Chris Huhne : Britischem Exminister droht Haft wegen Meineids

Chris Huhne wollte nicht zugeben, dass er einen Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit seiner Frau angelastet hat. Nun könnte er dafür ins Gefängnis kommen.

Der frühere britische Minister Chris Huhne wird vermutlich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden. Der Liberaldemokrat hat am ersten Tag des Gerichtsverfahrens gegen ihn vor dem Southwark Crown Court zugegeben, eine falsche Aussage gemacht zu haben. Anlass der Verhandlung ist ein Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit.

Huhne war bereits vor einem Jahr als Energieminister zurückgetreten, weil die Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet hatte. Noch vor einer Woche hatte der 58-Jährige gegenüber Strafvollzugsbehörden behauptet, in dem Fall nicht schuldig zu sein. Nun widerrief er seine Aussage.

Huhne war im März 2003 auf der Autobahn zwischen dem Flughafen Stansted und London mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Radarfalle gefahren. Um nicht den Führerschein zu verlieren, nahm seine damalige Ehefrau die Strafpunkte für das Verkehrsvergehen auf sich.

Im Jahr 2011 wurde bekannt, dass Huhne in dem Fall falsche Angaben gemacht haben könnte. Als das Verfahren nun wieder aufgerollt wurde, gestand der Politiker zunächst nicht ein, damals seiner Frau das Vergehen angelastet zu haben. Die Anklage wirft Huhne nun Rechtsbeugung vor. Richter Nigel Sweeney machte ihm wenig Hoffnung: "Sie sollten nicht die geringste Illusion darüber haben, welche Strafe ihnen bevorsteht." Das Vergehen könnte mit Gefängnis bestraft werden.
 

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Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

Bei dem hier angedeuteten Strafmaß

fehlt mir die Relation zum Vergehen.

Jemand überschreitet die Geschwindigkeit.

Jemand anders nimmt die Schuld dafür auf sich, und kassiert die Punkte.

Hat der britische Staat so wenig Probleme zu lösen, dass er es sich leisten kann, wegen so eines Mumpitz ein Gerichtsverfahren abzuhalten.

Die scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Haushalt saniert. Arbeitslosigkeit praktisch bei Null. Ich gratuliere.

Natürlich ist das Strafmaß überzogen.

Das liegt einfach daran, daß die Vertreter eines autoritären Staates die Macht und den Willen haben, ihre eigenen Interessen in Gesetze zu gießen.

Lügen gegenüber dem Staat sind dann soetwas wie Gotteslästerung für den Islamisten: Ein Kapitalverbrechen.

Umgekehrt können sich Staatsorgane jede Lüge gegenüber Untertanen erlauben, da etwaige Strafzahlungen die Bürger (per Steuerbelastung) selbst zu zahlen haben.

Doch machen wir uns nichts vor, die meisten Leute finden das richtig so.