Bei einem Gefecht zwischen rivalisierenden malischen Armeeeinheiten in der Hauptstadt Bamako sind mehrere Menschen verletzt worden. Wie aus Militärkreisen und von Augenzeugen verlautete, wurde ein Lager von Elitesoldaten von anderen Einheiten der malischen Armee angegriffen.

Schwerbewaffnete feuerten Schüsse ab, sagte ein Militär, der sich auf dem Camp befand. Die angegriffenen Elitesoldaten sollen dem gestürzten Staatschef Amadou Toumani Touré nahestehen.

Bereits im vergangenen Jahr gab es schwere Kämpfe zwischen den sogenannten "grünen Mützen", den Anhängern des Putschistenführers Amadou Sanogo und den "roten Mützen", Fallschirmjägereinheiten aus der Zeit von Präsident Touré. Touré war im März 2012 bei einem Staatsstreich gestürzt worden.

Truppen erreichen malische Stadt nahe der algerischen Grenze

Im Norden Malis geht die Militärintervention gegen Islamisten voran. Französische und tschadische Soldaten erreichten die strategisch wichtige Stadt Tessalit. Es ist die letzte von bewaffneten Islamisten gehaltene Ortschaft im Nordosten Malis. Die Truppen hätten die Kontrolle über den Flughafen übernommen, sagte ein Vertreter der malischen Sicherheitsbehörden.

Die Soldaten seien "aus der Luft und auf dem Boden" in der Stadt eingetroffen, die weniger als 90 Kilometer von der Grenze zu Algerien entfernt ist. Am Donnerstagabend bereits waren die Truppen in die Stadt Aguelhok vorgerückt. Die Soldaten "patrouillieren jetzt in Aguelhok", sagte ein Mitglied des malischen Generalstabs. Ein Vertreter der Region Kidal, zu der die Stadt gehört, bestätigte die Angaben.

Die Gegend um die beiden Ortschaften war in den vergangenen Tagen immer wieder von französischen Kampfflugzeugen bombardiert worden. Ziel seien Materiallager und Ausbildungscamps der Islamisten gewesen, sagte der Sprecher des französischen Generalstabs.

Die beiden Gemeinden liegen im Ifoghas-Gebirge, ein zum Teil unwegsames Gebiet mit vielen Höhlen. Dorthin haben sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen viele islamistische Kämpfer und ihre Anführer zurückgezogen.

Frankreich hatte am 11. Januar militärisch in Mali eingegriffen, um den weiteren Vormarsch der Islamisten Richtung Süden zu stoppen, die seit April 2012 den Norden des Landes kontrollierten. Nach den bisherigen Planungen sollen Truppen der Westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas die Franzosen bald ablösen.