AtomwaffenStaatengemeinschaft verurteilt Nordkoreas Atomtest

EU, Russland, China und die USA sind sich einig: Nordkorea hat mit seinem Atomtest eine Grenze überschritten. Am Nachmittag tagt der UN-Sicherheitsrat.

Das südkoreanische Fernsehen zeigt Bilder von einem Nukleartest in Nordkorea.

Das südkoreanische Fernsehen zeigt Bilder von einem Nukleartest in Nordkorea.  |  © Kim Hong-Ji/Reuters

Das kommunistische Nordkorea hat seine Drohung wahr gemacht und einen neuen Atomwaffentest unternommen. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, der Test sei unterirdisch erfolgt. Ein miniaturisierter Sprengsatz mit größerer Stärke als bei früheren Tests sei gezündet worden. Der Versuch sei in "sicherer und perfekter Art und Weise" ausgeführt worden und sei "Teil von Maßnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität".

Das nordkoreanische Außenministerium teilte mit, der Atomwaffentest sei nur "ein erster" Schritt gewesen, "mit dem wir soviel Zurückhaltung geübt haben wie möglich". Sollten die USA die Lage "mit fortgesetzter Feindseligkeit" noch komplizierter machen, "dann haben wir keine andere Wahl als in einem zweiten oder dritten Schritt eine noch stärkere Aktion auszuführen", hieß es in einer Mitteilung, die KCNA verbreitete.

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Nach den Erkenntnissen der UN-Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) hat der Atomtest in der Nacht Erschütterungen der Stärke 4,9 auf der Richter-Skala verursacht. Er war demnach deutlich stärker als der vor vier Jahren. Für den damaligen Test gab die CTBTO die Stärke mit 4,2 auf der Richter-Skala an. Die Explosion ereignete sich um 3:57 Uhr auf dem Atomtestgelände Punggye Ri, wo Nordkorea bereits 2006 und 2009 unterirdisch nukleare Sprengladungen gezündet hatte. Das Epizentrum habe nur einen Kilometer unter der Erdoberfläche gelegen, berichteten US-Geologen.

Zuvor hatten Südkorea, Japan und die USA ein künstliches Erdbeben im Nordosten Nordkoreas gemeldet. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul sagte am Morgen, es werde angenommen, dass der Test eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben könnte.

Obama spricht von provokativem Akt

US-Präsident Barack Obama hat den neuen Atomtest Nordkoreas als extrem provokativen Akt verurteilt. Er gefährde die Stabilität in der Region. Das nordkoreanische Atomprogramm sei zudem eine Bedrohung der Sicherheit der USA und der ganzen Welt. "Die USA werden weiterhin alle Schritte unternehmen, die notwendig sind, uns und unsere Verbündeten zu verteidigen", sagte der Präsident.

Südkorea und die USA hatten dem kommunistischen Land für den Fall eines dritten Tests bereits schwerwiegende Konsequenzen angedroht. Unter anderem wird eine weitere Verschärfung der UN-Sanktionen gegen das weitgehend isolierte Land nicht ausgeschlossen. Nordkorea ist es per UN-Resolutionen verboten, Raketen- oder Atomtechnik zu entwickeln.

UN-Sicherheitsrat ist alarmiert

Südkorea hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen. Das Treffen soll noch am Vormittag (US-Ostküstenzeit) stattfinden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, der Test sei eine klare und schwerwiegende Verletzung bestehender UN-Resolutionen. Es sei bedauerlich, dass Nordkorea die internationalen Appelle ignoriert habe, derartige provokative Akte zu unterlassen.

Leserkommentare
  1. "Nordkorea ist es per UN-Resolutionen verboten, Raketen- oder Atomtechnik zu entwickeln".
    wird Herrn Un wenig interessieren.
    in Sachen Nordkorea kann die UNO prima üben, Weltresolutionenen zu verfassen

    7 Leserempfehlungen
    • Rend
    • 12. Februar 2013 7:27 Uhr

    Kommen jetzt wieder die Berufsempörer von den Vereinten Nationen? Nordkorea macht, was es will. Ist doch nicht so schwer zu verstehen. Und auch nicht neu.
    "UN-Sicherheitsrat ist alarmiert" Niedlich...
    Ich stelle mir das mittlerweile vor, wie ein paar Leute, die halb mit dem Kopf auf ihren Schreibtischen schlafen, ab und zu mal "alarmiert" aufwachen, schlaftrunken ein paar Floskeln von sich geben, um dann weiter zu schlummern.

    Vielleicht könnte ja China mal etwas erreichen. Das ist nach wie vor der einzige Staat, der in Nordkorea auch nur irgendwas bewegen könnte...

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    • scoty
    • 12. Februar 2013 8:17 Uhr

    kann nicht auf mehreren Hochzeiten tanzen was nicht heißen soll das die " Braut " Ja sagt.

    ...auch!

    sollen die Nordkoreaner testen was sie wollen.
    Die USA & Konsorten sind keinen Deut besser. Lieber dem Vorschlag von Iran folgen! (Weltweite Nukleare Abrüstung)

  2. Wenn der UN Sicherheitsrat mit weiteren Sanktionen reagiert dann bitte in der gleichen Form wie gegen den Iran.

    Atomwaffen müssen Weltweit geächtet werden - hier darf nicht zwischen "Gut oder Böse" unterschieden werden. Die Aufrüstung mit Atomwaffen betrifft alle Menschen.

    Die Fehler der Vergangenheit, nehmen wir als Beispiele Indien und Pakistan dürfen nicht wiederholt werden. Wenn man diese beiden Staaten betrachtet dann müssen wir von einer ähnlichen Situation ausgehen wie im "Kalten Krieg". Zuverlässigkeit in der Atomwaffen Frage ist wie "Russisches Roulett". Konflikte können durch "Abschreckung" nicht gelöst werden - dazu sind die Menschen offenbar nicht fähig oder gar bereit.

    Abrüstung auch bei den sogenannten "Guten" ist gefragt. Es ist schon 5 nach 12.

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    • scoty
    • 12. Februar 2013 8:42 Uhr

    Nord-Korea ist ein paar Nummern größer als der Iran was nicht heißen soll das der Iran in Atomwaffentechnik unterlegen ist.

    Alleine die Soldatenanzahl die Nord-Korea aufbringt könnten Europa überrennen.

    http://www.fas.org/progra...

  3. selbst die GFZ ordnet die Daten derzeit als: suspected nuclear explosion" ein:

    http://geofon.gfz-potsdam...

    Beste Grüße CM

    • scoty
    • 12. Februar 2013 8:17 Uhr

    kann nicht auf mehreren Hochzeiten tanzen was nicht heißen soll das die " Braut " Ja sagt.

    Eine Leserempfehlung
    • 可为
    • 12. Februar 2013 8:35 Uhr

    immernoch im Krieg mit der DVRK?

    "Das nordkoreanische Atomprogramm sei zudem eine Bedrohung der Sicherheit der USA und der ganzen Welt. "

    ...da kann ich also einfach die beiden Nationen in diesem Satz austauschen und bekomme eine nachvollziehbare Version der NK-Sichtweise.

    6 Leserempfehlungen
    • scoty
    • 12. Februar 2013 8:42 Uhr

    Nord-Korea ist ein paar Nummern größer als der Iran was nicht heißen soll das der Iran in Atomwaffentechnik unterlegen ist.

    Alleine die Soldatenanzahl die Nord-Korea aufbringt könnten Europa überrennen.

    http://www.fas.org/progra...

    Eine Leserempfehlung
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    Nordkorea mag eine überwaltigend große Armee haben, aber die Grundversorgung selbiger lässt stark zu wünschen übrig. Die Soldaten würden ohne großangelegte logistische Bemühungen und Wallenstein-Taktik wohl keinen größeren Vormarsch überstehen.

    "Alleine die Soldatenanzahl die Nord-Korea aufbringt könnten Europa überrennen."

    Falls die dann nicht beim ersten Burger King links abbiegen, um mal was anderes als Baumrinde zwischen die Zähne zu kriegen. Und der erste BK dürfte dann spätestens in Moskau stehen von Nordkorea aus.
    Invasion wird also wohl ausfallen.

    • elvis99
    • 12. Februar 2013 10:25 Uhr

    Waffentechnik ist teilweise uralt, die T55 mit denen Kim Un fuhrwerkt sind sicher toll gegen Zivilisten, aber gegen eine moderne Armee würden diese ziemlich alt aussehen. Erinnern sie sich an Saddams - weit modernere - Armee 1991? Die T72-Exportversionen haben kaum den Lack der M1A1 Abrahms ankratzen können.
    Ohne Aufrüstung durch Peking hätte Nordkorea rein konventionell nix den massierten US/SK-Kräften entgegenzusetzen. Die Stärke/Macht NKs über SK liegt einzig an der Tatsache, dass binnen einer Stunde Seoul dem Erdboden gleich gemacht werden könnte.

    • NiktaM
    • 12. Februar 2013 8:50 Uhr

    Ja, auch s.g. Schurkenstaaten sind auch eigenständige Staaten nach dem Internationalen Recht. Ja, ein internationales Verbrechen soll für jedes Subjekt des internationalen Rechtes gelten! Nun was ist das Verbrechen?! Klar: besitz der Nuklearwaffen gegen Wille der Anderen? Nun lassen dann alle bestrafen, die zu diesem Anderen-Club möchte gerne intellektuell Überlegenen, kulturell Gehobenen und moralisch Verantwortlichen angehören, die das Geschick hatten, diese Waffen aus demselben Grund selbst zu entwickeln, zu klauen oder zu kaufen, oder unter schweigenden Zustimmung der „Gehobenen“ gebastelt haben! Machen liebe Außenpolitiker keine Doppelstandarten für Unter- und Oberschicht der internationalen Politik und seien sie konsequent! Erst verbitten diese Waffen komplett und dann entwickeln das Schema, wie Verweigerer zu bestrafen, oder suchen neue Modelle für friedliche Koexistenz mit Risiken, die genauso hoch in Pakistan wie in Nordkorea sind.

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    • NiktaM
    • 12. Februar 2013 13:21 Uhr

    Lieber Herr Frankenberger, ich bedanke mich für den Spaß, den ich immer erlebe, solange Ihre Kommentare in Bezug auf internationale Politik lese! Die Empörung ist aufrichtig, die Wut ist heilig, die Vergeltungsbotschaft ins Leere versendet! Hauptsache, dass Unterbewusstsein des Michels wahrnimmt, wer Verbrecher sind! Wieso aber stimmen Ihren Botschaften immer mit den Zielen und Interessen der Oberschicht der internationalen Politik überein? Bedienen Sie diese oder helfen zu erklären „Quod licet Iovi, non licet bovi!“ der internationalen Politik?! Wieso versenden sie nicht Botschaften mit Vorschlägen? Z.B wie wäre es, Staat Israel für solche Vergeltungsaktionen weltweit einzusetzen, schließlich hat dieser Staat die Atomwaffen unter unserer schweigenden Zustimmung zusammengestellt! Wenn dieser Staat uns noch von den „Schurkenstaaten“ befreit, dann werden wir nicht nur unüberwindbare Schuldgefühle zu dem empfinden, aber auch „echte“ Dankbarkeit!

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