Autobombe30 Menschen sterben durch Anschlag im Nordirak

Drei Männer haben versucht, eine irakische Polizeizentrale zu stürmen. Dabei zündete einer von ihnen eine Autobombe. Zu dem Anschlag bekannte sich bislang niemand.

Ein irakischer Rettungsmann vor der Polizeizentrale in der Stadt Kirkuk

Ein irakischer Rettungsmann vor der Polizeizentrale in der Stadt Kirkuk  |  © Marwan Ibrahim/AFP/Getty Images

Ein Selbstmordattentäter hat eine Polizeizentrale in der nordirakischen Stadt Kirkuk angegriffen und 30 Menschen getötet. Nach Behördenangaben hätten drei als Polizisten getarnte Angreifer zunächst erfolglos versucht, das Gebäude zu stürmen. Danach zündete einer von ihnen eine Autobombe.

Die anderen beiden mit Schusswaffen und Sprengstoffwesten bewaffneten Angreifer seien von Wachen am Haupteingang aufgehalten und erschossen worden. 88 Menschen wurden der Polizei zufolge verletzt. Die genaue Zahl der Opfer des Angriffs wurde nach einigen Stunden von General Natah Mohammed Sabr, dem Leiter der Rettungsdienste in Kirkuk, bekanntgegeben.

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Sabr sprach von vier getöteten und zwölf verletzten Polizisten. Unter den Verletzten befand sich auch Polizei-General Sarhad Kader, dem die Polizeieinheiten in den Außenbezirken von Kirkuk unterstehen. Er sagte in einem Krankenhaus von Erbil, wo er notversorgt wurde, die Angreifer hätten Gefangene befreien wollen.

Zu dem Attentat bekannte sich zunächst niemand. In Kirkuk verüben sunnitische Rebellen mit Verbindungen zur Islamisten-Gruppe Al-Kaida jedoch immer wieder Angriffe auf Sicherheitskräfte. Ihr Ziel ist es, die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zu schwächen und Spannungen zwischen den islamischen Glaubensrichtungen zu schüren.

Kirkuk steht auch im Mittelpunkt eines Streits zwischen der Regionalregierung in Bagdad und der autonomen Kurden-Region über Öl- und Gebietsrechte. Die Zentralregierung ist der Ansicht, sie allein habe per Verfassung die Rechte für den Ölexport. Die Kurden wiederum meinen, die Verfassung erlaube ihnen, Verträge zu schließen und unabhängig Öl zu verkaufen.

Der Streit eskalierte, als die Kurdenregierung damit begann, Geschäfte mit den großen US-Ölmultis Exxon Mobil und Chevron zu machen. Zuletzt waren am 23. Januar 40 Menschen getötet worden, als sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer Trauergesellschaft schiitischer Turkmenen in die Luft gesprengt hatte.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, nf
    • Schlagworte Anschlag | Attentat | Gebäude | Krankenhaus | Polizei | Selbstmordattentäter
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