Bürgerkrieg : Mindestens sieben Tote bei Terroranschlag im Norden Malis

In der malischen Stadt Kidal hat ein Selbstmordattentäter einen Kontrollpunkt in die Luft gesprengt. Mindestens sieben Menschen starben, es gab Verletzte.

In der Stadt Kidal im Nordosten Malis sind bei einem Selbstmordanschlag mehrere Menschen getötet worden. Ein Attentäter zündete am Dienstagabend an einem Kontrollpunkt im Osten der Stadt eine in seinem Geländewagen versteckte Bombe. Das teilten das Militär und die von den Tuareg dominierte Befreiungsbewegung MNLA mit, die den Kontrollpunkt hält. Neben dem Attentäter starben sechs MNLA-Kämpfer, elf weitere Menschen wurden verletzt.

Die MNLA hatte im vergangenen Jahr an der Seite islamistischer Gruppen den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht, war dann aber von den Islamisten verdrängt worden. Die Gruppe stellte sich dann auf die Seite Frankreichs, als die französische Armee im Januar in den Konflikt eingriff und die Islamisten aus den wichtigsten Städten im Norden des Landes vertrieben wurden. Die Kämpfer der säkular ausgerichteten MNLA hatten die Kontrolle über Teile Kidals übernommen.

Wegen der Kämpfe in Mali wurden nach UN-Angaben bereits 170.000 Menschen zur Flucht in die Nachbarländer gezwungen. Weitere 260.000 Zivilisten seien im Inland auf der Flucht, sagte der Vorsitzende des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA). Er beklagte, dass von der internationalen Gemeinschaft zu wenig finanzielle Unterstützung kommt: 373 Millionen Dollar (knapp 286 Millionen Euro) würden an Hilfen benötigt, bisher seien erst 17 Millionen Dollar eingetroffen.

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Kommentare

5 Kommentare Kommentieren

Aha, eine habe millionen vertriebene Menschen??

Danke Frankreich, Deutschland, etc. Es wäre inhaltlich richtig diese Interventionen als systematische Destabilisierung der malischen Gesellschft, der malischen wirtschaft und der gesamten Region zu bezeichnen. Wenn jetzt erst eine gesamte Generation junger malischer Männer arbeitslos it gbtes für die nächsten 30 Jahre nur noch Krieg und Zersörung in diesem Land. Dann lässst sich sicher leichter über Uran- und Gold-Schürfrechte verhandeln.