AtomprogrammIran ist zu Gesprächen mit den USA bereit

Irans Außenminister Salehi hat signalisiert, mit den USA direkt über das Atomprogramm zu reden. Der Westen müsse aber mit "ehrlichen Absichten" in die Gespräche gehen.

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi auf der Münchner Sicherheitskonferenz

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi auf der Münchner Sicherheitskonferenz  |  © Christof Stache/AFP/Getty Images

Der Iran hat sich für das Gesprächsangebot der USA über sein umstrittenes Atomprogramm offen gezeigt. "Wenn es auf der anderen Seite eine ehrliche Absicht zu Verhandlungen gibt, werden wir das ernsthaft berücksichtigen", sagte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Auch den USA müsse es ernst damit sein, den Konflikt  zu lösen.

US-Vizepräsident Joe Biden hatte am Samstag dem Iran erneut direkte Verhandlungen im Atomstreit angeboten. Salehi begrüßte Bidens Angebot. "Wir nehmen diese Aussagen positiv zur Kenntnis", sagte er. "Sie sind ein Schritt in die richtige Richtung." Für sein Land gebe es keine roten Linien für bilaterale Verhandlungen.

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Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Der Iran bestreitet, dass sein Atomprogramm der Waffenherstellung dient und pocht auf sein Recht auf die Nutzung der Atomenergie. Das Land kündigte zuletzt jedoch an, die Uran-Anreicherung zu beschleunigen.

Der Iran will sich Salehi zufolge auch am 25. Februar in Kasachstan zu einer neuen Verhandlungsrunde mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates und Deutschland treffen. Die Verhandlungen zwischen der 5+1-Gruppe und dem Iran werden von der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili geführt. Ursprünglich sollte die nächste Runde bereits im Januar stattfinden.

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Leserkommentare
    • nebbia
    • 03. Februar 2013 11:38 Uhr

    Gestern wurde in der Presse gemeldet, dass der Iran einen neuen Kampfjet vorgestellt hat, bei dem auf den Bildern ganz offensichtlich erkennbar war, dass es eine billige Attrappe ist. Zugleich wurde (leicht hämisch) dazu angemerkt, dass der Iran nur veraltete Kampfjets besitzt und nicht fähig ist, einen solchen zu entwickeln.
    Gleichzeitig soll uns jedoch weisgemacht werden, dass der Iran Atomsprengköpfe und die zugehörigen Raketen entwickeln und herstellen kann....
    Kann mir das jemand erklären?

    3 Leserempfehlungen
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    Sowohl als auch...
    Natürlich ist der Iran kein Hightechland, die Entwicklung moderner Hochtechnologiewaffen ist unglaublich teuer, frisst Mittel die woanders fehlen (möglicherweise auch bei der Luftwaffe...) und ist eigentlich durch nichts zu rechtfertigen (weder im Iran, noch sonstwo).

    Auf der anderen Seite hat es Pakistan, ein Land welches noch wesentlich ärmer ist als der Iran, vorgemacht wie es geht: Einseitige Priorisieren der Ressourcen auf ein Ziel, Einkauf von Wissen und Technologie welche selbst bei höchstem Aufwand nicht selbst entwickelt werden können, sowie Täuschungsmanöver und einiger krimineller Energie (Diebstahl, Nichtbeachtung internationaler Regeln und Verträge, etc.).
    Wie Pakistan es vorgemacht hat, natürlich ist es möglich; ob es geschehen ist/wird, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

    MercifulSister

    • kai1
    • 03. Februar 2013 12:55 Uhr

    Ich denke nicht, dass das so schwer zu verstehen ist. Es handelt sich m.E. um eine zumindest halbwegs geschickt angelegte Doppelstrategie. Einerseits wird durch Achmadinedschad ein neuer "Kampfjet" mit der wenig defensiv klingenden Bezeichnung "Qaher 313" ("Eroberer 313") enthüllt, der - ziemlich eindeutig - lediglich FlugMODELLcharakter hat (bei im Netz kursierenden "Flugaufnahmen" dürfte es sich entweder um eine Fälschung handeln oder um mit Jetgeräuschen unterlegte Aufnahmnen eines Modellflugzeuges), um Irans (vermeintliche) militärische Potenz und Abwehrbereitschaft zu unterstreichen, andererseits gibt man sich - wahrscheinlich im Bewusstsein einer vermeintlichen "Unverwundbarkeit" seiner Atomanlagen und der erzielten Fortschritte auf dem Weg zur "friedlichen" Nutzung der Kernenergie (die Iran angesichts seiner riesigen Ölvorkommen nicht dringend braucht!) konziliant und verhandlungsbereit - eine Masche, die im Übrigen, wie die unendliche Geschichte der Atomverhandlungen mit dem Iran belegt, so neu nun wieder auch nicht ist.
    Auf ein Entgegenkommen der friedliebenden Europäer kann man immer bauen. US-Präsident Obama wiederum dürfte eher daran interessiert sein, bestehende kriegerische Verwicklungen der USA zu beenden, anstatt sich neue aufzuladen und möchte wohl kaum seine letzte Amtszeit mit dem Signum des "Kriegspräsidenten" beenden.
    Israel hat zwar jüngst Entschlossenheit demonstriert, unklar ist jedoch, wie weit Netanjahu auf sich allein gestellt, gehen wird.

    • chavez
    • 03. Februar 2013 14:26 Uhr

    Was Sie "offensichtlich" sehen und lesen möchten, muss nicht zwangsläufig die Wahrheit entsprechen! "Die Presse", die Sie erwähnt haben, gibt es auch nicht in der Form, die Sie es gern hätten. Ob dieses Kampfflugzeug ein echtes ist oder nicht, können wir Anhand eines einzigen Bildes nicht nachprüfen. Dieses Flugzeug ist aber auch nicht das erste vom Iran gebaute Kampfflugzeug, davor hat Iran noch die Flugzeugtypen azarakhsh und ein weiteres gebaut. Ich würde es auch nicht für unwahrscheinlich halten, dass Iran nicht in der Lage wäre solche Objekte herzustellen, denn Iran hat ein ausgereiftes Raketensystem, durch das viel Erfahrung gesammelt werden kann. Der Weg vom Raketenbau zum Jet-Bau ist nicht weit! Was Ihr Beitrag nun mit dem Bericht zu tun hat ist für mich nicht relevant.

    • Extrakt
    • 03. Februar 2013 14:37 Uhr

    Einen F-18 zu konstruieren oder auch nur nachzubauen ist ein wenig schwieriger als eine halbballistische Rakete zu basteln, die 250 kg mit ca. 50 km Trefferradius 1500 km weit tragen kann.

  1. Die Kernaussagen von Salehi:

    "Wir sind zu Verhandlungen bereit", sagte Salehi zu direkten Gesprächen mit den USA. "Aber dieses Mal muss sichergestellt sein, dass die andere Seite mit authentischen Absichten kommt."

    Der Iran sei nicht auf eine Konfrontation aus. Salehi sagte, der Iran habe seine politische Unabhängigkeit in "einem mutigen und kühnen Kampf" gewonnen: "Und wir haben beschlossen, nie wieder der Lakai irgendeiner Supermacht zu sein.

    Und da muss ich dem Iran Recht geben. Ich verfolge diesen Konflikt jetzt schon seit Jahren, und ich weiss immer noch nicht, was die USA und Konsorten genau verlangen vom Iran.

    Wir die im Atomwaffensperrvertrag zugesicherte Urananreicherung und die Nutzung ziviler Atomkraft dem Land "erlaubt"? Das ist doch die Kernfrage. Rein rechtlich kann man dem Iran nichts vorwerfen. Durch den Einstieg in den AWSV, hat er jedes Recht erworben Uran anzureichern und friedlich zu nutzen. Er ist auch in keinster Weise verpflichtet, IAEA Inspektoren in jede militärische Einrichtung zu lassen. Das würde kein Land der Welt erlauben!

    Ich persönlich habe größten Respekt vor dem, was der Iran geschafft hat. Trotz härtester Sanktionen hat dieses Land eine ernstzunehmende Industrie aufgebaut. Inkl. eigener Rüstungsproduktion und Weltraumprogramm. Das hat bisher noch kein muslimisches Land geschafft!

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    des "zivilisierten Westens" ist hinreichend, potentielle Mitesser von der Tafel der Macht mit allen (!) Mitteln fernzuhalten. Erinnern Sie sich noch an die Powerpoint-Präsentationen in der UN, mit denen S. Husseins mobile Giftgasanlagen "bewiesen" wurden?

    Ich kann mir nicht helfen, ich verdächtige diesen "Westen" des geistigen Terrors. Soll aber keine Entschuldigung für die islamischen Terroristen im Nahen Osten sein. Beides hat für mich in seiner Ideologie vergleichbar geistiges Niveau.

    • FLH80
    • 03. Februar 2013 13:25 Uhr

    mE vor allem das iranische Psychogramm.
    Und auf der anderen Seite die us-amerikanische Uninformiertheit, wie solche Psychogramme in anderen Staaten/Kulturen aussehen.
    Für den Iran steht vor allem Unabhängigkeit, Freiheit und Respekt als gleichwertiges Mitglied der Völkergemeinschaft im Vordergrund.
    Die USA liefern leider seit vielen Jahren ziemlich das Gegenteil dessen. Mit eigenen, offensichtlich kurzsichtigen Interessen, die leider - wie im Irak zu sehen - viel zu oft das Gegenteil dessen erreichen...

    • scoty
    • 03. Februar 2013 11:51 Uhr

    und bittet den Westen um ehrliche Verhandlungen.

    Iran will nur den Ölmarkt öffnen und dafür wäre sie zu allem bereit, wenn auch indirekt.
    Es ist der Ölmarkt der von europäischer Seite im Sommer letzten Jahres gekündigt wurde und vor kurzem gab Iran bekannt das an die Europäer kein Öl verkauft werden darf.

    Iran braucht dringend Geld um z.B. Assad zu unterstützen.

    Eine Leserempfehlung
  2. 4. [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich. Die Redaktion/mak

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    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    • Fezzo8
    • 03. Februar 2013 13:24 Uhr

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  3. "Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Der Iran bestreitet, dass sein Atomprogramm der Waffenherstellung dient und pocht auf sein Recht auf die Nutzung der Atomenergie. Das Land kündigte zuletzt jedoch an, die Uran-Anreicherung beschleunigen zu wollen."

    Die andere Perspektive lautet:

    Die islamische Welt verdächtigt den Westen, unter dem Deckmantel humanitärer Interventionen am Ausbau der wirschaftlichen Vormachtsstellung zu arbeiten. Der Westen bestreitet, dass sein Wirtschaftsprogramm der Weltherrschaft dient und pocht auf sein Recht Gewinne durch Ausbeutung von Ressourcen anderer Länder zu erzielen. Das Westen kündigte zuletzt jedoch an, das Wachstum weiter beschleunigen zu wollen.

    16 Leserempfehlungen
  4. Sowohl als auch...
    Natürlich ist der Iran kein Hightechland, die Entwicklung moderner Hochtechnologiewaffen ist unglaublich teuer, frisst Mittel die woanders fehlen (möglicherweise auch bei der Luftwaffe...) und ist eigentlich durch nichts zu rechtfertigen (weder im Iran, noch sonstwo).

    Auf der anderen Seite hat es Pakistan, ein Land welches noch wesentlich ärmer ist als der Iran, vorgemacht wie es geht: Einseitige Priorisieren der Ressourcen auf ein Ziel, Einkauf von Wissen und Technologie welche selbst bei höchstem Aufwand nicht selbst entwickelt werden können, sowie Täuschungsmanöver und einiger krimineller Energie (Diebstahl, Nichtbeachtung internationaler Regeln und Verträge, etc.).
    Wie Pakistan es vorgemacht hat, natürlich ist es möglich; ob es geschehen ist/wird, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

    MercifulSister

    2 Leserempfehlungen
  5. des "zivilisierten Westens" ist hinreichend, potentielle Mitesser von der Tafel der Macht mit allen (!) Mitteln fernzuhalten. Erinnern Sie sich noch an die Powerpoint-Präsentationen in der UN, mit denen S. Husseins mobile Giftgasanlagen "bewiesen" wurden?

    Ich kann mir nicht helfen, ich verdächtige diesen "Westen" des geistigen Terrors. Soll aber keine Entschuldigung für die islamischen Terroristen im Nahen Osten sein. Beides hat für mich in seiner Ideologie vergleichbar geistiges Niveau.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Die Kernaussagen"
  6. Kernwaffen zu bauen ist relativ einfach, dahinter steckt kein Hexenwerk. Denken Sie an die "modernen" Technologien der 50er Jahre und was es damals für Kernwaffen gab!

    Das größte Problem ist die Anreicherung von Uran, wobei der Iran möglicherweise auch Plutonium kaufen könnte, es soll undokumentierte Bestände geben. Sofern dies nicht verunreinigt ist, können Sie die notwendige Menge in einem Reisekoffer transportieren.

    Dagegen ist die Entwicklung eines Kampfflugzeuges wesentlich komplexer.

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    Das Problem ist diese Kernwaffe dann anschließend soweit zu schrumpfen, daß sie mit einer vorhandenen Rakete, mit hinreichender Sicherheit abhebt, weit genug fliegt um zumindest den größten Dreck nicht selbst abzubekommen und idealerweise möglichst zielgenau den Gegner trifft - und daß ist dann nicht mehr trivial sondern aufwendig, technisch anspruchsvoll und teuer.

    MercifulSister

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Iran | USA | Ali Akbar Salehi | Atomprogramm | Joe Biden | Recht
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