TerrorismusViele Tote bei Anschlägen in Indien

In einem vor allem von Hindus bewohnten Bezirk der indischen Stadt Hyderabad sind mindestens zwei Bomben explodiert. Dabei starben zahlreiche Menschen.

Ort des Anschlages im indischen Hyderabad

Ort des Anschlages im indischen Hyderabad  |  © Krishnendu Halder/Reuters

Bei Bombenanschlägen in der zentralindischen Millionenstadt Hyderabad sind mindestens 18 Menschen gestorben. Mehr als 50 Menschen seien verletzt worden, viele von ihnen lebensgefährlich, teilte die Polizei mit. Sie sprach von einem Terroranschlag.

Die Regierung versetzte die Sicherheitskräfte in allen großen Städten des Landes in Alarmbereitschaft. Laut Innenministerium waren zwei auf Fahrrädern deponierte Bomben im Abstand von 100 bis 150 Metern abgestellt worden. Ein Polizeioffizier vor Ort sprach von drei Bomben, die in belebten Gegenden des Außenbezirks Dilsukh Nagar explodiert seien.

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Eine Detonation habe sich in einem kleinen Esslokal ereignet. Der indische Fernsehsender CNN-IBN berichtete von einer Explosion in der Nähe einer Bushaltestelle in einem Einkaufsviertel der Stadt. Indiens Regierungschef Manmohan Singh verurteilte die Anschlagsserie als "heimtückische Tat" und versprach, dass die Verantwortlichen bestraft würden. Indiens Innenminister R.K. Singh sagte, eine Sondereinheit der nationalen Polizei sei wegen der Anschläge nach Hyderabad verlegt worden.

Konflikte zwischen Hindus und Moslems

Hyderabad ist eines von Indiens Zentren der Computer- und Softwareindustrie. In der Stadt leben viele Muslime. Der Bezirk, in dem sich die Anschläge ereigneten, ist aber vor allem von Hindus bewohnt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Konflikte zwischen verschiedenen Religionsgruppen. Die Behörden lasten die Attentate in der Regel muslimischen Extremisten an.

Spannungen gab es in Indien auch nach der Hinrichtung eines der Hintermänner eines Anschlags auf das indische Parlament im Jahr 2001, bei dem zehn Menschen getötet worden waren. Die Vollstreckung der Todesstrafe an Mohammed Afzal Guru löste Anfang Februar Proteste in der muslimisch geprägten Unruheregion Kaschmir aus. Im November 2008 hatten bewaffnete Islamisten in Mumbai 166 Menschen getötet.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, rav
    • Schlagworte Innenministerium | Anschlag | Attentat | Fahrrad | Indien | Innenminister
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