NahostIsrael genehmigt Ölbohrungen auf dem Golan

Erstmals seit 20 Jahren darf ein Konzern auf dem Golan nach Öl suchen. Nun drohen Israel internationale Proteste, weil das Gebiet völkerrechtlich zu Syrien gehört.

Israelische Soldaten auf den Golanhöhen (Archivbild)

Israelische Soldaten auf den Golanhöhen (Archivbild)  |  © Nir Elias/Reuters

Ungeachtet möglicher internationaler Proteste hat Israel Ölbohrungen auf den besetzten Golanhöhen genehmigt. Dem US-israelischen Unternehmen Genie sei eine entsprechende Lizenz erteilt worden, berichteten die Zeitungen Jediot Ahronot und Globes. Der Konzern bestätigte inzwischen die Berichte.

Israelische Ölbohrungen auf dem Golan könnten nach Einschätzung von Globes weltweit Proteste auslösen, weil die internationale Gemeinschaft den Golan als besetztes syrisches Gebiet ansieht. Laut Jediot Ahronot setzte Israel die Ölsuche auf dem Golan nach den Osloer Abkommen mit den Palästinensern vor 20 Jahren aus.

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Es habe zwar in der Vergangenheit mehrere Bestrebungen für Bohrungen gegeben, aus Angst vor einem Konflikt mit Syrien habe die Regierung aber davon abgesehen. Syrien befindet sich seit 2011 im Bürgerkrieg. Dabei kam es mehrmals zu Grenzgefechten mit Israel.

Dem Ölkonzern Genie stehe der frühere rechtsgerichtete israelische Minister Effi Eitam vor. Globes berichtete, zu den Aktionären zähle US-Medienmogul Rupert Murdoch. Der republikanische Exvizepräsident der USA, Dick Cheney, sei einer ein Berater des Projekts.

Israel hatte während des Sechs-Tage-Kriegs im Jahr 1967 einen Teil des Golan von Syrien erobert. Die internationale Gemeinschaft erkannte die Annexion des Gebiets durch Israel nie an. Die Regierung in Damaskus fordert das Gebiet zurück, Israel und Syrien befinden sich offiziell im Kriegszustand.

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Leserkommentare
  1. eine der Hauptgrundwasserlieferanten Israels...

    Ob das so schlau ist dort zu bohren?

    Und soo toll dürft es mit der Eignungshöffigkeit doch dort nicht sein, oder?

    Beste Grüße CM

    2 Leserempfehlungen
  2. "Nun drohen Israel internationale Proteste, weil das Gebiet völkerrechtlich zu Syrien gehört." Dieses Land war seit jeher jüdisches Siedlungsgebiet. Wer wollte also dem Judenstaat verbieten, Lizenzen auf seinem Grund und Boden zu erteilen.
    Ausserdem ist Syrien eh platt, von Assad zugrunde gerichtet. War aber abzusehen, weil die Grenzen Syriens willkürlich sind, eine Folge kolonialer Grenzziehungen.

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    • lm.81
    • 21. Februar 2013 16:09 Uhr

    Sorry, bei dem Konflikt geht´s nicht um Juden oder Nichtjuden, sondern um Israel, das internationales Recht mit Füßen tritt.

    • scoty
    • 21. Februar 2013 16:09 Uhr

    da ja auf Zypern nicht das gefunden wurde was geplant war greift man nun zu Plan B.

    Diebstahl ist für diese Land nichts neues.

    16 Leserempfehlungen
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    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    • lm.81
    • 21. Februar 2013 16:09 Uhr

    Sorry, bei dem Konflikt geht´s nicht um Juden oder Nichtjuden, sondern um Israel, das internationales Recht mit Füßen tritt.

    32 Leserempfehlungen
    Antwort auf ""völkerrechtlich""
    • pepe423
    • 21. Februar 2013 16:16 Uhr
    5. 1967?

    1967 wurde das Gebiet von Israel angegriffen und besetzt. Nach Protesten wurde es zur demilitarisierten Zone. Aber im November 2012 sind erneut Panzer in die DMZ eingedrungen. Damals haben sich alle gewundert, was das soll.

    Damals dachte ich an eine Sicherung des Trinkwassers. Israel haengt von seinen Nachbarn ab und geht unter Androhung von Krieg dennoch am verschwenderischsten damit um.

    Jetzt wissen wir es besser, es geht um Oel. Wie immer ist man knallhart was eigene wirtschaftliche und politische Interessen betrifft, und wie immer gibt man einen Scheiss auf internationales Recht.

    23 Leserempfehlungen
    • deDude
    • 21. Februar 2013 16:18 Uhr

    .... gut das der Nachbar grade "verhindert" ist, da kann man mal die Finger ausstrecken ohne große Sorge haben zu müssen sich zu verbrennen.

    Manchmal glaube ich alle Seiten dort legen es nicht nur darauf an das Fass zur Explosion zu bringen, nein, sie tun es auch. Die Regierung Netanjahu verhält sich inzwischen wirklich so kindisch das man bei ihr eine gewisse Geisteskrankheit nicht nur vermuten muss, sondern gar nicht mehr ausschließen kann.

    Kaum wurde mit Müh und Not irgendwo ein Feuer gelöscht spielen Netanjahu und seine Spießgesellen an anderer Stelle mit ihren Feuerzeugen.

    Ich hoffe wirklich das Obama in dieser Amtszeit endlich die Samthandschuhe auszieht und die aktuelle israelische Administration endlich einmal die Ansprache bekommt die sie verdient.

    Das hier hat nichts mit irgendwelchen feindlichen Akteuren zu tun gegen die man sich wehren muss, hier wird aus wirtschaftlichen Beweggründen die Lunte eines neuen Pulverfasses angezündet. Die syrische Führung steht sowieso mit dem Rücken zur Wand und in die Ecke gedrängten Despoten neigen bisweilen dazu höchst problematische Dinge zu tun.
    Wenn die eigenen "Sympathiewerte" bei den übrigen Nachbarn zudem auch nicht grade rosig aussehen sollte man von ähnlich kritischen Vorhaben evtl. lieber die Finger lassen.

    Nur als gutgemeinter Ratschlag von Freunden an Freunde.

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    Die Regierung Netanjahu verhält sich inzwischen wirklich so kindisch das man bei ihr eine gewisse Geisteskrankheit nicht nur vermuten muss, sondern gar nicht mehr ausschließen kann.

    Weder kindisch, noch in Abwesenheit geistiger Kräfte. Nein, das ist einfach kriminell. Ein eiskalt geplantes und durchgeführtes Verbrechen.

  3. 7. @2

    Die Golan-Höhen sind offiziell syisches Staatsgebiet und werden von Israel besetzt gehalten.

    Des weiteren ist die Art und Weise, wie in letzter Zeit in unseren Medien über das Regime Assad gesprochen wird doch recht blauäugig. Man sollte sich mit den religiösen Verhältnissen in Syrien vertraut machen, bevor man Assad verteufelt. Der man ist zwar ein menschenverachtender Diktator, hat aber in der Region, genau wie Saddam Hussein im Irak, für eine gewisse Stabilität gesorgt. Leider berichtet unsere Presse nicht mehr über die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Libyen und im
    Irak! Warum eigentlich nicht? Um uns vorzugaukeln, dort wäre Friede, Freude, Eierkuchen?
    Wenn das säkulare Assad-Regime nicht mehr besteht, werden doet lebende Drusen, Alawiten und Christen an diesen Menschen zurück denken. Traurig, dass sich kein westlicher Politiker mit der Lage vertraut macht und Aussenpolitik betreibt, die diesem Landstrich von nutzen wäre...

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  4. *Mann *dort

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, rav
  • Schlagworte Israel | Nahost | Dick Cheney | Rupert Murdoch | Bürgerkrieg | Konflikt
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