SyrienIran verstärkt militärische Hilfen für Assad

Syrien erhält Unterstützung bei der Aufrüstung: Nach US-Angaben schickt der Iran immer mehr Waffen Richtung Damaskus, die Armee werde von iranischen Experten beraten.

Syrische Soldaten in der Provinz Damaskus (Archiv)

Syrische Soldaten in der Provinz Damaskus (Archiv)  |  © EPA/SANA HANDOUT

Der Iran verstärkt nach Angaben von US-Außenministerin Hillary Clinton seine Unterstützung für die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad. Es sei eine der wichtigsten Prioritäten des Iran, Assad an der Macht zu halten, sagte Clinton.

Demnach gibt es Hinweise darauf, dass der Iran immer mehr Militärberater nach Syrien schicke, die Assads Armee helfen sollen. Außerdem sende Teheran Waffenlieferungen in das Land – das habe in den USA für große Besorgnis gesorgt.

Anzeige

Unterstützung für das syrische Regime beklagt Clinton auch aus Russland: Moskau helfe der syrischen Führung mit Geld und Militärgütern, sagte sie. Die USA hätten "Grund anzunehmen, dass die Russen Assad weiterhin finanzielle Unterstützung und militärische Hilfe in der Form von Ausrüstung leisten". Dennoch habe sie die Hoffnung, dass Russland seine Haltung zur syrischen Regierung ändern werde: "Sie können nicht zusehen was passiert, und nicht glauben, dass das für jedermanns Interessen einschließlich ihrer eigenen unglaublich gefährlich ist." Es bestehe die Gefahr, dass in Syrien die schlimmsten Szenarien Realität würden und sich der Konflikt über die Grenzen des Landes ausweite.

Clinton kündigte an, dass US-Vizepräsident Joe Biden den russischen Außenminister Sergej Lawrow zum Gespräch treffen werde, wenn beide am heutigen Freitag bei der Münchner Sicherheitskonferenz sind. Die Außenministerin äußerte sich nicht zum israelischen Luftangriff auf einen syrischen Konvoi, der vermutlich Waffen an die Hisbollah-Milizen im Libanon bringen sollte.

Syrien und Iran drohen Israel

Syrien drohte Israel wegen des Angriffs mit Rache: Es gebe die "Möglichkeit eines Überraschungsschlags", sagte der syrische Botschafter im Libanon, Ali Abdel Karim Ali, nach Berichten des Hisbollah-Fernsehsenders Al-Manar. Das syrische Außenministerium bestellte wegen des Angriffs den Leiter der UN-Beobachtermission auf den Golanhöhen ein. "Syrien hat ihm eine offizielle Beschwerde an die Vereinten Nationen übergeben, die den Verstoß gegen das Entflechtungsabkommen von 1974 betrifft", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Der Iran schaltete sich ebenfalls ein: "Dieser Akt ist eine klare Verletzung der territorialen Integrität Syriens und beweist erneut, dass die Zionisten und der Westen keine Stabilität und Sicherheit in Syrien wollen", sagte Außenminister Ali-Akbar Salehi nach Angaben des staatlichen Fernsehens.

Syrische Staatsmedien meldeten, der israelische Angriff habe einem militärischen Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus gegolten. Zwei Menschen seien dabei getötet, fünf weitere verletzt worden. Die Website All4Syria, die der Opposition nahesteht, schrieb unter Berufung auf Augenzeugen, das Zentrum im Nordosten von Damaskus sei von neun Granaten getroffen worden.

Russland sieht UN-Charta verletzt

Aus Israel gab es dazu keinen Kommentar, das Land äußert sich allerdings nie zu Militäraktionen. Es war der erste israelische Luftangriff auf das Nachbarland seit 2007 – damals zerstörten die Israelis einen Atomreaktor, den Syrien heimlich mit Hilfe Nordkoreas gebaut haben soll.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich besorgt und rief alle Beteiligten dazu auf, weitere Spannungen in der Region zu vermeiden und internationales Recht sowie die Souveränität der Staaten zu respektieren. Den Vereinten Nationen lägen bislang allerdings noch keine detaillierten Informationen zu dem Luftangriff vor, sagte Ban. "Wir können noch nicht unabhängig bestätigen, was genau passiert ist."

Russland nahm die Angriffe mit "tiefer Besorgnis" zur Kenntnis. "Wenn die Informationen bestätigt werden, wäre dies ein grober Verstoß gegen die UN-Charta", teilte das russische Außenministerium mit. Angriffe auf Ziele in einem souveränen Staat seien "nicht hinnehmbar". Die Arabische Liga verurteilte den Angriff.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. "...und dem iranischen Volk nach 33 Jahren Terrorherrschaft zu wünschen,..."

    Die grosse Masse der Iraner schaut gerne weg bei Hinrichtungen und anderen scheinbaren Ungerechtigkeiten. Denn seit 33 Jahren gibt es Jobs, geregelte Arbeit und Karriere, Sicherheit und steigender Wohlstand. Haben Sie schön mal die römischen Villen im Norden Tehrans gesehns?

    Wenn Sie verstehen wollen warum die grosse Mehrheit der Iraner hinter ihrer Regierung steht, und warum Ahmadinejad über 60% bekommen kann, dann informieren Sie sich über Deutschlabd 1933-1937. Man schaut gerne weg wenn sonst alles besser wird.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Lieber Mitforist..."
  2. sie haben durchaus recht ich muss mich entschuldigen
    der werte wahren vertauscht für S. Arabien beträgt 0.00029%
    und die werte für Iran 0.00048%
    allerdings sind diese Zahlenspiele völlig unwichtig, beide Länder haben sich Menschenrechte nicht gerade auf die Kappe geschrieben, beide Länder sind totalitär Regiert und wenden die Todesstrafe bei Apostasie an.

    Man kann allerdings nicht leugnen das das Iranische Regime
    durch den Wegfall Syriens als säkularer Staat der Schiitisch geprägte Staat sich einem im feindlich gesonnen sunnitischen Umfeld befinden würde.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Lieber Mitforist...."
  3. Zum Foto mit der Unterschrift: "Syrische Soldaten in der Provinz Damaskus (Archiv)"

    Da posieren zwei Personen in Tarnmustern für den Mischwald. In der Stadt tragen Soldaten grau bis hellem braun. Ist die syrische Arme zu blöd sich im eigenen Land zu Tarnen oder ist das nur gestellt?

    Die Leute die diese Fotos verkaufen, machen sich die Arbeit nämlich manchmal leicht.

    • TDU
    • 03. Februar 2013 10:51 Uhr

    Zit.: an diesem "Aufstand der Massen" wie in Ortega y Gasset und so viele andere Prognostizierten, nehmen wir beide wenn auch im Promille Bereich, gerade teil."

    Zit.: was Individualität und Persönliche Entfaltung angeht, was eines unserer elementarsten Grundwerte Darstellt"

    Diese Werte müssen wir nicht in vorauseilendem Gehorsam aufgeben, weil einige darauf verweisen, es gäbe sie nur weil:

    Zit.: "So kommt es das wir Menschen in Anderen Ländern unterdrücken, um die Freiheit unserer eigenen Bürger zu erhalten und die anderen den Menschen neue Freiheiten bescheren, um ihr eigenes Volk zu unterdrücken."

    Natürlich hat alles Tun sein Kehrseite. Es gibt nicht das Absolut Gute aber auch nicht nur Gut und böse. Und wir sollten uns nicht freiwillig zu Spielbällen machen lassen.

    Ein bisschen bestehn auf unseren Grundsätzen sollten wir schon. Auch wenn wir dabei nicht die "strongest" sind. Eine Heilslehre, ein Reich und alle danach tanzen? Mit uns sollte das nicht gehen. China, Russland und Proteste in Ägypten zeigen auch den Willen, das zu verändern.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Aufstand der Massen"
  4. Ist es denn nicht nur eine logische Folge das der Iran Syrien versucht um jeden Preis zu halten?
    Manchmal kommt es mir vor als würden wir hier im Westen doch wirklich glauben man hat es mit frühzetlichen Primaten im nahen osten zu tun.
    Und das der Irak jetzt anfängt sich für seine zukünftige Rolle in der Region zu interessiert haben wir doch durch unsere selbstloses eingreifen mit dem Sturz Hussains mit beschloßen.
    Solange beidseitige Waffenlieferungen gegtätigt wird, wird niemand anderes als die Bevölkerung den Bluzoll zahlen müssen.
    Grausame welt

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP nf
  • Schlagworte Iran | Bill Clinton | Syrien | Vereinte Nationen | Ali Akbar Salehi | Außenminister
Service