Grenzkonflikt : Japan wirft Russland Verletzung seines Luftraums vor

Japan fühlt sich von zwei russischen Kampfflugzeugen provoziert. Sie sollen unerlaubt in den japanischen Luftraum eingedrungen sein. Russland streitet alles ab.

Japan hat Russland die Verletzung seines Luftraums durch zwei Kampfflugzeuge vorgeworfen. Als Reaktion ließ das japanische Militär eigene Abfangjäger aufsteigen, teilte das Außenministerium in Tokio mit. Gleichzeitig legte die Regierung formell gegen die angebliche Luftraumverletzung Protest ein. Das Verteidigungsministerium in Moskau wies die Vorwürfe zurück. Die Maschinen der Luftwaffe seien regelmäßig in der Region unterwegs und hielten sich ohne Grenzverletzung strikt an die internationalen Regeln, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti einen Militärsprecher.

Der Vorfall ereignete sich nach japanischen Angaben unweit der nördlichen Insel Hokkaido. Dort befinden sich einige Inseln, die in Folge des Zweiten Weltkriegs an die Sowjetunion gegangen sind. Japan fordert ihre Rückgabe. Russland bezeichnet die Inselgruppe als Südkurilen, Japan spricht von seinen Nördlichen Territorien. Der Streit verhindert bis heute einen offiziellen Friedensvertrag zwischen den einstigen Kriegsgegnern.

Derzeit hält Russland Militärmanöver rund um die Kurilen ab. Im Juli hatte Ministerpräsident Dmitri Medwedew die Regierung in Tokio verärgert, als er der Inselkette einen Besuch abstattete.

Japan beging am Donnerstag seinen traditionellen "Tag der Nördlichen Territorien". Ministerpräsident Shinzo Abe sagte auf einer dazu angesetzten Veranstaltung, er werde auf Verhandlungen mit Russland über die Rückgabe der Inseln dringen. Präsident Wladimir Putin habe er in einem Telefonat gesagt, er würde gerne daran arbeiten, eine für beide Seiten akzeptable Lösung "dieses letzten, noch verbliebenen Problems zwischen Japan und Russland" zu finden.

Noch in diesem Monat wird der ehemalige japanische Regierungschef Yoshiro Mori in Moskau erwartet, um Territorialansprüche zu besprechen.

Auf den Inseln befinden sich große Gold- und Silbervorkommen. Außerdem gibt es in den umliegenden Gewässern große Fischbestände. Auf den umstrittenen rund 5.000 Quadratkilometer großen Inseln leben etwa 19.000 Menschen.

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Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

Haetten sie sich

mit den weiterfuehrenden Informationen beschaeftigt, wueßten sie, daß der Vertrag von japan unterzeichnet werden mußte, und dieser gleichzeitig das Buendis zu den USA bekraeftigte. Die Chinesen haben diesen vertrag ebenfalls nicht anerkannt bzw unterzeichnet, dafuer hat Taiwan diesen zwar nictht unterschrieben aber einen inhaltsgleichen auf taiwan zugeschnittenen vertrag. Man war also damals durchaus gewillt entgegen zu kommen. Ein einseit unterzeichnetes Dokument funktioniert nicht, da sich also Rußland nicht dazu durchringen konnte und einfach anektierte, sind die Konflikte durchaus nachvollziehbar.

Es sind die Japaner,

die die von ihnen beanspruchten Inseln als "Südkurilen" bezeichnen, um diese so von den Kurillen-Inseln abzugrenzen, auf die sie im Vertrag von San-Francisco verzichtet haben.
Damit begründen sie ihren Anspruch.

Die Russen (und die Soviets davor) erkennen diese Unterscheidung nicht an, und betrachten die gesamte Inselgruppe von der Südspitze von Kamchatka biz zum Insel Hokkaido als Kurillen, auf die die Japaner eben verzichtet haben.

ich glaube nicht, dass die Japaner diesen Anspruch in absehbarer Zeit durchsetzen können. dazu müssen sie schon ein Krieg führen und gewinnen. sonst läuft da nix!