MenschenrechtsgerichtPussy Riot verklagen Russland

Die Musikerinnen der Band Pussy Riot ziehen vor den Menschenrechtsgerichtshof: Sie klagen Russland an, gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen zu haben.

Maria Alechina von der Band Pussy Riot

Maria Alechina von der Band Pussy Riot  |  © Sergei Karpukhin/Reuters

Seit fast einem Jahr sind die Musikerinnen von Pussy Riot mittlerweile im Gefängnis. Nun verklagen sie Russland am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. "Die Klage wurde nach Straßburg abgeschickt und richtet sich gegen die Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention", sagte eine Anwältin der Gruppe, Irina Chrunowa.

Die Bandmitglieder Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Maria Alechina waren im August wegen einer regierungskritischen Aktion gegen den heutigen Staatschef Wladimir Putin zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Nur die Strafe Samuzewitschs wurde im Anschluss an den international scharf kritisierten Prozess in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

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Die drei Klägerinnen führen an, in ihrem Verfahren sei gegen die Rechte auf persönliche Freiheit, freie Meinungsäußerung, faire Prozessführung und das Folterverbot verstoßen worden. Die Anwälte der drei Frauen argumentieren, bei der Protestaktion, einem "Punkgebet" vor dem Altar der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, habe es sich um eine künstlerische und politische Darbietung gehandelt.

Sachverständige, die beauftragt waren, das bei der Aktion gedrehte Video zu beurteilen, seien im Prozess nicht angehört worden. Außerdem seien die jungen Frauen entwürdigend behandelt worden, weil sie dem Prozess eingesperrt in einem Glaskäfig beiwohnen mussten. Samuzewitsch hatte bereits im Oktober vorläufige Klage beim Menschenrechtsgerichtshof eingereicht.

Weltweit hatten Politiker und Künstler das Urteil gegen die Frauen kritisiert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Aljochina und Tolokonnikowa als politische Gefangene anerkannt.

Die Frauen hatten mit Strumpfmasken am 21. Februar 2012 vor der Präsidentenwahl für ein Ende von Putins Herrschaft gebetet.

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Leserkommentare
    • wAltz
    • 07. Februar 2013 17:35 Uhr

    An dem Tag, an dem PR verurteilt wurden, wurde in den USA eine geisteskranke Frau hingerichtet. Das fand erstaunlich wenig Aufmerksamkeit. Man muß eben der richtigen "Wertegemeinschaft" angehören.

    14 Leserempfehlungen
    • cielo
    • 07. Februar 2013 17:28 Uhr

    scheinbar finden Sie nur das Strafmaß ein wenig hoch und sagen immer wieder die Damen hätten in der Kirche randaliert.
    Also wenn ich im Dom zu Fulda ein Punklied gegen Angela Merkel singen würde (das ist wohl im übertragenen Sinn richtig) und mir würde dafür 2 Jahre Arbeitslager aufs Auge gedrückt, dann wüsste isch aus welchem Land ich auswandern müsste.

    In Russland gibt es so erschreckend wenig Demokratie, aber so viel kalten und brutalen Kapitalismus - Raubrittertum (ich weiß, das sind die Adligen von morgen), dass Leuten wie Putin die nur ihre eigene Klasse protegieren, endlich eine Daumenschraube benötigen!
    Dass das allerdings Punx machen müssen und ein ganzes, riesiges Volk in den Issnumalso Apfel beißen, spricht nicht für das Land. Ich weiß, es gibt noch andere Initiativen, aber medienwirksam und nachhaltig dürfte das von Pusssy Riot sein - GO AHEAD!!!

    c.

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    "Also wenn ich im Dom zu Fulda ein Punklied gegen Angela Merkel singen würde"

    das wäre eine Reise wert.

  1. wird Zeit, dass sich die Damen wieder in Erinnerung bringen.
    Sie werden ja bald entlassen und müssen langsam mit dem Marketing beginnen.

    Aber gut, dass wir Schavan und Pussy Riot haben.

    Dann ist es nicht so interssant, dass Stuttgart und BER existiert.
    Sicher interssiert es dann auch niemanden mehr, dass in der BRD mutmaßliche Zeugen durch die Staatsanwalt mit einer Hausdurchsuchung beglückt werden.

    http://www.zeit.de/gesell...

    Es interessiert dann auch nicht mehr, dass der US - Administration nichts besseres einfällt, als das gezielte Töten von MUTMAßLICHEN Terroristen zu erlauben.

    Nein, die Unterstützung der Damen der Band sollte in den Mittepunkt gerückt werden. Da tut man niemandem weh und das Volk hat sein "Brot und Spiele".

    Danke

    7 Leserempfehlungen
    • Gyros
    • 07. Februar 2013 16:33 Uhr
    2. [...]

    Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen. Danke, die Redaktion/mo.

    4 Leserempfehlungen
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    Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke, die Redaktion/mo.

    • Gyros
    • 07. Februar 2013 17:04 Uhr

    "Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen. Danke, die Redaktion/mo."

    --> http://www.zeit.de/wirtsc...

  2. "...habe es sich um eine künstlerische und politische Darbietung gehandelt."

    Wie bitte?? Sie gehen in eine Kirche wo hauptsächlich alte religiöse Menschen beten um sich künstlerisch und politisch einzusetzen?? Und dann noch auf DIE Art und Weise?

    Sorry, wenn ich mir da an die Stirn tippe. Unter politischen, künstlerischen Aktionen verstehe ich GANZ was anderes.

    Aber vielleicht kann mir ja die Redaktion erklären, WAS genau die 'Damen' audrücken wollten. Welche politische Botschaft wollten die nochmal vermitteln?

    4 Leserempfehlungen
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    "Die Frauen hatten mit Strumpfmasken am 21. Februar 2012 vor der Präsidentenwahl für ein Ende von Putins Herrschaft gebetet."

    Ist das Satire, oder weiß die ZEIT nicht, wie in einer Kirche gebetet wird????

    Was diese Truppe macht ist werde Punk, noch Kunst.

    Sie provozieren und beleidigen. Mehr kann ich in den Aktionen, die ja im Internet zu bewundern sind, nicht erkennen.

    Sex im Museum, auf der Straße, oder im Supermarkt, ist auch in Deutschland nicht straf-frei.;)

  3. Ein sehr mutiger und guter Schritt. Doch welche Strafe soll bei einem Schuldspruch dann verhängt werden? In den westeuropäischen Demokratien würde eine Verurteilung des Staatschefs wegen Menschenrechtsverletzungen sicherlich politische Konsequenzen haben. Im Kreml wird man das Urteil wohl eher mit einem müden Lächeln hinnehmen und weitermachen wie bisher.

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    <<< In den westeuropäischen Demokratien würde eine Verurteilung des Staatschefs wegen Menschenrechtsverletzungen sicherlich politische Konsequenzen haben. <<<

    Es wird der Staat verurteilt; i.d.R. zu einer Entschädigungszahlung an das Opfer.
    Weder der Staatschef wird belangt, noch die Verantwortlichen innerhalb des Repressionsapparates die entsprechende Urteile erstellen.

    Siehe auch:
    http://www.zeit.de/gesell...
    Da gings um Dt. und den Verantwortlichen ist garnichts passiert.
    Die Staatskasse hatte 3000€ zu zahlen, das wars.
    Abschreckung für autoritäre Systemschergen mit Hang zum Machtmissbrauch gleich 0.

  4. "Die Frauen hatten mit Strumpfmasken am 21. Februar 2012 vor der Präsidentenwahl für ein Ende von Putins Herrschaft gebetet."

    Ist das Satire, oder weiß die ZEIT nicht, wie in einer Kirche gebetet wird????

    Was diese Truppe macht ist werde Punk, noch Kunst.

    Sie provozieren und beleidigen. Mehr kann ich in den Aktionen, die ja im Internet zu bewundern sind, nicht erkennen.

    Sex im Museum, auf der Straße, oder im Supermarkt, ist auch in Deutschland nicht straf-frei.;)

    3 Leserempfehlungen
  5. Wielange müssen die beiden Frauen noch sitzen? 1 Jahr? Ein solches Verfahren dauert in der Regel ca. 5 Jahre. Mit ein bisschen Glück bekommen sie dann 10.000€ Schmerzengeld wie Chodorkowsk.

    Der Gerichtshof für Menschenrechte hat die Aufgabe, die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention zu überwachen. Er ist damit die letzte Instanz für die mehr als 800 Millionen Bürger der 47 Mitgliedsländer des Europarats. Wer in Straßburg klagen will, braucht allerdings einige Geduld: Die Verfahren dauern im Durchschnitt gut fünf Jahre.

    http://www.spiegel.de/pol...

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