ergebnis des Militäreinsatzes in Libyen ist doch, dass die Terroristen jetzt bestens mit Waffen versorgt sind, wie man in Mali sehen kann.

    Welche Weltsicht hinter der Redaktions-Empfehlung steht, ist für mich schwer nachzuvollziehen.

    17 Leser-Empfehlungen
  2. ..nur die selektive Berichterstattung (Eilmeldungen) in Bezug auf Bombenanschläge irritiert manchmal.Gestern starben bei einer Explosion in Afghanistan Menschen.Warum war dies keine Eilmeldung wert ?

    http://in.reuters.com/vid...

    "Als Folge dieser Explosion wurde ein Polizist getötet und acht weitere verletzt. Ein Auto verunglückte in der Nähe der Stelle der Explosion.Ein Passagier wurde getötet und zwei weitere verletzt."

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  3. Wenn die Türkei meint, die Unterstützung der islamistischen Kräfte im Nachbarland Syrien würde nicht früher oder später Konsequenzen haben, hat sie sich geschnitten.

    Die Türkei hatte ein gutes Verhältnis zu Syrien. Sowohl wirtschaftlich, als auch kulturell. Warum dieser Bruch? Warum die Gefahr der völligen Destabilisierung des Nachbarlandes?

    15 Leser-Empfehlungen
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    • fse69
    • 01.02.2013 um 13:51 Uhr

    "...Die Türkei hatte ein gutes Verhältnis zu Syrien. Sowohl wirtschaftlich, als auch kulturell. Warum dieser Bruch? Warum die Gefahr der völligen Destabilisierung des Nachbarlandes?..."

    In der Libyen-Frage gehörte Erdogan anfänglich zu den Bremsern und wäre um ein Haar zu spät gekommen. Dieser Gefahr wollte er sich in der Syrienfrage nicht ein zweites Mal aussetzen und hat - wohl in der Erwartung, dass Assad letztlich genauso schnell stürzen würde wie zuvor die Machthaber in Ägypten und Libyen - auf einen schnellen Sieg der Opposition gesetzt. Hinter diese mitunter sehr offensiv eingenommene Festlegung hätte er nicht mehr zurückgekonnt, selbst wenn er gewollt hätte. Ob er sich damit verkalkuliert hat? Ich denke nicht. Das ganze zieht sich wider Erwarten zwar in die Länge, aber es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass das Assad-Regime noch eine Zukunft hat. Und wenn man davon ausgeht, dass Assad früher oder später auf jeden Fall stürzt, ist Ankaras Haltung quasi alternativlos (ich weiß, unschönes Wort). Der "Kurdenfaktor" ist dabei noch das geringste Problem. Die Türken wollen und können das Feld vor ihrer Haustür nicht Wahhabiten, resp. Salafisten überlassen.

    Es ist ein doppelter Konkurrenzkampf um regionale Hegemonie, den Ankara in Syrien austrägt. Zum einen zur Zurückdrängung des iranischen Einflussbreiches, zum anderen - das wird verkannt - in verkappter innersunnitischer Konkurrenz zu saudischen Hegemonialbestrebungen.

    hat Erdogan eingesehen, dass ein alawitischer Diktator mit der unterstützung einer religiösen Minderheit allein nicht an der macht bleiben kann. (Diese einsicht müssten die Schiiten irgendwann auch machen, wenn es Frieden geben soll...)

    Desweiteren: früher meinten einige Staaten, die unterstützung diverser Organisationen, welche der Türkei schaden wollen (insbesondere der PKK), würde für sie keinerlei Konsequenz haben. Nun sehen Sie sich mal Syrien an. Gleiches mit Gleichem; die Rache der Türkei.

    durch die nicht weiter freundlich gestimmte Türkei die Lage in Syrien instabil (geworden) sei, dann haben Sie Solanum lycopersicum (gemeinhin auch bekannt als Tomate) auf den Augen.

    • fse69
    • 01.02.2013 um 13:51 Uhr

    "...Die Türkei hatte ein gutes Verhältnis zu Syrien. Sowohl wirtschaftlich, als auch kulturell. Warum dieser Bruch? Warum die Gefahr der völligen Destabilisierung des Nachbarlandes?..."

    In der Libyen-Frage gehörte Erdogan anfänglich zu den Bremsern und wäre um ein Haar zu spät gekommen. Dieser Gefahr wollte er sich in der Syrienfrage nicht ein zweites Mal aussetzen und hat - wohl in der Erwartung, dass Assad letztlich genauso schnell stürzen würde wie zuvor die Machthaber in Ägypten und Libyen - auf einen schnellen Sieg der Opposition gesetzt. Hinter diese mitunter sehr offensiv eingenommene Festlegung hätte er nicht mehr zurückgekonnt, selbst wenn er gewollt hätte. Ob er sich damit verkalkuliert hat? Ich denke nicht. Das ganze zieht sich wider Erwarten zwar in die Länge, aber es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass das Assad-Regime noch eine Zukunft hat. Und wenn man davon ausgeht, dass Assad früher oder später auf jeden Fall stürzt, ist Ankaras Haltung quasi alternativlos (ich weiß, unschönes Wort). Der "Kurdenfaktor" ist dabei noch das geringste Problem. Die Türken wollen und können das Feld vor ihrer Haustür nicht Wahhabiten, resp. Salafisten überlassen.

    Es ist ein doppelter Konkurrenzkampf um regionale Hegemonie, den Ankara in Syrien austrägt. Zum einen zur Zurückdrängung des iranischen Einflussbreiches, zum anderen - das wird verkannt - in verkappter innersunnitischer Konkurrenz zu saudischen Hegemonialbestrebungen.

    hat Erdogan eingesehen, dass ein alawitischer Diktator mit der unterstützung einer religiösen Minderheit allein nicht an der macht bleiben kann. (Diese einsicht müssten die Schiiten irgendwann auch machen, wenn es Frieden geben soll...)

    Desweiteren: früher meinten einige Staaten, die unterstützung diverser Organisationen, welche der Türkei schaden wollen (insbesondere der PKK), würde für sie keinerlei Konsequenz haben. Nun sehen Sie sich mal Syrien an. Gleiches mit Gleichem; die Rache der Türkei.

    durch die nicht weiter freundlich gestimmte Türkei die Lage in Syrien instabil (geworden) sei, dann haben Sie Solanum lycopersicum (gemeinhin auch bekannt als Tomate) auf den Augen.

    • fse69
    • 01.02.2013 um 13:07 Uhr

    ... mindestens zwei Tote (einer davon der Selbstmordattentäter, der sich vor dem Wachhäuschen der Botschaft in die Luft gesprengt haben soll). Entweder waren das Al Qaida-nahe Kräfte oder aber das ganze kommt aus der Ecke Iran-Syrien-PKK.

    2 Leser-Empfehlungen
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    • Lunedi
    • 01.02.2013 um 13:28 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au

    • Lunedi
    • 01.02.2013 um 13:28 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au

    • Lunedi
    • 01.02.2013 um 13:28 Uhr
    6. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au

    2 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Selbstmordattentat..."
  4. Genau so verständlich wie die Abneigung gegen die amerikanische Außenpolitik, ist mir der sinnlose, blinde Terror der Islamisten unverständlich.
    Wir werden uns wohl darauf einstellen müssen, dass man mit diesen Menschen nicht in Frieden leben kann, und sollten uns aus den inneren Angelegenheiten islamischer Staaten so weit wie möglich heraushalten.
    Ich denke dabei auch an Syrien, wo wir Rebellen unterstützen, die Seite an Seite mit von Saudi Arabien gesponserten Fanatikern kämpfen.

    2 Leser-Empfehlungen
    • scoty
    • 01.02.2013 um 14:40 Uhr

    zählen Sie mal Libyens Verbündete auf ?

    und nun zähle ich ihnen Syriens Verbündete:
    Russland,Iran und China

    Libyen hat das schwarze Gold wodrauf die EU bzw. Deutschland heiß ist und dafür hilft man gerne nach beim Diktator stürzen.

    Und der eine oder andere durfte in der Vergangenheit sogar seine Zelte in Paris aufschlagen und dafür gab es sicher einen ordentliches Trinkgeld.

    2 Leser-Empfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, sk
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  • Schlagworte Botschaft | USA | Ankara | Türkei
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