BundestagsanfrageMindestens 180 Flüchtlinge starben an EU-Außengrenze

Erstmals hat die Bundesregierung Zahlen über Opfer an den EU-Außengrenzen genannt. Im vergangenen Jahr seien allein bei zwei Bootsunglücken 80 Menschen ertrunken.

Ein Boot mit Flüchtlingen aus Nordafrika nähert sich der süditalienischen Insel Lampedusa. (Archiv)

Ein Boot mit Flüchtlingen aus Nordafrika nähert sich der süditalienischen Insel Lampedusa. (Archiv)

Mindestens 180 Menschen sind im vergangenen Jahr laut einem Bericht beim Versuch gestorben, die EU zu erreichen. Das gehe aus einer Aufstellung des Innenministeriums hervor, berichtet NDR Info. Die Regierung habe damit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion geantwortet.

Es handele sich aber um keine amtlichen Zahlen, sondern nur gesammelte Einzelfälle, hieß es weiter. Beamte der Bundespolizei, die im Ausland für die EU-Grenzschutzagentur Frontex arbeiten, hätten sie zusammengetragen.

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NDR Info berichtet von zwei Beispielen: Am 6. September vergangenen Jahres seien mehr als 60 Flüchtlinge gestorben, am 14. Dezember 21. Es habe sich um Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak oder den Palästinensergebieten gehandelt. In beiden Fällen hätten sie versucht, auf Booten über das Mittelmeer die griechische Insel Lesbos zu erreichen. Sie seien dabei ertrunken.

Weit mehr Todesopfer vermutet

Die Linkspartei vermutet laut dem Sender, dass die Zahl der tatsächlichen Todesopfer deutlich höher sein muss. Darauf weise schon alleine die Tatsache hin, dass im Rahmen von Frontex-Operationen 2011 insgesamt 33.000 Personen aus Seenot gerettet worden seien.

"Diejenigen, die nicht gerettet wurden, finden in keiner Statistik Eingang. Es ist davon auszugehen, dass die Abschottung der Wohlstandsfestung EU jährlich Tausende Menschen das Leben kostet", sagte die Innenexpertin der Linken, Ulla Jelpke. Nach ihren Informationen hat die Bundesregierung erstmals entsprechende Angaben zu Todesopfern an den EU-Außengrenzen gemacht.

 
Leser-Kommentare
  1. "das Menschenrecht auf Nahrung, auf Arbeit, auf Umweltbedingungen, die Leben ermöglichen...."

    Glauben Sie wirklich an diese Illusion?

    8 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Es gibt aber z.B. "
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    • drusus
    • 10.02.2013 um 20:36 Uhr

    Ich denke ach, dass das realisierbar wäre.

    Menschenpflicht, sich dafür einzusetzen - weil sonst das Recht auf Leben schon für viele zur Illusion wird. Und für diese Menschenpflicht ist u.a. Helmut Schmidt eingetreten. Wie gesagt, es gibt durchaus auch realpolitische Gründe, diesbezüglich nicht mehr nachlässig zu sein.

    • drusus
    • 10.02.2013 um 20:36 Uhr

    Ich denke ach, dass das realisierbar wäre.

    Menschenpflicht, sich dafür einzusetzen - weil sonst das Recht auf Leben schon für viele zur Illusion wird. Und für diese Menschenpflicht ist u.a. Helmut Schmidt eingetreten. Wie gesagt, es gibt durchaus auch realpolitische Gründe, diesbezüglich nicht mehr nachlässig zu sein.

    • drusus
    • 10.02.2013 um 20:36 Uhr

    Ich denke ach, dass das realisierbar wäre.

    4 Leser-Empfehlungen
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    wurde die Frage nach Lösungen gestellt. Die wurde bisher nicht beantwortet. Statt dessen werden moralische Trommelwirbel geschlagen. Wie immer in diesen threads.

    Also: wie wollen Sie das erreichen? Indem wir in D halb Afrika beherbergen? Die Frage ist doch, wie in den Ländern Schwarz- und Nordafrikas Verhältnisse hergestellt werden können, die menschenwürdiges Leben möglich machen.

    Und auch ich glaube, dass das realisierbar ist.

    wurde die Frage nach Lösungen gestellt. Die wurde bisher nicht beantwortet. Statt dessen werden moralische Trommelwirbel geschlagen. Wie immer in diesen threads.

    Also: wie wollen Sie das erreichen? Indem wir in D halb Afrika beherbergen? Die Frage ist doch, wie in den Ländern Schwarz- und Nordafrikas Verhältnisse hergestellt werden können, die menschenwürdiges Leben möglich machen.

    Und auch ich glaube, dass das realisierbar ist.

  2. ist schonmal www.kiva.org

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    Antwort auf "Lösung?"
  3. 20. Deshalb

    war mein Beitrag auch eine Reaktion auf mephisto77.

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    Antwort auf "Ich habe Ihnen..."
    • drusus
    • 10.02.2013 um 20:41 Uhr

    ... des Wassers steht in der EU gerade an. Die Energiepreise werden exlodieren, damit die "Anleger" mehr verdienen, öffentlicher Verkehr verzeichnet Kostenexlosionen u.s.w.....

    Auch hierzulande sind Menschenrechte und Demokratie in Gefahr.

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  4. Menschenpflicht, sich dafür einzusetzen - weil sonst das Recht auf Leben schon für viele zur Illusion wird. Und für diese Menschenpflicht ist u.a. Helmut Schmidt eingetreten. Wie gesagt, es gibt durchaus auch realpolitische Gründe, diesbezüglich nicht mehr nachlässig zu sein.

    2 Leser-Empfehlungen
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    ich gebe ein Sachurteil. Wir reden beide aneinander vorbei.

    ich gebe ein Sachurteil. Wir reden beide aneinander vorbei.

  5. haben Sie Recht.

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  6. Gerade in Nordafrika gibt es in letzter Zeit sehr viele Menschen die von irgendwo fliehen. Viele davon sind echt arm dran und verdienen uneingeschrenkte hilfe. Aber jene, die sich in ein Boot nach Europa setzen zähle ich nicht dazu. Zum einen, wenn man sich die Preise für ein Ticket ansieht, besonders im Vergleich zu dortigen Vermögensverhältnissen, können die Pasagiere nicht ganz so arm gewesen sein.
    Mir drängt sich der Eindruck auf, daß hier mehr der Rechtum Europas lockt, als die Furcht vor etwas flüchten zu müssen. Was ist mit den abertausenden Menschen, die auf dem Landweg aus Kriesengebieten geflohen sind und nun in irgendwelchen Camps mittellos hausen? Über die spricht hier keiner, nein, wir müssen lieber diejenigen aufnehmen, die sich eine überteuerte Überfahrt leisten können.
    Bei allem Verständnis, aber wenn man sich diese Flüchtlingsboote ansieht, so müsste da auch bei Zustand und überladung jeder ungebildete Mensch seine zweifel bekommen. Die die mitfahren nehmen das Risiko in Kauf und hierzulande versucht Andere uns ein schlechtes Gewissen einzureden, weil es sich nicht augezahlt hat ohne auch nur ein Wort über die wirklich Hilfsbedürftigen zu verlieren.

    Wieso sollte man auch gerade von der Linken erwarten, daß ein einziges Mal Fakten vor Populismus gehen würden.

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